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Wie in anderen Schulen, stehen im Burggymnasium Friedberg die Abiturprüfungen an. Doch wie soll das anhand der eher beengten Raumverhältnisse gehandhabt werden?

Burg-Lehrer fordern Impfung

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw/pm). Lehrerinnen und Lehrer des Burggymnasiums haben in einem offenen Brief an Kultusminister Prof. Alexander Lorz (CDU) die sofortige I mpfung gefordert. In dem Schreiben führen sie eine ganze Reihe von Argumenten auf, Lehrkräfte in Oberstufenschulen bei der Priorisierung vorzuziehen.

Das Burggymnasium ist eine von 23 Oberstufenschulen in Hessen, unterrichtet werden die letzten zwei Jahrgänge vor dem Abitur und Abiturienten. Also Jugendliche, die aktuell »mehr als das Fünffache der Infektionszahlen« von Kindern aufweisen. Diese Altersgruppe werde bei den Infektionszahlen nur übertroffen von den 35- bis 59-Jährigen: »Die Hauptaltersgruppe unseres Lehrerkollegiums«, wie es in dem offenen Brief heißt.

Die Situation an vielen Schulen sei prekär, daher wurden Lehrkräfte von Grund- und Förderschulen in die Impfpriorisierungsgruppe 2 eingetuft. »Wir halten diese Einstufung für unsere Schulform, in der die beiden Altersgruppen mit den höchsten Infektionszahlen aufeinandertreffen, ebenfalls für dringend geboten.«

Dafür spreche schon alleine die Raumsituation. 650 Schüler und 70 Lehrkräfte zählt das Burggymnasium. Die Platzverhältnisse dort seien »im Normalbetrieb bereits auf Auslastung angelegt und nahezu ausgeschöpft«.

Seit 22. Februar werden an der Burg zwei von drei Jahrgängen im Präsenzunterricht beschult. Von Normalität könne keine Rede sein. »Für den Unterricht wird die doppelte Anzahl an Räumen gebraucht, denn die Kurse sind auf zwei Räume aufgeteilt. Die Lehrkraft hingegen kann sich nicht teilen, was darin endet, dass sie im Endeffekt nur die Hälfte der Doppelstunde im jeweiligen Raum präsent ist. Um gleichzeitig den Distanzunterricht mit dem dritten Jahrgang aufrechtzuerhalten, fahren wir nach Hause - schließlich braucht man auch dafür Räume und Ausstattung.«

Nun solle auch der dritte Jahrgang zurück in die Schule kommen, mit halbierten Gruppen und folglich mit doppeltem Raumbedarf. »Woher sollen wir diese Räume nehmen?«

Schnelltests seien keine Lösung. Diese würde man dennoch gerne nutzen. »Bislang stehen der Schule aber keine Tests zur Verfügung, und es ist auch niemand vor Ort, der testet.« Nach den Osterferien finden die Abiturprüfungen statt. Die Lehrer fragen sich, wie das unter Corona-Bedingungen gehandhabt werden soll - mit größerem Abstand in mehr Räumen mit mehr Aufsichtspersonen. Das Ansteckungsrisiko würde enorm steigen.

Angst vor der Mutation

»Bei den Prüfungen sind Prüflinge und Prüfer mindestens fünf Zeitstunden gemeinsam in einem Raum - ohne Pause! Belüftungsmöglichkeiten sind je nach Ausstattung der Räume und der Wetterlage eingeschränkt.« Eine halbstündige Pause nach 75 Minuten, wie vom Arbeitsschutz vorgeschrieben, sei für FFP2-Maskenträger dann nicht möglich.

»Weitere Schulöffnungen erhöhen das Ansteckungsrisiko«, heißt es weiter. »Die Inzidenzen steigen schon jetzt, es ist zu erwarten, dass die aggressive Mutante diese Zahlen immer schneller in die Höhe treiben wird, auch ohne Lockerungen.«

Die Lehrerinnen und Lehrer verweisen in ihrem Schreiben an Lorz ausführlich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts und dessen Empfehlung vom 15. März: »Menschenansammlungen - besonders in Innenräumen - sollten möglichst gemieden werden. ... Um die Abiturprüfungen nicht zu gefährden, sind schützende Maßnahmen unerlässlich. Nicht nur ein Impfangebot, sondern auch Impftermine für Lehrkräfte der Sekundarstufe II sind vor den Abiturprüfungen dringend erforderlich.« Mit Blick auf das hohe Ansteckungsrisiko wird gefordert, dass es weiterhin Distanzunterricht an Schulen gibt.

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