Die Stadthalle Friedberg wird in nächster Zeit nicht illuminiert. Sämtliche städtischen Veranstaltungen sind abgesagt, Privatleute und Vereine werden aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen.
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Die Stadthalle Friedberg wird in nächster Zeit nicht illuminiert. Sämtliche städtischen Veranstaltungen sind abgesagt, Privatleute und Vereine werden aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen.

Coronavirus

Coronavirus: Das Leben kommt zum Stillstand

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Das Coronavirus bringt das gesellschaftliche Leben in der Wetterau Stück für Stück zum Stillstand. Kommunen schließen öffentliche Gebäude, Schulen und Kitas werden ebenfalls zugemacht.

Entscheidungen, mit der die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden soll, haben oft nur noch eine Halbwertzeit von einigen Stunden. Die Behörden gehen immer drastischer vor. Die Bürgermeister der Wetterau haben bei einer Dienstversammlung am Donnerstag eine einheitliche Vorgehensweise beschlossen, um die Bevölkerung zu schützen. Welche Folgen das hat, zeigt sich an den Beispielen von Bad Nauheim und Friedberg.

Bürgermeister Klaus Kreß (Bad Nauheim) sprach von einem »sehr großen Einvernehmen« unter den Rathauschefs. Er hält eine parallele Umsetzung der Beschlüsse für richtig. »Es wäre fatal, wenn die Stadt X eine harte Linie führt, die Stadt Y aber nicht.«

Coronavirus: Zweiter Infizierter im Kreisgebiet

Kreß warnt vor Panik, beurteilt die Lage aber als sehr ernst, zumal am Freitag der zweite Corona-Fall im Kreisgebiet bestätigt wurde. Betroffen ist ein 40-jähriger Mann, der in Österreich Urlaub gemacht hat. In Bad Nauheim sind von heute an sämtliche öffentlichen Gebäude geschlossen. Das reicht von Eisstadion und Sporthallen über Bürgerhäuser, Mehrzweckhallen und Trinkkuranlage bis zu Bücherei, Kinder- und Jugendhaus, Erika-Pitzer-Zentrum oder Inhalatorium.

»Alle in diesen Gebäuden gebuchten Veranstaltungen - ob öffentlich oder privat - fallen aus«, sagt Kreß. Weiterhin geöffnet sind nur die Gaststätten im Bürgerhaus Rödgen und in der Mehrzweckhalle Schwalheim. Die kulturellen Reihen und Führungen werden gestoppt. Diese Anordnung gilt bis zum 30. April.

Die vom Land am Freitagnachmittag angeordnete Schließung der Tagesstätten wird umgesetzt, auch wenn der Bürgermeister diesen Beschluss als problematisch ansieht. »Ein Beispiel ist die Krankenschwester, die dringend benötigt wird, jetzt aber zu Hause ihr Kind betreuen muss.« Lobende Worte findet Kreß für Vereine. Sie handelten eigenverantwortlich und sagten Veranstaltungen ab.

Am Freitagnachmittag hat das Bistum Mainz die Schließung aller katholischen Schulen und Kitas angeordnet, Gottesdienste fallen aus. Betroffen ist auch das St.-Lioba-Gymnasium. Damit waren Entscheidungen der Schulleitung - etwa die Absage von Klassenfahrten - wenige Stunden später bereits bedeutungslos. »Für die Zeit des Unterrichtsausfalls werden unsere Schüler mit digitalen Aufgaben für zu Hause versorgt«, erklärt Direktor Bernhard Marohn.

Coronavirus: Seniorenclubs und Junity geschlossen

In Friedberg werden aus der Lage ähnliche Konsequenzen gezogen wie in der Nachbarstadt. »Wir leisten unseren Beitrag, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen oder zu verlangsamen. Wir schützen damit vor allem unsere gesundheitlich belasteten Bürger und unterstützen die Aufrechterhaltung unseres Gesundheitssystems«, sagt Erste Stadträtin Marion Götz.

Folgende Einrichtungen sind bis 13. April geschlossen: Junity, Jugendclubs, Seniorenbegegnungszentrum, Seniorenclubs und Fünf-Finger-Treff. Ebenso sind sämtliche städtischen Veranstaltungen bis 13. April abgesagt. Götz empfiehlt allen Vereinen und Institution dringend, Veranstaltungen ebenfalls abzusagen oder auf die zweite Jahreshälfte zu verschieben. Wie die Erste Stadträtin sagt, werde die Stadt - vorbehaltlich eines Magistratsbeschlusses - keine Stornogebühren für Absagen von Veranstaltungen in Stadthalle und Bürgerhäusern verlangen. Götz warnt vor Panikmache. »Ich hoffe, dass alle vernünftig sind.«

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