"Als Schwarzer ins Grüne", kommentiert CDU-Kandidat Armin Häuser seinen Wahlkampftermin im Wald bei Ober-Mörlen.Trotz der politischen Großwetterlage hat der 57-Jährige Humor und Optimismus nicht verloren.
+
»Als Schwarzer ins Grüne«, kommentiert CDU-Kandidat Armin Häuser seinen Wahlkampftermin im Wald bei Ober-Mörlen.Trotz der politischen Großwetterlage hat der 57-Jährige Humor und Optimismus nicht verloren.

Wahl am 26. September

Bundestagswahl-Kandidat Armin Häuser (CDU): Optimistisch trotz Umfragetief

  • Bernd Klühs
    VonBernd Klühs
    schließen

CDU-Bundestagskandidaten haben es gerade schwer - die Partei steckt im Umfragetief. Armin Häuser, der das Wetterauer Direktmandat holen will, gibt sich gleichwohl optimistisch.

Friedberg – Im Wahlkampfmodus befindet sich Armin Häuser bereits seit Mai. Oft zieht er von Haus zu Haus, um mit den Wählern ins Gespräch zu kommen - eine Methode, die er vor zehn Jahren als Bürgermeister-Kandidat in Bad Nauheim schon mal erfolgreich praktiziert hat. »In Pandemie-Zeiten ist das nicht ganz einfach. Aber die Leute wissen, wen sie vor sich haben und lassen mich rein. Manchmal bekomme ich sogar einen Kaffee«, sagt Häuser schmunzelnd. Gerade steht der wahlkämpfende CDU-Bundestagskandidat allerdings nicht vor einer Haustür, sondern auf einer Waldlichtung, macht sich ein Bild von der Zerstörung, die Trockenheit und Borkenkäfer angerichtet haben.

Auch das ist der ländliche Raum, der nach Ansicht des 57-Jährigen in der Bundespolitik manchmal etwas zu kurz kommt. »Der Berliner Blase muss bewusst werden, dass es auch außerhalb der Metropolen ein Leben gibt«, betont der gebürtige Nieder-Weiseler, der nach kommunalpolitischen Stationen in Nidda, Bad Nauheim und im Kreistag jetzt auf der nationalen Politebene mitmischen möchte. Auch als Interessenvertreter der Wetterau, der er als Kreistagsvorsitzender - selbst bei einem Erfolg am 26. September - weiter verbunden bleiben möchte.

CDU-Kandidat für Bundestagswahl in der Wetterau: Politik nicht auf dem Rücken der Kommunen betreiben

Seinen Wahlkreis sieht Häuser als »spannende Region« - eher strukturschwache und dünn besiedelte Kommunen im Osten, im Gegensatz dazu prosperierende Kommunen entlang der A 5. Themen wie Digitalisierung, Städtebau, Gesundheitsversorgung und Landflucht seien für diesen und ähnliche Landkreise von besonderer Bedeutung.

Dazu zählt er zudem die Förderung mittelständischer Unternehmen, die das Rückgrat unserer Gesellschaft bildeten. In Berlin will er darauf achten, dass Politik nicht auf dem Rücken der Kommunen betrieben wird. »Ein Beispiel ist die Förderung der Kinderbetreuung. Die Beschlüsse des Bundestages waren sehr sinnvoll, ihre finanziellen Folgen lasten aber zum großen Teil auf den Schultern der Städte und Gemeinden.«

Sollte er den Einzug in den Bundestag schaffen, würde der verheiratete Vater von zwei Teenagern gerne auf diesen Themenfeldern arbeiten. »Als 57-jähriger Newcomer kann man allerdings nicht frei wählen, muss sich vielleicht für andere Schwerpunkte entscheiden«, sagt der Christdemokrat.

Bundestagswahl im Wetteraukreis: Empfehlung »Armin im Doppelpack«

Obwohl der Wahlkreis Wetterau I laut Häuser »konservativ geprägt« ist und seit 2009 stets an die CDU fiel, kann er in der aktuellen politischen Großwetterlage nicht mit einem Durchmarsch rechnen. Der gelernte Verwaltungsexperte hätte gut mit Markus Söder als Kanzlerkandidat der beiden Schwesterparteien leben können, hält aber auch seinen Namensvetter Armin Laschet »für besser als die anderen Kandidaten«. Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen habe er reichlich Erfahrung in Sachen Strukturwandel gesammelt, die er auf Bundesebene gut nutzen könne.

Lachend empfiehlt Häuser den Wählerinnen und Wählern in der Wetterau »Armin im Doppelpack«. Auf den CSU-Chef ist er dagegen nicht mehr ganz so gut zu sprechen, weil der sich nach der parteiinternen Entscheidung pro Laschet nicht sehr fair verhalten habe.

Bundestagswahl in der Wetterau: Kein sicherer Listenplatz für CDU-Kandidaten

In den Bundestag kann es Häuser nur über die Erststimmen schaffen, denn Platz 19 auf der CDU-Landesliste lässt ihm keine Chance. Der Christdemokrat, der erst 2004 der Partei beigetreten ist, jammert nicht über Umfrageergebnisse, denen er offenbar auch nicht traut. »Die Stimmung ist gut, ich erlebe eine zu 99 Prozent positive Resonanz. Wahlkampf heißt kämpfen. Wenn ich das Mandat nicht gewinne, ist es meine Verantwortung«, sagt Häuser.

Auf die Rückendeckung der Wetterauer Ortsvereine könne er durchweg zählen. Das gelte auch für seinen Wohnort Bad Nauheim, wo er sich während seiner elfjährigen Tätigkeit als hauptamtlicher Wahlbeamter, die 2017 endete, mit Teilen der CDU-Fraktion zertritten hatte. Aus Sicht von Häuser Schnee von gestern. Der neue Vorstand mit Annette Wetekam an der Spitze leiste sehr engagierte Wahlkampf-Unterstützung. Plakate des Kandidaten Armin Häuser hängen in der zweitgrößten Stadt des Wahlkreises tatsächlich überall - der andere Armin ist deutlich weniger häufig zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare