Ausgedient? Noch lange nicht. Aktuelle Corona-Bußgeldverfahren drehen sich meist um die Maskenpflicht. 
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Ausgedient? Noch lange nicht. Aktuelle Corona-Bußgeldverfahren drehen sich meist um die Maskenpflicht. 

Anzeigen und Bußgeldverfahren 

Corona-Zwischenbilanz: So gut halten sich die Wetterauer an die Regeln

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Mit den rigiden Corona-Regeln ist es vorbei, wir alle lockern uns etwas. Zeit für eine Zwischenbilanz, was die Disziplin der Bürger in der Wetterau angeht. 

Wie diszipliniert hält sich die Wetterauer Bevölkerung an die Corona-Vorschriften? Diese Frage lässt sich unter anderem anhand der Zahl der Bußgeldverfahren beantworten. In der Wetterau ist es demnach nicht zu massenhaften Verstößen gegen die Regeln gekommen. Nach Auskunft der Kreisverwaltung gab es bis Mitte Juni rund 180 Anzeigen, in 150 Fällen wurde ein Bußgeld fällig.

Für die Kontrollen in Corona-Zeiten sind Polizei und die Ordnungsbehörden der Kommunen zuständig. Anzeigen werden an das Gesundheitsamt gemeldet, das gegebenenfalls ein Bußgeldverfahren in die Wege leitet. Nach Auskunft von Kreispressesprecherin Petra Schnelzer ging es zu Beginn der Corona-Krise, als es rigide Regeln gab, vor allem um Anzeigen, weil mehrere Personen zusammen in der Öffentlichkeit unterwegs waren. Damals galt noch die strenge Vorschrift, wonach nur Familien, die in einem Haushalt wohnen, oder zwei Personen gemeinsam spazieren gehen oder auf einer Bank sitzen durften. Das bedeutete viel Arbeit für Kontrolleure, gegen solche Regelverstöße vorzugehen.

Corona-Regeln in der Wetterau: 50 Euro für Kunde ohne Maske

Inzwischen hat sich die Lage deutlich entspannt. Jetzt dürfen sich bis zu zehn Personen treffen, für die Ordnungshütern spielt dieser Aspekt kaum noch eine Rolle. Aktuell drehen sich Anzeigen eher um die Maskenpflicht. "Zwischenzeitlich haben wir mehrere Bußgeldverfahren wegen Verstoß gegen die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen", berichtet Schnelzer.

Geht jemand ohne Maske in einen Laden oder betritt den Stadtbus, werden 50 Euro fällig. Negieren Beschäftigte die Regel, müssen sie mit einer Geldbuße von 100 Euro rechnen. Der mehrseitige Corona-Bußgeld-Katalog des Landes Hessen bewegt sich in einem Spektrum zwischen 50 und 5000 Euro. In der Wetterau gab es bislang 150 Verfahren, nur in wenigen wurde eine Buße von 1000 Euro ausgesprochen. Die Höchstbeträge richten sich meist gegen Geschäftsleute, die sich uneinsichtig zeigen.

Von den kommunalen Verwaltungen wird das Verhalten der überwiegenden Mehrheit der Bürger positiv bewertet. Das gilt auch für Bad Nauheim. Zwar wird weiter regelmäßig kontrolliert, der weitgehende Wegfall der Kontaktbeschränkungen und die Wiedereröffnung öffentlicher Einrichtungen wie Spielplätze hat die Arbeit für die städtischen Bediensteten aber erleichtert. "Aufgrund der Lockerungen wird vorrangig die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt sowie bei körpernahen Dienstleistungen kontrolliert", erklärt Pressesprecherin Linda Dönges.

Corona-Regeln in der Wetterau: Sonderlob für die Gastronomie

Die Stadt habe von Anfang an auf Dialog gesetzt und an das Verständnis der Bürger für die Einschränkungen appelliert. Mit harter Hand wurde offenbar nicht vorgegangen. "Seitens der städtischen Ordnungsbehörde wurden keine Bußgeldverfahren beim Gesundheitsamt des Wetteraukreises eingeleitet", betont Dönges. Ein besonderes Lob spendet das Rathaus der Gastronomie. Mit dieser Branche habe die Stadt die geringsten Probleme. "Die Betriebe achten sehr diszipliniert auf die Einhaltung der Regelungen und wirken entsprechend auf ihre Gäste ein."

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