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CDU-Politiker über Unterbringung von Geflüchteten in der Wetterau:»Seit einem Jahr alles getan«

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Von: Christoph Agel

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Neben dem Recyclinghof in Dorheim werden Container für Geflüchtete aufgestellt. © Nicole Merz

Die Aufnahme von Geflüchteten bewegt auch in der Wetterau die Politik. Nun meldet sich Mario Beck, der stellvertretender Vorsitzender der CDU Wetterau, zu Wort.

Nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder über die Container diskutiert worden ist, die derzeit neben dem Recyclinghof in Friedberg-Dorheim entstehen und in denen Geflüchtete untergebracht werden sollen, nimmt nun Mario Beck, stellvertretender Vorsitzender der CDU Wetterau, zur Flüchtlingssituation insgesamt in der Wetterau Stellung - und weist Kritik seitens des ehemaligen Landrats Rolf Gnadl (SPD) zurück, der deutliche Worte zum Standort für die Unterkunft gefunden hatte.

In der Samstagausgabe der WZ wurde der Sozialdemokrat unter anderem mit folgenden Worten zitiert: »Menschen, die Kriegen wie in Syrien, Ukraine oder Afrika entflohen sind, die die Strapazen durch die Sahara, über das Mittelmeer oder den Balkan bewältigt, Erniedrigung und Ausbeutung ausgehalten haben, setzt man nicht in Container neben einer Abfallanlage. Das gehört sich nicht! Aber für den Wetteraukreis heiligt der Zweck offenbar die Mittel.«

Christdemokrat Mario Beck betont in seiner Pressemitteilung die großen Herausforderungen durch die hohe Zahl der in der Wetterau ankommenden Geflüchteten und den Einsatz des Kreises, diesen Menschen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. »Corona, der Ukraine-Krieg und jetzt neue weltweite Migrationsbewegungen, das alles zusammen bedeutet auch für uns vor Ort horrende Herausforderungen. Im Wetteraukreis hat die Koalition aus CDU und SPD gemeinsam seit einem Jahr alles getan, um ausreichend Unterkünfte für die Geflüchteten zur Verfügung stellen zu können«, schreibt Beck. »Kurzfristig konnten dafür im ganzen Landkreis zahlreiche Objekte angemietet und genutzt werden. Beispielsweise wurden und werden in der Friedberger Kaserne mit großem Aufwand zwei Gebäude bewohnbar gemacht, das frühere Jugendgästehaus Hubertus wurde ertüchtigt, Grundstücke des Kreises wurden nutzbar gemacht, Verwaltung ausgelagert und ein leer stehendes Hotel angemietet. Das alles auch, um die Städte und Gemeinden zu entlasten.«

Lang andauernde Baustelle in Kaserne

Eine einfache Weiterleitung der Geflüchteten an die Städte und Gemeinden solle so lange wie möglich vermieden werden. Bei der kurzfristigen Erhöhung der Zahlen auf bis zu 90 Personen pro Woche im Wetteraukreis sei das aber nicht auf Dauer durchzuhalten. Die Entwicklung bis Jahresende sei zudem völlig offen.

In diesem Zusammenhang müsse auch berücksichtigt werden, dass nur die Bewohnbarmachung eines der maroden Gebäude in der Kaserne aktuell fast eineinhalb Jahre dauere und damit gerade mal rund 170 Plätze geschaffen werden könnten.

Beck weiter: »Damit wird klar, dass bei den aktuellen Flüchtlingszahlen auch solche Kapazitäten schnell erschöpft sind. Eine Situation, wie sie aktuell in ganz Deutschland herrscht.« In dieser Krise arbeite die Kreis-Koalition gut zusammen. Gemeinsam mit der SPD setze die Union auf Dialog mit den Städten und Gemeinden, parteipolitische Zugehörigkeit dürfe keine Rolle spielen. »Denjenigen, die sich hier vereinzelt kritisch öffentlich geäußert haben, wie beispielsweise ein Ex-Landrat, sei empfohlen, sich künftig vorab und vertrauensvoll an die zuständige SPD-Dezernentin aus den eigenen Reihen zu wenden, um sich informieren zu lassen«, verweist Beck auf die formale Zuständigkeit von Stephanie Becker-Bösch. »Einseitige Diskreditierung ist in dieser Situation völlig unangebracht.«

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