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Ein besseres Gefühl durch einen negativen Schnelltest: Auch Kinder und Jugendliche sollten getestet werden, zum Beispiel in den Testzentren in Bad Nauheim oder Reichelsheim. (Symbolbild)

Corona-Schnelltests bei Kindern

Corona-Tests für Kinder? „Wir wissen, dass Kinder häufiger und auch länger ansteckend sind“

Wie sicher ist ein Osterfest bei den Großeltern zurzeit? Warum gerade Kinder vorher getestet werden sollten, worauf man dabei achten muss und welche Tests sich am besten eignen.

Einen kostenlosen Corona-Schnelltest kann jeder Bürger pro Woche bekommen. Im Wetteraukreis gibt es vielfältige Möglichkeiten, dieses Angebot wahrzunehmen. Getestet wird in Apotheken, bei Hausärzten und in eingerichteten Testzentren. Aber wie sieht es eigentlich bei Kindern aus?

»Jeder kann und sollte unabhängig von seinem Alter getestet werden, wenn der Verdacht einer Infektion besteht«, sagt Kinder- und Jugendmediziner Prof. Arno Fuchshuber, der zwei Praxen in Bad Nauheim und Friedberg leitet. Bei Kindern sei der Test sogar besonders wichtig. »Wir wissen, dass Kinder häufiger und auch länger ansteckend sind. Das liegt vor allem an der aggressiven britischen Mutation des Virus«, sagt Fuchshuber.

Corona: Kinder häufiger und länger ansteckend

Zu Beginn der Pandemie habe man das Virus nur wenige Tage auf den Schleimhäuten nachweisen können, so dass Kinder seltener positiv getestet worden seien. Heute allerdings seien Kinder auch nach mehreren Wochen noch infektiös, was die Kleinfamilie zum Infektionsherd mache, den man nur schwer kontrollieren könne. »Es ist sehr wichtig, Kinder und Jugendliche regelmäßig und großzügig zu testen«, sagt Kinderarzt Fuchshuber.

Aber wo sollte man sein Kind am besten testen lassen? Die erste Anlaufstelle für einen Corona-Test sei immer der behandelnde Kinderarzt, sagt Michael Elsaß, Pressesprecher des Wetteraukreises. Kinder könnten aber auch an all jenen Stellen getestet werden, die einen Schnelltest anböten.

Schnelltests: Keine Vorgaben für Apotheken

Eine Altersbeschränkung für Schnelltests gibt es laut Fuchshuber nicht. Anfragen bei verschiedenen Apotheken in der Wetterau ergaben jedoch, dass manche Apotheken Kinder unter zwölf Jahren nicht testen, andere hingegen schon ab zwei Jahren. Dies erklärt Elsaß damit, dass für die Apotheken keine einheitlichen Vorgaben existierten. »Die Apotheken können das selbst entscheiden. Es kommt darauf an, ob beim Test ein Rachenabstrich gemacht wird oder nicht.« Das sei auch bei den Selbsttests ein Problem. »Es gibt mittlerweile gute Schnelltests für die Anwendung zu Hause«, sagt Fuchshuber. »Je genauer der Abstrich ist, desto genauer ist auch das Ergebnis. Ein tiefer Nasenabstrich ist für jeden unangenehm, daher ist es für ungeübte Eltern oft schwierig, einen ordentlichen Abstrich des eigenen Kindes zu machen.« Der Kinderarzt empfiehlt daher, einen Schnelltest immer von geübtem Personal machen zu lassen, zum Beispiel in den Testzentren in der ehemaligen Schule in Reichelsheim oder in Bad Nauheim auf dem Parkdeck am Sprudelhof.

Corona-Testzentren in Bad Nauheim und Reichelsheim testen auch die ganz Kleinen

Fuchshuber bietet angesichts der aktuellen Entwicklungen Schnelltests in seinen Praxen an, verweist aber auch auf die eingerichteten Testzentren. »Es kommen teilweise ganze Familien für einen Abstrich, das erhöht das Ansteckungspotenzial für alle Beteiligten. Daher lassen wir wenn möglich auch unsere Patienten in den Testzentren testen«.

Sowohl in Bad Nauheim, als auch in Reichelsheim würden auch schon sehr kleine Kinder getestet. Der sogenannte nasale Antigen-Test ist laut Fuchshuber für die kleinen Bürger am besten geeignet: Der Abstrich wird dabei im vorderen Nasenbereich in einer Tiefe von 2 bis 2,5 Zentimetern vorgenommen - so bleiben Begleiterscheinungen wie Husten, Niesen und ein Würgereflex aus.

Trotz negativen Tests in der ganzen Familie rät Kinder- und Jugendmediziner Fuchshuber von einem Osterbesuch bei den Großeltern ab, sofern diese noch nicht geimpft seien. »Ostern ist das Fest, an dem wir uns gern mit allen Generationen treffen wollen. Ich empfehle in jedem Fall, dass sich Eltern und Kinder vor einem Besuch der Großeltern testen lassen.« Trotzdem dürfe man das verbleibende Infektionsrisiko nicht unterschätzen. »Ein negatives Ergebnis schließt eine erst kürzlich erfolgte Infektion mit dem Coronavirus nicht aus. Man könnte es also trotzdem verbreiten.«

Zusammenkünfte an den Osterfeiertagen

Wer über die Feiertage seine Familie besuchen möchte, kann dies unter den geltenden Corona-Kontaktregeln tun: Private Zusammenkünfte sind im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt erlaubt, jedoch dürfen es insgesamt nicht mehr als fünf Personen sein. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Unverheiratete Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie nicht zusammenwohnen.

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