Einer von weltweit nur 61 Passagieren, die zu diesem Zeitpunkt auf einem Kreuzfahrtschiff Urlaub gemacht haben, war Roland Berg aus der Wetterau. Im Hintergrund das nagelneue Hurtigruten-Schiff "Fridtjof Nansen".
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Einer von weltweit nur 61 Passagieren, die zu diesem Zeitpunkt auf einem Kreuzfahrtschiff Urlaub gemacht haben, war Roland Berg aus der Wetterau. Im Hintergrund das nagelneue Hurtigruten-Schiff »Fridtjof Nansen«.

Hurtigruten

Hurtigruten-Kreuzfahrt trotz Corona – Unvergessliche Tour für Paar aus der Wetterau

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Ewig träumten Ronald Berg und seine Frau von einer Hurtigruten-Fahrt. Trotz Corona-Krise konnte das Paar reisen, auf dem einzigen Kreuzfahrtschiff, das weltweit unterwegs war: Die „Fridtjof Nansen“ machte einen Traum wahr.

  • Eine Hurtigruten-Fahrt ist für viele Kreuzfahrt-Fans ein Traum.
  • Die Corona-Krise machte einem Paar aus der Wetterau zunächst einen Strich durch die Rechnung.
  • Doch am Ende stand eine ganz besondere Kreuzfahrt für die Hurtigruten-Interessierten.

Münzenberg - Schon seit vielen Jahren hatten Ronald Berg, Vorsitzender der Freien Wähler Wetterau, und seine Frau einen besonderen Reiseplan: Sie wollten eine Fahrt auf der traditionsreichen Postschifflinie Hurtigruten (Norwegen) unternehmen. Aus Kostengründen hatte das Ehepaar aus Münzenberg seinen Plan aber lange vor sich hergeschoben. »Im Januar stolperte meine Frau über ein besonderes Angebot«, erzählt Berg. Inklusive hinzugebuchter Ausflugsziele kamen die Bergs trotz günstiger Kabine im Unterdeck am Ende dennoch auf eine ordentliche Summe. »Aber wir wollten unseren Traum nicht wieder schieben und buchten endlich diese Reise«, erzählt Berg über die Kreuzfahrt-Pläne.

Sie sollte am 13. Juli beginnen, doch als die Corona-Pandemie zuschlug, stand plötzlich alles in den Sternen. Regelmäßig verfolgte Berg, der als selbstständiger Finanzdienstleister in Bad Nauheim arbeitet, die Neuigkeiten auf der Hurtigruten. Als Anfang Juni die ersten Lockerungen in Deutschland kamen, keimte zunächst Hoffnung auf, doch dann wollte Norwegen die Grenzen erst am 15. Juli öffnen. »Ich war wie vor den Kopf gestoßen, weil unser Traum zu zerplatzen schien«, blickt Berg zurück. Das Schiff fuhr zwar wie geplant am 13. Juli ab, doch ohne deutsche Passagiere.

Hurtigruten und Corona: Auf nagelneuem Expeditionsschiff „Fridtjof Nansen“ trotz Krise

Daraufhin machte das Hurtigruten-Unternehmen dem Paar das Angebot, zum Schnäppchenpreis auf dem nagelneuen Expeditionsschiff »Fridtjof Nansen« ab Hamburg bei dessen zweitem Einsatz zu reisen: als Kreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde bis zum Nordkap. Berg sagte zu, hoffte, dass nichts mehr dazwischenkäme. »Als drei Tage vor der Reise per E-Mail die Unterlagen zugesandt wurden, war die Erleichterung groß, und die Koffer konnten endlich wieder vom Speicher geholt werden.«

Mit dem Auto ging es nach Hamburg, zu Fuß bis zur Anlegestelle. »Am Terminal herrschte so gut wie kein Betrieb, bei der Abfertigung war Maskenpflicht und Sicherheitsabstand gefordert. Es zog sich etwas, trotz der wenigen Passagiere, weil alle einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen mussten. Wir wurden nach Medikamenten gefragt, und bei jedem Passagier wurde Fieber gemessen.« Im zweiten Check vor der Hurtigruten-Tour sei es zur üblichen Sicherheitskontrolle wie am Flughafen gekommen. »Ich dachte nur: Was wäre das für ein Aufwand gewesen, wenn über 500 Passagiere eingecheckt hätten und nicht nur 61, wie ich auf Nachfrage erfuhr.«

Es sei wie eine kleine, bescheidene Reisegruppe auf einem riesigen Schiff gewesen. Da die untere Etage für eventuelle Quarantänefälle freigehalten wurde, bekam das Paar ohne Aufpreis eine bessere Kabine. Auch sonst genossen Bergs viel Luxus, der unter Nicht-Corona-Verhältnissen wohl kaum erschwinglich gewesen wäre. Obwohl das neue Hurtigruten-Schiff »Fridtjof Nansen« nur eine einzige Kreuzfahrt hinter sich hatte, sei alles sehr professionell zugegangen: vom Essen über den Service bis zum Expeditionsteam, einer Mischung aus Abenteurern und Wissenschaftlern. »Jeder Tag war ein Ereignis mit vielen Höhepunkten. Langeweile Fehlanzeige.« Tägliche Ausflüge mit den Tenderbooten, um die Fjorde auszukundschaften, seien besondere Erlebnisse gewesen.

Bei Rückkehr von Hurtigruten-Tour stehen Wetterauer im Fokus der Presse

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mussten - je nach Recht des jeweiligen Hoheitsgewässers - die entsprechenden Regeln eingehalten werden. Berg: »In deutschen Gewässern bestand Maskenpflicht und Mindestabstand von 1,5 Metern. In internationalen Gewässern hängt es davon ab, unter welcher Flagge das Schiff fährt. In Norwegen galt der Mindestabstand von einem Meter und keine Maskenpflicht.« Beim Einstieg in die Boote musste die Maske allerdings getragen werden, da die Crew behilflich gewesen sei.

Am Ende der Kreuzfahrt stand das Ehepaar sogar im Fokus der Presse, denn Hurtigruten hatte die Vorreiterrolle in der Kreuzfahrtbranche übernommen. Das Schiff, auf dem die Bergs ihren Urlaub verbracht hatten, war in diesem Moment das einzige Kreuzfahrtschiff weltweit, das auf den Meeren unterwegs war. Ein Team von »Bild der Frau« fing das Paar deshalb bei der Rückkehr ab und führte ein Interview.

Zur Person:

Ronald Berg ist 54 Jahre alt, verheiratet, Vater dreier mittlerweile erwachsener Kinder und lebt in Münzenberg. Er ist Vorsitzender der Freien Wähler Hessen, Wetterau und Münzenberg. Außerdem ist er Fraktionsvorsitzender in Münzenberg und Kreistagsabgeordneter. Beruflich betreibt Berg ein Büro für Vermögensberatung und Versicherungen in Bad Nauheim.

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