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"Friedberger Fensterzauber"

Clowns und Jazzmusiker: Openair-Konzert vor Friedberger Seniorenheim

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"Wir machen Musik, da geht Euch der Hut hoch!" Bei dem Hit von Ilse Werner sangen die Bewohner des Caritaszentrums St. Bardo begeistert mit. 

Bunt schimmernde Seifenblasen schwebten über den Hof zwischen dem Haupteingang des Altenheims St. Bardo und dem Betreuten Wohnen. Die beiden "Kleeblatt-Clowns" Hildegard Luzius und Ullrich Hainke alias "Madame Pauline" und "Dr. Hopper" tanzten im Walzertakt zu den Klängen von "Wiener Blut", und weil Seifenblasen nicht nur Kinder zum Staunen bringen, durften Bürgermeister Dirk Antkowiak, Ortsvorsteher Norbert Simmer und Kämmereileiter Joachim Böhmerl bei der "Produktion" dieser zerplatzenden Träume helfen.

Das Publikum auf den Balkonen und den Bänken im Hof war begeistert.

Selbstverständlich hatten die Clowns für den Walzer ein Maßband mitgebracht: Bei 1,50 Meter Abstand leidet zwar die Haltungsnote, aber der Spaß ist garantiert. Klinikclowns seien bei der Arbeit in Krankenhäusern und Altenheimen auf die Interaktion mit den Menschen angewiesen, sagt Hainke. Berührungen sind dabei ganz wichtig. Das ist zur Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Umso mehr freuten sich er und Luzius über die von der Stadt Friedberg initiierte Reihe "Friedberger Fensterzauber".

Friedberger Fensterzauber: Viele Künstler haben sich gemeldet 

Die neue Stadthallenleiterin Nicole Schreier hat das Programm auf die Beine gestellt. Die Künstler treten kostenlos auf. Es gehe darum, den Menschen in Altenheimen eine Abwechslung zu bieten, sagt Schreier.

Den quasi inoffiziellen Auftakt dieser Open-Air-Konzerte hatte Wigbert Dönni vor gut drei Wochen bestritten, der Leiter des Seniorenzentrums, der ein erstklassiger Saxofonist ist. Wenige Tage drauf gaben der Liedermacher Martin Schnur und der Autor dieser Zeilen ein spontanes Balkonkonzert mit Volksliedern und hessischem Blues.

Sänger André Hädicke (l.) und Saxofonisten Tobias Rüger eröffneten den "Fensterzauber".

Prima Idee, das bauen wir aus, dachte man sich bei der Stadt. Viele Künstler hätten sich gemeldet, erzählt Schreier. Bürgermeister Antkowiak versprach, der "Fensterzauber" werde fortgesetzt. Auch der Hof des Erasmus-Alberus-Hauses bietet sich dafür an.

Den ersten "Fensterzauber" eröffneten der aus Dorn-Assenheim stammende Musicaldarsteller und Sänger André Hädicke, der mit Megafon "Die Moritat von Mackie Messer" sang, begleitet von dem Frankfurter Saxofonisten Tobias Rüger. "Wir haben über Facebook von der Veranstaltung gehört und machen da gerne mit. Das ist unsere gute Tat", grinste Hädicke, bevor die beiden Musiker den nächsten Evergreen anstimmten.

Friedberger Fensterzauber: Jugendlicher der Musikschule jazzen

Das Publikum auf den Balkonen und den Bänken im Hof war begeistert, schwenkte die Arme und sang mit. Auch für die Jugend-Jazzband "Scaling Five" war der Auftritt, wie Musiklehrerin Corinna Danzer sagte, "eine Win-Win-Situation": Man mache den Bewohnern des Seniorenzentrums eine Freude und habe endlich wieder selbst die Gelegenheit, in der Band zusammenzuspielen. Blasinstrumente in geschlossenen Räumen - das soll der Eindämmung des Virus nicht gerade förderlich sein.

Die Jugend-Jazzband "Scaling Five" hat es den Senioren besonders angetan. 

Im Freien aber ist das kein Problem. Mit zwei Saxofonen, Bass, E-Piano und dem Cajon für den Rhythmus spielten die fünf jungen Musiker Jazzklassiker wie das berühmte "Blues Brothers"-Thema "Peter Gunn" oder den groovigen "Watermelon Man". Dabei stach der Jüngste des Quintetts heraus, der nach eigenen Worten "über zehneinhalbjährige" Mika Mai, der mit so viel Groove, Gefühl und Fingerfertigkeit das Piano bediente, das man staunte und der Bürgermeister eine Solo-Zugabe forderte.

Der Anfang des Konzert verzögerte sich durch einen Krankenwagen. Am Ende wurde aus dem geplanten 45-minütigen "Fensterzauber" eine einstündige Mini-Revue, die den Bewohnern des Seniorenzentrums viel Freude bereitete und noch einige Tage für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

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