Das Ordnungsamts kontrolliert, ob die Maskenpflicht eingehalten wird.	SYMBOLFOTO: DPA
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Das Ordnungsamts kontrolliert, ob die Maskenpflicht eingehalten wird. SYMBOLFOTO: DPA

226 Bußgelder verteilt

Corona-Regeln im Wetteraukreis: Halten sich die Bürger an die Maßnahmen?

  • VonSophie Mahr
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Auch Ende November sind keine Lockerungen der Corona-Regeln in Sicht. Polizei und Ordnungsämter berichten von besonnenen Bürgern, aber auch von »Corona-Partys«.

Nicht jeder hält sich an die aktuellen Bestimmungen. Am Freitag, 20. November, habe es gleich zwei »Corona-Partys« im Wetteraukreis gegeben, sagte Corina Weisbrod von der Pressestelle der Polizei in Friedberg. Eine Geburtstagsfeier in einer Grillhütte in Karben sei ebenso von der Polizei aufgelöst worden wie eine Feier in Dortelweil. Auf die Verstöße aufmerksam gemacht wurde die Polizei durch Hinweise aus der Bevölkerung. »Ich möchte niemanden zum Denunziantentum aufrufen, aber es ist wichtig, dass wir uns alle an die Regeln halten, so schwer es auch ist. Nur wenn sich alle daran halten, können wir zu Lockerungen übergehen«, sagt Weisbrod.

Corona-Regeln im Wetteraukreis: Die Menschen haben bisher sehr gut mitgemacht

Bisher habe es ca. 360 verfolgte Verstöße gegen die Corona-Regelungen gegeben, wie der Wetteraukreis mitteilt. Es seien 226 Bußgelder mit einer Gesamtsumme von 56 000 Euro verhängt worden. Die Bußgelder liegen zwischen 50 und 2500 Euro.

»Die Menschen haben bisher sehr gut mitgemacht«, sagt Herbert Unger, Bürgermeister der Stadt Florstadt. Ordnungsämter und Bürgermeister verschiedener Städte und Gemeinden im Wetteraukreis beschreiben ein ähnliches Bild. »Seit Beginn der Pandemie kam es immer wieder vereinzelt zu kleineren Verstößen«, sagen Bad Nauheims Erster Stadtrat Peter Krank und Stefan Reichert, Fachdienstleiter für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz. Dem kann Jürgen Schlerf, Leiter des Ordnungsamtes in Friedberg, nur zustimmen. »Bisher halten sich die Verstöße im Rahmen.« Auch Eike See, Bürgermeister von Wölfersheim, und Yannick Schwander, Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel, teilen diese Einschätzung.

Corona-Regeln in der Wetterau: Ämter setzen auf Dialog

Meist kontrollieren die Ordnungsbeamten bei ihren normalen Kontrollgängen zusätzlich, ob auch die Corona-Regeln eingehalten werden. Bei Fehlverhalten, wie beispielsweise fehlender Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Wochenmarkt, würden die Ordnungsbeamten die Personen darauf hinweisen, erklären Krank und Reichert. »Oftmals hat sich die Verordnungslage auch derart oft und schnell geändert, dass die Bürger sich teilweise überhaupt nicht bewusst waren, gerade etwas Falsches zu tun oder eine Regelung zu missachten. Wir haben hier grundsätzlich auf den Dialog gesetzt, um möglichst Bußgelder zu vermeiden.« In Bad Nauheim gibt es zusätzlich noch Sonderdienste für die Abend-, Nachtstunden und Wochenenden. »In Sonderdiensten werden gezielte Kontrollen durchgeführt. Beispielsweise hinsichtlich der Kontaktbeschränkungen in Parks und Anlagen oder in der Gastronomie.«

Auch Jürgen Schlerf ist dafür, es zunächst mit Ermahnungen zu probieren. »Wenn die Regeln dann immer noch nicht eingehalten werden, geht es an die Behörde. So ist es eine faire Sache.« Überwiegend kämen die Angesprochenen den Aufforderungen nach. Nur manchmal gebe es Diskussionen. Es sei effektiver, den Bürgern verständlich zu machen, warum sie sich daran halten sollten, als einfach Bußgelder zu verteilen. Schlerf: »Wenn man wirklich möchte, gibt es immer eine Möglichkeit sich an die Regeln zu halten. Zur Not wechselt man die Straßenseite, um den Abstand einzuhalten.« Dass auch manche ihre Mitmenschen auf ein Fehlverhalten aufmerksam machen würden, sei eine Hilfe für die Ordnungspolizei, sagt der Leiter des Ordnungsamtes in Friedberg.

Corona-Regeln im Herbst: Weniger Verstöße als noch im Lockdown im März

In Wölfersheim gebe es eine enge Zusammenarbeit mit den dort ansässigen Unternehmen und Gaststätten, sagt der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See. Diese würden Feedback aus der Bevölkerung geben. Mit nur einer Person im Ordnungsamt sei es nicht so einfach, alles abzudecken.

See berichtet, dass die meisten Verstöße in Wölfersheim zu Beginn des Lockdowns im März zu beobachten waren. Ein prägnantes Beispiel ist eine Gruppe, die am Wölfersheimer See den Vatertag gefeiert hatte. Dort kam es dann zu einem Polizeieinsatz. Auch Yannick Schwander hat den Eindruck, dass es im aktuellen Teil-Lockdown weniger Verstöße gibt als noch im Frühjahr.

Gefälschte Atteste, nächtliche Veranstaltungen und offene Fitnessstudios

Das bestätigt auch der Wetteraukreis. Im März seien Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen zumeist von jungen Menschen begangen worden, heißt es. Nach dem Lockdown habe es auch zahlreiche Verstöße in Gaststätten und Geschäften gegeben. »Der Betreiber eines Lebensmittelgeschäfts in Friedberg hat drei Bußgeldbescheide bekommen, der letzte über 2300 Euro. Inzwischen werden dort die Regelungen aber eingehalten.«

Und wie ist es mit der Maskenpflicht? »Hier wurden den Kontrollorganen und unserer Behörde auch schon gefälschte Atteste beziehungsweise erkennbare Gefälligkeitsatteste vorgelegt, die den Inhaber von der Maskenpflicht befreien sollen.« Aktuell prüfe der Wetteraukreis in einem Bußgeldverfahren eine nächtliche Veranstaltung in einer Shisha Bar sowie die unzulässige Öffnung eines Fitnessstudios.

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