Flüchtlingshilfe

Burgschüler sammeln für Moria und Karatepe

  • vonHarald Schuchardt
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Ein Hilfstransport für die Flüchtlinge in den Auffanglagern Moria und Karatepe auf der Insel Lesbos - das ist das ehrgeizige Ziel des Hilfsprojekts "StayWithMoria" des Friedberger Burggymnasiums.

Du kannst etwas ändern", steht auf den blauen Plakaten der Aktion "StayWithMoria". Die Ursprünge des Projekts liegen im Leistungskurs "Politik-Wirtschaft" - kurz Powi-LK - der Jahrgangsstufe 13 des Friedberger Burggymnasiums, der von Mathias Schäfer, Lehrer für Politik, Wirtschaft und katholische Religion, geleitet wird.

"Wir haben über die Situation der Flüchtlinge gesprochen und beschlossen zu helfen", erzählen Jeanne Röhrig und Benedikt Jakober aus dem Powi-LK am Samstagvormittag vor dem Edeka-Markt von Jürgen Winkes in Ockstadt.

Zusammen mit ihren Mitschülern Marcel Vorstandslechner, Tom Schäfer und Jeanne Röhrig sowie Kim Köppel von der Henry-Benrath-Schule Friedberg bitten die beiden um Sach- und Geldspenden für die Aktion.

Marktinhaber Jürgen Winkes hat dem Informationsstand sofort zugestimmt. "Das ist eine tolle Initiative von jungen Menschen", sagt Winkes, der eine Box hinter dem Kassenbereich seines Marktes aufgestellt hat. "Die Erfahrung zeigt, dass die Kunden schneller etwas geben, wenn sie direkt daran vorbeikommen." In den Verkaufswagen am Infostand legt Winkes zwei Großpackungen Windeln. Gekommen ist auch Mathias Schäfer, der dank seiner Schüler zum Projektleiter wurde.

"Die Resonanz ist sehr gut. In meinem Büro sieht es aus wie in einem Umzugsunternehmen", zieht der Ockstädter ein positives Zwischenfazit der Hilfsaktion, die Anfang November der Öffentlichkeit vorgestellt worden war (die WZ berichtete).

Immer mehr Schulen beteiligen sich

Seitdem hat sich viel getan. "Immer mehr Schulen melden sich und wollen mitmachen", freut sich Schäfer, der in der Gießener Hilfsorganisation "Gain Germany" einen kompetenten Kooperationspartner gefunden hat.

Dieser organisiert den Transport der Hilfsgüter in zwei Lkw, der am 12. Dezember starten wird. Erste Station wird Athen sein, wo die dort oft auf der Straße lebenden Flüchtlinge Pakete erhalten werden. Weitere Kooperationspartner sind der Friedberger Spieleverlag "Pegasus" und die Frankfurter Kommunikationsagentur "von Wegen".

"Einen Wagen wollen wir alleine mit 700 Paketen füllen, fast 200 sind schon gepackt", sagt Schäfer, der sich zuvor beim Bürgertelefon des Landes Hessen erkundigt hat, ob der Transport samt Begleitung sowie die Infostände in Corona-Zeiten überhaupt möglich sind.

"Wir werden da sehr gut beraten", erklärt der Projektleiter, während die fünf Schülerinnen und Schüler Prospekte verteilen und den Kunden ihre Intention erläutern. "Wir wollen die Menschen einfach aufmerksam machen. Das kommt gut an", sagt Tom Schäfer, während er Jana Stein das Projekt erklärt. "Die Idee finde ich gut. So etwas müsste viel öfter gemacht werden. Es gibt so viele Probleme auf der Welt", sagt die Physiotherapeutin und zückt ihre Geldbörse. Zahlreiche Geldspenden wandern in das grüne Spendenschwein, Sachspenden kommen in den Einkaufskorb.

"Ich gebe gerne und spende regelmäßig für die Blindenmission und Ärzte ohne Grenzen", sagt eine Ockstädterin und wirft einen Zehner in das Spendenschwein. "Die Resonanz ist überwiegend positiv", berichtet Benedikt Jakober, auch wenn ihn ein Passant gerade angeraunzt hat: "Geht doch nach Berlin zur Merkel, die hat Geld."

"Das kommt nur selten vor", sagt Jeanne Röhrig. Benötigt werden neben Geldspenden zur Finanzierung des Transports fertig gepackte Weihnachtspäckchen für Kinder, aber auch verschiedene Hygieneartikel, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel. Die Weihnachtspäckchen für die Kinder sollen auch an einer Grundschule auf Lesbos an griechische Kinder verteilt werden.

Auch am nächsten Samstag werden die Schülerinnen und Schüler wieder vor mehreren Verbrauchermärkten über ihre Arbeit informieren und Spenden sammeln. Natürlich auch wieder vor dem Edeka-Markt in Ockstadt.

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