Im Hochwaldkrankenhaus sind Besuche ab sofort tabu. Lichtblick: Derzeit melden sich zahlreiche GZW-Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück, um in der Krise zu helfen.
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Im Hochwaldkrankenhaus sind Besuche ab sofort tabu. Lichtblick: Derzeit melden sich zahlreiche GZW-Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück, um in der Krise zu helfen.

Wenige Ausnahmen

Coronavirus: Besuchsstopp in Wetterauer GZW-Kliniken

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Zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten verschärfen die Krankenhäuser in Bad Nauheim, Friedberg und Schotten ab Samstag ihre Besuchsregelungen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Besuche im Hochwaldkrankenhaus und Bürgerhospital sind ab sofort verboten. Ausnahmen gelten ausschließlich für Partner von werdenden Müttern sowie für Angehörige (Partner und Kinder) schwerstkranker Patienten.

»Wir haben uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen. Leider wurden aber die vor einigen Tagen verhängten Einschränkungen der Besuchszeiten und Besuchermengen von zu vielen Menschen missachtet«, sagt Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann.

Coronavirus: Schutzmasken werden gestohlen

Auch die Diebstähle von Desinfektionsmitteln und Schutzartikeln (Mundschutz) hätten »kein Ende« genommen. »Teilweise wurden unsere Mitarbeiter beschimpft, wenn sie einschreiten wollten.« Das Fehlverhalten einiger habe deshalb nun drastische Konsequenzen für alle.

»In der Krise beweist sich der Charakter«, zitiert Fellermann den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Er sei erfreut, dass die GZW-Mitarbeiter diese Prüfung »mit Bravour bestehen«. Es gebe eine große Welle der Solidarität. So würden sich derzeit zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte aus dem Urlaub zurückmelden oder Urlaube verschieben, um mit Hand anzulegen. »Mein Dank gilt unseren hochmotivierten Ärzten und Pflegekräften, die alles tun, um unsere Krankenhäuser für die bevorstehenden Herausforderungen weiter zu rüsten.« Auch die Schülerinnen und Schüler der Theodora-Konitzky-Akademie bewiesen vorbildliches Engagement: Nach der Absage des theoretischen Unterrichts seien sie nun alle auf Stationen der Krankenhäuser im praktischen Einsatz. Derzeit werde jede helfende Hand gebraucht.

Mit der Erweiterung der Zahl der beatmungsfähigen Intensivbetten um mehr als 50 Prozent (von 21 auf 32 Betten) erfülle das GZW schon jetzt die bundesweiten Zielvorgaben des Robert-Koch-Instituts. »Wir werden uns im Interesse der Menschen in dieser Region trotzdem bemühen, die Kapazitäten noch weiter zu erhöhen«, versicherte Fellermann.

Die Vorbereitungen dazu seien aufwändig. Es müssten nicht nur Zimmer bereitgemacht, Betten aufgestellt, Überwachungsmonitore und Beatmungsgeräte beschafft und installiert werden, sondern man benötige auch das entsprechend ausgebildete Personal. Zusätzlich zu den Urlaubsrückkehrern werde das GZW deshalb auch alle ehemaligen Mitarbeiter anschreiben mit dem Angebot, für die Zeit der Krise in ihren alten Beruf zurückzukehren. Auch Ärzte und Pflegekräfte, die bisher nicht im GZW gearbeitet haben und die Akutkrankenhäuser nun unterstützen wollen, seien herzlich willkommen.

Coronavirus: Appell an Medizinstudenten

Ein weiterer Appell richtet sich an Medizinstudenten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pflegekraft. »Die erste Studentin hat bereits ihre Hilfe angeboten. Wir hoffen angesichts der zu erwartenden Höchstbelastung unserer Krankenhäuser, dass weitere ihrem Beispiel folgen«, sagt der GZW-Geschäftsführer.

Allen Freiwilligen, ob Studenten, ehemalige Arzt- und Pflegekräfte, die in dieser Situation zur Hilfe bereit sind, steht für Bewerbungen bzw. Anfragen die E-Mail-Adresse bewerbung@gz-wetterau.de zur Verfügung.

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