Um Gedränge bei besonders vollen Fahrten zu verhindern, werden ab Montag zusätzliche Busse eingesetzt. 	ARCHIVFOTO: NIC
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Um Gedränge bei besonders vollen Fahrten zu verhindern, werden ab Montag zusätzliche Busse eingesetzt. ARCHIVFOTO: NIC

Auch Reisebusse

Wetterau: 16 zusätzliche Busse wegen steigenden Corona-Infektionszahlen

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Am Montag ist Schulstart in Hessen nach den zweiwöchigen Herbstferien. Im Wetteraukreis werden dann bei 47 besonders ausgelasteten Fahrten zusätzliche Busse als Verstärkung eingesetzt, um die Ausbreitung von Corona einzudämmen.

Das Land, das sich wohl an den Kosten beteiligt, hatte dafür eigens den Einsatz von Reisebussen im ÖPNV erlaubt.

Im Wetteraukreis fahren die Kinder und Jugendlichen in Linienbussen zu den Schulen - viele Fahrzeuge sind entsprechend wieder nahezu ausgelastet. Vor dem Hintergrund der kalten Jahreszeit und steigenden Corona-Infektionszahlen eine schwierige Situation, wie Landrat Jan Weckler (CDU) sagt. »Ich freue mich, dass wir nun zumindest auf einigen besonders belasteten Linien Abhilfe schaffen können.«

Wetterau: Zusätzliche Busse fahren zwischen den Herbst- und Osterferien

Weckler hatte nach einem Antrag der Grünen im Kreistag mit einem Brief an den Hessischen Verkehrsminister vor einigen Wochen den Stein ins Rollen gebracht. Das Regierungspräsidium hat daraufhin angekündigt, den Einsatz von Reisebussen im Linienverkehr zu genehmigen. Der Wetterauer Kreistag hatte daher im September den Einsatz der zusätzlichen Fahrzeuge beschlossen. Es stünden Mittel für 16 zusätzliche Busse an den Schultagen zwischen den Herbst- und Osterferien zur Verfügung, teilt Weckler mit.

Die zusätzlichen Busse tauchen nicht im Fahrplan auf, sondern fahren direkt hinter dem Linienbus die Haltestellen an. Nicht nur Schüler, auch »normale« Fahrgäste können in beide Busse einsteigen. Es werden weitere Linienbusse, aber auch derzeit ungenutzte Reisebusse eingesetzt. Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist oder einen Fahrschein benötigt, sollte immer den eigentlichen Linienbus nehmen, so der Rat.

Wetterau: Besonders durch Schulverkehr belastete Linien identifiziert

Die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), die den kompletten Linienverkehr verantwortet, habe gemeinsam mit dem Wetteraukreis und in Absprache mit den Verkehrsunternehmen in den Wetterauer Linienbündeln in den vergangenen Wochen jene Linien identifiziert, die besonders belastet seien. Wichtige Kriterien seien die Rückmeldungen zur Auslastung von den Busunternehmen und die Verfügbarkeit von alternativen Anbindungen gewesen. »Uns ist bewusst, dass wir damit nicht alle Probleme lösen«, sagt Weckler. Schon auf Grund der begrenzten Anzahl der Busse könne man nicht auf allen Linien zusätzliche Fahrten anbieten. »Fahren ab einer Haltestelle innerhalb von 30 Minuten laut Fahrplan beispielsweise mehrere Busse in Richtung Schule oder gibt es sogar eine alternative Anbindung mit der Bahn, werden in der Regel keine Verstärkerbusse eingesetzt«, erklärt er. In diesem Zusammenhang appellieren Wetteraukreis und VGO an die Fahrgäste, auch frühere Busse zu nutzen oder nach Schulschluss einen späteren Bus abzuwarten. Weckler: »Häufig reichen die Kapazitäten aus, es geht dann eher um die Verteilung.«

Eine Entzerrung der Schulanfangszeiten, wie sie in anderen Landkreisen praktiziert wird, ist laut Weckler im Wetteraukreis keine Option. Die Fahrpläne im Liniennetz seien bis ins Detail austariert und für die Pendler an die Anschlüsse im Bus- und Bahnverkehr ausgerichtet. Große Änderungen würden die Verlässlichkeit des ÖPNV gefährden.

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