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Matthias Schäfer (l.) und Dr. Heiko Schuck setzen sich für den Erhalt der Hollarkapelle ein.

Burlat-Suche im Kirschenberg

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Obst- und vor allem Kirschenanbauer kennen den Burlat. Es handelt sich um eine zu den Herzkirschen gehörende dunkelrote Süßkirschensorte, die auch im Ockstädter Kirschenberg angebaut wird. Auch Kinder könnten bald etwas mit dem Burlat anfangen, zumindest wenn es nach Matthias Schäfer geht. Der 2. Vorsitzende des Vereins Hollar-Kapellen-Kultur hat mit dem kleinen Burlat, den er kurz Burli nennt, eine Mischung aus Pumuckl und Rumpelstilzchen geschaffen, die seit dem 1.

Mai im Kirschenberg ein Zuhause gefunden hat.

Wer das geheimnisvolle Wesen kennenlernen will, der muss zur Hollarkapelle kommen, sein Handy mitnehmen und die Augen aufhalten. In der Nähe der kleinen Kapelle, für deren Erhalt sich der Verein Hollar-Kapellen-Kultur einsetzt, findet man ein Bild des koboldartigen Geschöpfs, das von Schäfers Tochter Claudia gezeichnet wurde.

Darunter befindet sich ein QR-Code, den man mit dem Handy einscannen kann. Schon öffnet sich eine Audio-Datei mit dem ersten Abenteuer des Burlats. Am Ende jeder Folge befindet sich ein Hinweis, wo im Kirschenberg die nächste Folge zu finden ist.

So sind bislang sieben Abenteuer entstanden, die der kleine Burlat in Ockstadt und dem Kirschenberg erlebt. »Unser Ziel ist es, Kindern das Spazierengehen schmackhaft zu machen. Die Abenteuer informieren nebenbei über Kirschsorten, die Kirschessig-Fliege, Vogelarten im Kirschenberg und vieles andere mehr«, sagte Schäfer am Maifeiertag. Alle Folgen seien informativ, aber auch ganz spannend und lustig.

Eines der ersten Mädchen, die das Burlat-Bild entdeckt haben, war die sieben Jahre alte Pia aus Ockstadt. Zusammen mit Mama Lucia war Pia im Kirschenberg unterwegs. Schnell war der QR-Code eingescannt. »Die Geschichte höre ich mir nachher zu Hause an«, verkündete die Siebenjährige.

Tochter Lena führt die Regie

»Genau so soll es sein«, freute sich Schäfer, der bei der Produktion von seiner Familie und dem Vereinsvorsitzenden Dr. Heiko Schuck tatkräftig unterstützt worden war. »Matthias ist bei uns der kreative Kopf«, meinte Schuck, der in den Hörspielen als Erzähler fungiert.

Schäfer selbst schlüpft in die Rolle von Opa Karl, Ehefrau Sabine ist Oma Eva, und den kleinen Burli spricht Tochter Lena. Die 20-Jährige zeichnet auch für die gesamte Produktion der Hörspiele verantwortlich. »Sie hatte uns bei den Aufnahmen fest im Griff«, meinte Matthias Schäfer und lachte los.

Der ersten Geschichte folgt nun jede Woche eine weitere Folge. Um die nächsten Orte im Kirschenberg, an denen sich die QR-Codes befinden, leichter aufzuspüren, werden in den kommenden Tagen weitere Schilder mit dem Burlat aufgestellt. Darauf weist der kleine Kirschen-Kobold den Spaziergängern den Weg. »Das wird der Burlat-Rundweg«, erläuterte Schäfer, der viele weitere Ideen hat, um Kinder und natürlich auch Erwachsene zum Spazierengehen im Kirschenberg zu animieren.

So sollen nach und nach verschiedene Spazier- und Wander-Lehrpfade rund um die Hollarkapelle entstehen. »In den nächsten Wochen und Monaten werden also noch andere Geschichten auf verschiedenen Rundwegen dazukommen«, erklärte Schäfer, der sich freut, dass bereits mehrere Ockstädter Vereine ihre Unterstützung zugesagt haben.

Wer an Sonn- und Feiertagen an die Hollarkapelle kommt, der kann diese von 14 bis 16 Uhr besichtigen. Vereinsmitglieder sind dann vor Ort und erläutern die verschiedenen Aktivitäten des Vereins, wie den geplanten Umbau des Außengeländes rund um die Hollarkapelle (die WZ berichtete.)

Lucia Gröninger zeigt Tochter Pia den ersten Burlat-QR-Code an der Hollarkapelle.

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