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Seit Mittwoch geschlossen: Bei einer Razzia haben Beamte der Kriminalpolizei Unterlagen des Testzentrums auf der Kaiserstraße sichergestellt. Es steht der Verdacht der Urkundenfälschung im Raum.

Nach Betrugsvorwürfen in Friedberg

Nach Betrugsvorwürfen: Corona-Testzentrum in Friedberg soll bald wieder öffnen

  • VonNici Merz
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Betrug im Corona-Testzentrum auf der Friedberger Kaiserstraße? Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach WZ-Informationen nimmt der Schaden wohl nicht das gleiche Ausmaß wie in Gießen an.

Friedberg - Staatsanwaltschaft, Polizei und Gesundheitsamt haben am Mittwoch das Corona-Testzentrum auf der Kaiserstraße geschlossen; es besteht der Verdacht, dass gefälschte Testergebnisse herausgegeben wurden. Das Testzentrum hat seine Kunden mit einem Aushang informiert, dass man am Freitag (25.06.2021) wieder öffne. Das war nicht der Fall.

Wie ein Sprecher des Wetteraukreises sagte, gehe das Gesundheitsamt aber nicht von einer langfristigen Schließung aus. Seitens der Staatsanwaltschaft hieß es am Freitag, Details würden erst nach Abschluss der Ermittlungen bekanntgegeben.

Corona-Testzentrum in Friedberg: Durchsuchungen und Verdacht

Die Räume des Testzentrums waren am Mittwoch durchsucht worden. Es steht der Verdacht der Urkundenfälschung im Raum, die Kripo wertet derzeit sichergestellte Unterlagen und Speichermedien aus. Wie die Staatsanwaltschaft Gießen am Mittwoch mitgeteilt hatte, besteht der Verdacht, dass seit Ende Mai in mindestens sieben Fällen »gefälschte negative Testbefunde erstellt und an Kunden übermittelt« wurden, »ohne dass zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis der Laboruntersuchung vorgelegen haben soll«.

PCR-Tests werden etwa für Flugreisen benötigt. Die Firma wirbt mit dem Versprechen, dass das Ergebnis des 89 Euro teuren Tests nach 24 bis 32 Stunden vorliege. Der Hinweis eines Kunden hatte die Ermittlungen in Gang gebracht. Beschuldigt werden eine 26-Jährige aus dem Wetteraukreis und ein 33-Jähriger aus Köln.

Corona-Testzentrum in Friedberg: Beanstandungen geringer als in Gießen

Anfang Juni wurde nach ähnlichen Vorwürfen ein Corona-Testcenter in Gießen geschlossen, nach einer weiteren Kontrolle entzog der Landkreis dem Betreiber die Beauftragung. Dort dürfen nun keine Tests mehr vorgenommen werden. Auch in diesem Fall wird gegen zwei Betreiber ermittelt, die laut Staatsanwaltschaft gefälschte negative Testergebnisse erstellt haben sollen. Bei einer Kontrolle stellte sich Tage später heraus, dass das anwesende Personal keine Nachweise über die erforderliche Sachkenntnis zum Vornehmen der Tests sowie die dafür notwendigen Schulungen vorweisen konnte.

In Gießen geht es um rund 200 Fälle und einen finanziellen Schaden von 16 000 Euro. In Friedberg, war zu erfahren, sollen die Beanstandungen der Behörden aber wesentlich geringer gewesen sein.

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