Die Telefone in den Büros im Wetteraukreis klingeln ständig. Meistens sind es Fragen zur Krankschreibung, die ausschließlich die Hausärzte auch nach Telefonanruf ausstellen können, zu Geschäftsschließungen und "Risikogebieten".
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Die Telefone in den Büros im Wetteraukreis klingeln ständig. Meistens sind es Fragen zur Krankschreibung, die ausschließlich die Hausärzte auch nach Telefonanruf ausstellen können, zu Geschäftsschließungen und »Risikogebieten«.

Telefone klingeln ständig

Coronavirus: Hunderte Anrufe im Gesundheitsamt - Arbeiten am Limit

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Die Telefone im Gesundheitsamt hören nicht mehr auf zu klingeln. Viele Bürger rufen an und teilen ihre Ängste und Sorgen. Die Behörde arbeitet am Limit.

Wetteraukreis - Um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung tief greifende Entscheidungen getroffen. In Schulen wird der Unterricht ausgesetzt und Kindergärten machen zu, Geschäfte müssen schließen, die Menschen werden aufgerufen, soziale Kontakte zu meiden.

Im Gesundheitsamt im Friedberger Kreishaus bekommt man die Ängste und Sorgen der Bürger hautnah mit, heißt es nun in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises. Unter der Nummer 0 60 31/83 23 00 gehen täglich Hunderte von Anrufen ein. Die Anrufe verteilen sich auf mittlerweile zehn Telefone, an denen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und aus anderen Abteilungen Fragen beantworten. Meistens sind es Fragen zur Krankschreibung, die ausschließlich die Hausärzte auch nach Telefonanruf ausstellen können, zu Geschäftsschließungen und »Risikogebieten«. Viele der Fragen sind schon auf diversen Internetseiten des Wetteraukreises oder anderer Behörden beantwortet. »Oft wollen die Menschen aber nur reden und ihre Sorgen mitteilen. Dafür haben wir Verständnis, aber es bindet natürlich auch viel Arbeitskraft, die wir gerne anders einsetzen würden«, sagt Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Nun wurde ein Kontaktformular im Internet eingestellt, um die Anrufer zielgenauer abzuholen. Die Formulare unterteilen sich in drei unterschiedliche Kategorien. Eine Kategorie betrifft die Rückkehrer aus einem »Risikogebiet« (nach der Definition des Robert-Koch-Institutes). Eine weitere Kategorie bezieht sich auf Menschen, die Kontakt zu einer Person mit nachgewiesenem Coronavirus hatten, und die dritte Kategorie betrifft allgemeine Fragen zum Coronavirus. Hier erfolgt die automatische Weiterleitung auf die Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dort gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Coronavirus: Weckler: Arbeiten alle am Limit

Das Kontaktformular zum Thema Corona ist im Internet unter www.wetteraukreis.de auf der Startseite abrufbar.

Nach Absenden des Formulars prüfen die Mitarbeiter des Amts das Anliegen. Aufgrund der hohen Beratungsnachfrage erfolgt die Bearbeitung nach medizinischer Relevanz. Sofern das Anliegen von besonderer medizinischer Bedeutung ist, erfolgt eine zeitnahe Rückmeldung. Von Nachfragen möge bitte abgesehen werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die allgemeine medizinische Beratung erfolgt durch den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst Hessen (Tel. 116 117).

»Wir arbeiten hier alle am Limit, inklusive Samstag und Sonntag«, sagt Landrat Jan Weckler und lobt die Mitarbeiter im Gesundheitsamt und im Corona-Krisenstab für ihren Einsatz. Gleichzeitig bittet er um Verständnis, wenn es zu Wartezeiten kommt.

Daher bittet der Landrat, von nicht terminierten Besuchen in der Kreisverwaltung abzusehen: »Wir müssen vermeiden, dass wir am Ende eine große Zahl von infizierten Kolleginnen und Kollegen nach Hause schicken müssen. Oberstes Ziel ist neben der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung die Sicherstellung der staatlichen Infrastruktur auf allen Ebenen und das für einen derzeit ungewissen Zeitraum.«

Die Solidarität in der Bevölkerung wächst unterdessen immer weiter. Hier gibt es eine Liste mit wichtigen Kontaktdaten für Hilfsangebote für Betroffene. Viele halten sich allerdings nicht an Vorsichtsmaßnahmen bemängelt ein Friedberger Arzt. Er schlägt nun Corona-Alarm.

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