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Immunkarte: Corona-Impfnachweis als Scheckkarte auch in Wetterauer Apotheken

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Von: Sebastian Schmidt, Sophie Röder

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Immunkarte in einer Apotheke.
Die sogenannte Immunkarte ist eine Alternative zum digitalen Impfzertifikat. Für 9,90 Euro ist sie in vielen Wetterauer Apotheken erhältlich. © Oliver Schepp

Fast überall muss der Corona-Impfstatus vorgezeigt werden. Für Menschen ohne Handy gibt es eine Scheckkarte dafür. Die gibt es nun auch in Wetterauer Apotheken.

Wetteraukreis – Ob fürs Restaurant, Kino oder Fitnessstudio: Kunden müssen ihren Corona-Impfstatus nachweisen. Aber wie machen das Menschen, die kein Smartphone haben? Vor dem Betreten des Restaurants sieht man die Menschen mit ihren Smartphones hantieren. Sobald sie an der Reihe sind, rufen die anstehenden Kunden in einer App das Impfzertifikat auf den Bildschirm, um nach Überprüfung des Personalausweises eintreten zu dürfen. Mittlerweile Standard – nicht nur in der Gastronomie.

Es gibt aber auch Menschen, die kein Smartphone besitzen. Die müssen entweder das ausgedruckte EU-Zertifikat mit sich führen, das sie vom Impfarzt oder einer Apotheke erhalten haben, oder gleich den gelben Impfpass.

Corona-Impfzertifikat auf der Scheckkarte: Hohe Nachfrage in der Wetterau

Mehrere Apotheken im Kreis bieten eine handlichere Alternative an: Impfnachweise im Scheckkartenformat. Die stammen meist vom Anbieter Immunkarte und kosten im Gegensatz zum ausgedruckten Zertifikat oder dem Impfpass Geld. Trotzdem werden sie nachgefragt.

9,90 Euro kostet die blaue Plastikkarte. Auf der einen Seite steht „EU-Covid-19 Impfzertifikat“ und auf der anderen ein QR-Code, der Name und das Geburtsdatum der Person, für die die Karte ausgestellt wurde. Der QR-Code ist derselbe, den die Apotheken auch kostenlos ausdrucken und der bei einer Überprüfung, zum Beispiel durch die oft benutzte CovPass-App, zum digitalen Covid-Zertifikat der EU führt.

„Wir haben die Karte schon oft bestellt“, sagt Gabriele Koch von der Linden-Apotheke in Echzell. Die Immunkarte könne dort seit September erworben werden. Sie sei vorwiegend für Menschen ohne Smartphone gedacht gewesen.

Auch junge Menschen in der Wetterau sehen Vorteile der Karte als Corona-Impfzertifikat

„Es nutzen neben Senioren und Kindern aber auch viele die Karte, die das Smartphone nicht so oft benutzen wollen“, sagt Koch. Auch sie selbst habe auf die Karte umgestellt. In der Linden-Apotheke seien inzwischen über 1100 Immunkarten verkauft worden – die meisten im Januar. Die Karte habe noch weitere Vorteile: „Sie wird EU-weit anerkannt und funktioniert auch dann, wenn das Handy mal kein Netz hat oder der Akku leer ist“, sagt Koch.

Auch in der Apotheke im Brunnen-Center in Bad Vilbel sei die Nachfrage ungeheuer. „Es sind fast alle Altersklassen“, sagt Filialleiterin Sigrid von Lospichl. Auch sie habe sich eine Karte machen lassen. „Es ist einfach praktischer. Es dauert immer, bis ich die App geöffnet habe. Dann brauche ich noch den Ausweis. Während man diesen herausholt, fällt vielleicht noch das Handy hin. Die Karte steckt im Portemonnaie hinter dem Ausweis, und man hat beides griffbereit.“ Ihr sei aufgefallen, dass einige Kunden sich für diese Option entscheiden würden, weil sie oft unterwegs seien und ihren Nachweis häufig zeigen müssten.

Die Kunden könnten in der Apotheke im Brunnen-Center wählen, ob sie die Immunkarte dort abholen oder per Post zugeschickt bekommen wollen. Insbesondere vor Weihnachten sei die Nachfrage so hoch gewesen, dass die Lieferzeit von einer auf drei Wochen angestiegen sei. Inzwischen betrage diese wieder rund eine Woche.

Corona-Impfzertifikat aus der Apotheke: Teilweise Rabatt auf Folgekarte in der Wetterau

Doch auch einen Nachteil sprechen beide Apothekerinnen an: Es könne immer nur ein Code auf die Karte gedruckt werden. Das heißt, sobald durch eine Booster-Impfung ein neuer Code generiert wird, benötigt man eine aktualisierte Karte. Auf diese gebe es jedoch Rabatt: Die Folgekarte kostet 7,40 Euro. Der Rabatt sowie der Ursprungspreis beziehen sich auf die Empfehlungen des Anbieters. Laut Angaben des Herstellers verdienen die Apotheken 3 Euro pro verkaufter Karte.

In Bad Nauheim könnten Kunden der Kur-Apotheke bereits seit August ihren Impfnachweis im Scheckkartenformat erhalten, sagt Apotheker Peter Müller-Rose. Doch heißt sie dort „Immune-ID“ und stammt von einem anderen Anbieter. Auch optisch unterscheidet sich diese Karte von der Immunkarte: So ist sie türkis statt blau und nicht aus Plastik, sondern aus einlaminiertem Papier. Funktion und Preis sind jedoch gleich.

Corona-Impfzertifikat als Scheckkarte: Zur Überprüfung reicht Code und Personalausweis

Allerdings gebe es hier bei einer Folgekarte keinen Rabatt. Wie bei den anderen Apotheken sei die Nachfrage im Dezember und Januar stark angestiegen, sagt Müller-Rose. Als Ursache vermuten alle drei die Booster-Impfungen. Im Gegensatz zu den anderen fragten bei Müller-Rose überwiegend Senioren oder Eltern für ihre Kinder nach der Karte.

Theoretisch kann man für wenige Cent das eigene Impfzertifikat kopieren, den QR-Code ausschneiden und in den Geldbeutel stecken. Denn Code und Personalausweis reichen zur Überprüfung des Impfstatus aus. So seriös wie eine Scheckkarte sieht ein solcher Zettel aber nicht aus, und es besteht das Risiko, dass ein Sicherheitsmitarbeiter die Lösung nicht akzeptiert.

Corona-Impfung in Wetterauer Apotheke möglich

Seit Dienstag (08.02.2022) können auch Apotheken Corona-Schutzimpfungen vornehmen. Bisher machen nach Informationen des hessischen Apothekerverbandes 114 Apotheken hessenweit mit, davon auch eine im Wetteraukreis: die Limes-Apotheke in Rosbach. Über ein Internetportal können Interessierte die nächstgelegene impfende Apotheke kreisübergreifend in Erfahrung bringen: mein-apothekenmanager.de (Sophie Mahr und Sebastian Schmidt)

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