Wegen Corona-Fällen im Friedberger Burggymnasium fordert die Schülervertretung, dass bis zu den Weihnachtsferien kein Präsenzunterricht stattfinden soll. Das Gesundheitsamt lehnt diese Forderung jedoch ab. FOTO: NICI MERZ
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Wegen Corona-Fällen im Friedberger Burggymnasium fordert die Schülervertretung, dass bis zu den Weihnachtsferien kein Präsenzunterricht stattfinden soll. Das Gesundheitsamt lehnt diese Forderung jedoch ab. FOTO: NICI MERZ

Wegen Corona

Burggymnasium: Schüler fordern Distanzunterricht

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Wegen Corona-Fällen am Friedberger Burggymnasium fordert die Schülervertretung Distanzunterricht bis zu den Ferien. Das Gesundheitsamt lehnt diese Forderung jedoch ab.

"Viele Schüler haben immer mehr Angst, sich anzustecken." So beschreibt es die stellvertretende Schulsprecherin des Friedberger Burggymnasiums, Laura Meerwein. Grund für die Sorge sind aktuelle Corona-Fälle unter den Schülern - in der E- sowie in der Q3-Phase. Deswegen fordert die Schülervertretung für die rund 200 Schüler der Jahrgangsstufe 13 Distanzunterricht. Das Gesundheitsamt lehnt die Forderung aber ab.

Am Mittwoch gab es laut Meerwein elf positiv getestete Schüler am Burggymnasium - vier in der E-Phase und sieben in der Q 3. "Tendenz steigend."

Zwar sei der betroffene Leistungskurs komplett in Quarantäne geschickt worden, das bringe jedoch in der Jahrgangsstufe 13 wenig. Denn: Die Schüler haben Unterricht in Kursen (je nach Fach in unterschiedlicher Zusammensetzung) statt in Klassenverbänden. Bedeutet: Schüler aus dem Leistungskurs, der nun in Quarantäne ist, saßen in anderen Fächern mit anderen Schülern zusammen. "Daher bringt es nichts, nur einen Kurs und dann nicht mal den Lehrer, der sie unterrichtet hat, in Quarantäne zu schicken."

In der E-Phase, der elften Jahrgangsstufe, sei das anders: Dort würden die Schüler klassenweise unterrichtet, die betroffene Klasse bekomme aktuell Distanzunterricht.

Da die Schüler der Q3 jedoch wegen der Kurse mehr Kontakte hätten, fordert die Schülervertretung: "Es wäre sinnvoll, die ganze Q3 in Quarantäne zu schicken und nicht nur einen Kurs."

Das sei zum Beispiel auch am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel geschehen: Dort seien vier Personen positiv getestet und danach die ganze Jahrgangsstufe in Quarantäne geschickt worden. "Die Schüler an der Burg fragen sich, warum das bei uns nicht gemacht wird."

Im Gesundheitsamt sei man der Meinung, dass Schulen keine Hotspots seien. "Wie wir am Beispiel unserer Schule sehen, ist dem aber so. Ja, wir tragen Masken. Aber wie viel bringen Masken, wenn wir in den Fluren, die, wenn überhaupt, nur bedingt gelüftet werden können, auf die Lehrer warten?", fragt die stellvertretende Schulsprecherin. Und: "Wo sollen wir in unseren Freistunden hin? Ganz sicher werden wir nicht zwei Stunden bei zwei Grad draußen verbringen. Da wird man zwangsläufig krank. Sollen wir uns in die Flure setzen, in denen sich noch viele andere Schüler/innen bewegen?"

Gerade im Hinblick auf Weihnachten mit den Familien seien viele Schüler besorgt, riefen ständig bei den Schülervertretern an. "Wir wollen unsere Familien, besonders über Weihnachten, nicht anstecken. Immerhin gibt es viele Schüler/innen, deren Eltern Risikopatienten sind."

Die Entscheidung des Gesundheitsamtes, dass die Jahrgangsstufe weiterhin Präsenzunterricht hat, sei für die Schülervertretung nicht nachzuvollziehen. "Sollte es nicht im Interesse des Gesundheitsamtes liegen, dass sich das Virus so wenig wie möglich ausbreitet? Das Virus wird wohl kaum vor den Schultoren haltmachen und beschließen, niemanden anzustecken, weil wir uns dann auf dem Schulgelände befinden."

Kreis weiterhin für Präsenzunterricht

Distanzunterricht bis zu den Weihnachtsferien, wie von der Schülervertretung gefordert, ist aus Sicht des Wetteraukreises allerdings nicht nötig, heißt es auf Anfrage.

Auf die Fragen, warum es weiterhin Präsenzunterricht für die Q3 gibt und was gegen Distanzunterricht spricht, antwortet der Pressesprecher des Wetteraukreises, Michael Elsaß: "Von den sieben Fällen sind die letzten drei erst in der Quarantäne erkrankt. Das heißt, die für die restlichen Mitschüler relevanten Fälle liegen länger zurück oder haben (letzter Fall im Unterricht) nur äußerst wenige enge Kontakte."

Die Situation am Burggymnasium sei bezüglich des Infektionsrisikos nicht so kritisch, dass Distanzunterricht geboten wäre. Ob das bedeute, dass es bis zu den Weihnachtsferien Präsenzunterricht geben werde, "kann man heute noch nicht sagen". Auf die Frage, was der Unterschied zur Bad Vilbeler Schule sei - also wieso eine komplette Jahrgangsstufe bei vier positiven Fällen in Quarantäne geschickt worden sei - heißt es vonseiten des Kreises: Dort sei "der Kontakt in der infektiösen Zeit untereinander stärker" gewesen.

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