Wenn man bei Veranstaltungen nicht selbst vor Ort sein kann, hilft Technik weiter - so auch in der FeG Friedberg.
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Wenn man bei Veranstaltungen nicht selbst vor Ort sein kann, hilft Technik weiter - so auch in der FeG Friedberg.

Gottesdienst 2.0

Corona-Zeiten: Wetterauer Gottesdienst auf Instagram und Co.

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Nachdem bereits die evangelische Kirchengemeinde in Wöllstadt neue Wege in Zeiten von Corona geht, zieht eine andere Wetterauer Gemeinde nach - mit Gottesdienst 2.0.

Friedberg - Das öffentliche Leben steht still. Dies betrifft auch christliche Gemeinden wie die Freie evangelische Gemeinde in Friedberg. Aber gerade in schwierigen Zeiten ist der Zusammenhalt in den Gemeinden umso wichtiger. Wie kann eine christliche Gemeinde für die Menschen da sein, wenn diese nicht in die Gottesdienste, Hauskreise und zu den Veranstaltungen kommen können? Gerade jetzt, wo Existenzängste und Ängste wegen der Gesundheit auftreten und die Suche nach Halt umso größer ist.

Diese Frage beschäftigte auch die Gemeindeleitung der FeG Friedberg. Schnell war die Idee geboren, die sozialen Medien für das Gemeindeleben zu nutzen. Seit dem 15. März werden die Gottesdienste live auf Instagram und YouTube übertragen, Hauskreise finden jetzt über verschiedene Online-Tools statt, spezielle Abende für Teens und Jugendliche werden über Instagram auf die Beine gestellt. Auch wird versucht, den Kontakt zu den Kindern, die noch nicht selbst Social Media nutzen können, durch selbst gedrehte Videos oder Briefe aufrechtzuerhalten.

Für Pastor Markus Orth ist es eine Umstellung, in einem leeren Gemeindesaal seine Predigt zu halten. Er vermisst den direkten Blickkontakt, die Reaktion auf das Gesagte und das gemeinsame Singen. »Ich habe dafür dann Bilder im Kopf von den lieben Menschen, die zu Hause sitzen und zusehen - und denen ich Gottes gute Botschaft jetzt geben darf«, sagt er.

Corona-Zeiten Wetterau: Zahlreiche Ideen für das Osterfest

Ihn freut es, dass über 140 Haushalte sonntags live den Gottesdienst von zu Hause aus erleben und sich bei Instagram austauschen: »Diese Zeit bietet auch besondere Chancen. Mancher überdenkt, was wirklich wichtig ist. Glaube bekommt Tiefe und wird persönlicher und alltäglicher. Und ich erlebe in Telefonaten, wie Christen sich von Gott getragen wissen.«

Soziale Medien ermöglichen es, als Gemeinde in Kontakt zu bleiben und Gemeinschaft trotz physischer Distanz zu leben. Um die Gemeinde noch stärker auch im Alltag begleiten zu können, hat Orth auf seinem eigenen Instagram-Account ein Wort zum Tag gestartet. Hier gibt er alle zwei bis drei Tage kurze Impulse aus der Bibel, die Hoffnung, Trost und Stärke schenken.

Gedanken macht er sich auch über Ostern. Gerade Ostern ist das Fest der Hoffnung, der Auferstehung, des Sieges Jesu über den Tod. Dass dieses Fest nicht als Gemeinde gefeiert werden kann, stimmt den Pastor traurig. Aber Ostern kann auch zu Hause gemeinsam gefeiert werden. Die FeG hat Ideen zusammengestellt: So kann man in der Woche vorher eine Osterkerze basteln und mit Symbolen wie Kreuz, Palmzweig, Alpha und Omega oder Weinrebe bekleben. Mit Kindern kann man über die Symbole und deren Bedeutung reden. Verwandten und Freunden könnte man einen Osterbrief oder eine E-Mail mit besonderen Worten zu Ostern schreiben. Der Bibellesebund bietet dafür spezielle Ostergrußkarten an. Großeltern freuen sich sicherlich über ein selbst gemaltes Osterbild. Nächster Tipp der FeG: »Wer eine Terrasse hat, könnte in einem Feuerkorb ein eigenes Osterfeuer entzünden.« Oder man könnte früh aufstehen und den Sonnenaufgang in Stille erleben oder dabei eine Andacht oder die Ostergeschichte gemeinsam lesen. Der Live-Gottesdienst bietet auch die Möglichkeit, gemeinsam Ostern zu feiern. Ostergrüße lassen sich für die Nachbarn mit Kreidestiften - spiegelverkehrt - an die Fenster schreiben. Passend wäre auch, am Abend des Gründonnerstags das Abendmahl zu feiern.

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