Wie viele Wetterauer haben sich bislang einem Corona-Test unterzogen? Das Gesundheitsamt weiß es nicht.
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Wie viele Wetterauer haben sich bislang einem Corona-Test unterzogen? Das Gesundheitsamt weiß es nicht.

Corona-Zahlen

Corona in der Wetterau: Gesamtzahl der Tests ist nicht bekannt

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Wie aussagekräftig sind tägliche Angaben zu Corona-Infizierten? Die WZ hat beim Wetteraukreis nachgefragt. Hier gibt es die Antwort dazu und Infos zu Krankenhausbetten, die bereitstehen.

Tag für Tag informieren sich zurzeit viele Bürger über die neuste Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland, ihrem Bundesland und ihrem Landkreis. Doch wie aussagekräftig sind diese Daten?

Im Wetteraukreis wird dem Gesundheitsamt nur die Zahl der Bürger gemeldet, die bislang positiv auf das Corona- virus getestet worden sind - am Freitag waren es insgesamt 141, 35 davon gelten als genesen, von ihnen dürfte keine Ansteckungsgefahr mehr ausgehen. Die Entscheidung, ob jemand getestet werden soll, treffen die Hausärzte. Nach Angaben von Kreispressesprecher Michael Elsaß erfährt das Gesundheitsamt nichts über die Gesamtzahl der Tests im Kreisgebiet, sondern wird nur über die Zahl der Infizierten informiert. Somit ist keine Aussage darüber möglich, wie viel Prozent aller getesteten Personen sich mit der Lungenkrankheit angesteckt haben.

In der Statistik des Sozialministeriums wurde für Kreise und Großstädte bis Ende März zudem aufgeführt, wie viele infizierte Personen es pro 100 000 Einwohner gibt (kumulative Inzidenz). Am Dienstag war für die Wetterau der drittniedrigste Wert in Hessen angegeben. »Diese Zahlen sind nicht valide und wenig aussagekräftig«, kommentiert Kreispressesprecher Elsaß diese Statistik. Seiner Aussage nach können die täglich aktualisierten Fallzahlen auch nicht als Grundlage für die Entscheidung dienen, ob Restriktionen wie die Kontaktsperre gelockert werden können.

Corona Wetterau: Testcenter Gießen ist zuständig

Wetterauer Bürger, die getestet werden sollen, müssen sich beim neu eingerichteten Testcenter Gießen melden. Wird im Verlauf der Krankheit eine intensivmedizinische Behandlung nötig, stehen dafür in sechs Kliniken im Kreisgebiet 105 Betten zur Verfügung. 18 dieser Betten waren am Freitag mit Corona-Patienten belegt. Für schwere Fälle, die eine Beatmung erforderlich machen, gibt es etwa 80 Plätze.

Die Hälfte dieser Beatmungsplätze stellt die Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. In einem ersten Schritt wurde die Kapazität auf 24 Betten erweitert. »Bis zum Ende dieser Woche werden wir mehr als 40 Beatmungsplätze apparativ und personell ausgestattet haben«, erklärte Kerckhoff-Sprecherin Melanie Lange am Mittwoch.

In den drei Kliniken des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) gibt es 32 Betten, in denen Patienten künstlich beatmet werden können. Laut GZW-Pressesprecherin Hedwig Rohde wurden in den letzten Tagen 150 000 Euro in zwölf neue Beatmungsgeräte investiert.

Da Beatmungsplätze auch für andere Erkrankte zur Verfügung stehen müssen, schwankt deren Belegung in den einzelnen Kliniken teilweise stündlich. Um möglicherweise auftretende Engpässe ausgleichen zu können, sind laut Rohde alle hessischen Kliniken durch das Kapazitätsmanagementsystem IVENA verbunden. Im Notfall kann schnell ermittelt werden, in welcher Klinik freie Betten vorhanden sind.

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