hed_bw_060221_4c
+
Verwaltung und Bundeswehr arbeiten in der Corona-Krise zusammen (v.l.): Oberstleutnant d. R. Thomas Meißner, Landrat Weckler und Stabsfeldwebel d. R. Klaus Schutt.

Corona in Altenheimen

Bundeswehr hilft in Wetterauer Altenheimen

  • vonRedaktion
    schließen

Ab nächster Woche werden 54 Soldaten der Bundeswehr in den Wetterauer Altenheimen aushelfen. Wie Landrat Jan Weckler mitteilt, habe er nach einer Abfrage in allen Einrichtungen des Kreises am Donnerstag einen Hilfeleistungsantrag an den Landeskrisenstab abgegeben. Schon am Freitag habe die Genehmigung vorgelegen, teilt Weckler mit.

Wetteraukreis (prw/hed) – Weil alle Senioreneinrichtungen verpflichtet sind, die Mitarbeiter und alle Besucher auf das Coronavirus zu testen, sind einige Einrichtungen an die personellen Grenzen geraten. Der Aufruf zur Gewinnung von zusätzlichem Personal für die Durchführung von Schnelltests ist eine Initiative der Bundesregierung. Der Bund stellt maximal für drei Wochen ab Beginn des jeweiligen Einsatzes Personal der Bundeswehr zur Verfügung. Anschließend soll das Bundeswehrpersonal durch die über den Aufruf gewonnenen Tester ersetzt werden.

Rund 10 000 Bundeswehrangehörige helfen derzeit den zivilen Behörden im Kampf gegen die Pandemie und ihre sozialen Auswirkungen. Insgesamt stehen im Hilfskontingent der Bundeswehr aktuell bis zu 20 000 Soldatinnen und Soldaten bereit. »Für weitere Hilfeleistungen sind noch Reserven verfügbar«, heißt es aus dem Bundesverteidigungsministerium.

Wie Weckler mitteilt, sollen die Soldaten in neun mobilen Trupps mit je sechs Mann eingesetzt werden. Sie würden im Laufe der nächsten Woche ihren Dienst im Wetteraukreis antreten und damit für Testungen in den Einrichtungen zur Verfügung stehen.

Den Hilfeleistungsantrag übergab Weckler an Oberstleutnant der Reserve Thomas Meißner und Stabsfeldwebel der Reserve Klaus Schutt vom Kreisverbindungskommando Friedberg, die erstmals an einer Sitzung des Krisenstabs teilnahmen. Zuvor hatte der Wetteraukreis das Angebot der Bundeswehr, bei der Kontaktverfolgung von Corona-Fällen zu helfen, abgelehnt. Laut Weckler hat man das Personal im Gesundheitsamt auf 80 Mitarbeiter (zwei Drittel kommen aus anderen Bereichen) aufgestockt und kann mittlerweile wieder sämtliche gemeldeten Kontakte nachverfolgen.

Weckler: »Unser Ziel ist es, die Soldaten in geografischer Nähe zu den Einsatzorten unterzubringen. Größere Einrichtungen sollen dabei fest zugeordnete Trupps bekommen. Kleinere Einrichtungen könnten auch mit einer geringeren Anzahl von Soldaten unterstützt werden.«

Die Kosten für die Unterbringung und die Versorgung der Soldaten übernimmt zunächst der Wetteraukreis. Sie sollen später durch den Bund erstattet werden.

Einsatz auf drei Wochen begrenzt

Für die Soldaten gebe es zunächst eine Schulung für ihre Hauptaufgabe: die Durchführung der Schnelltests an Besuchern und Pflegepersonal. Ihr Einsatz ist zunächst auf drei Wochen begrenzt. »Wir hoffen aber, dass diese Einsatzzeit auch verlängert werden kann«, sagte Weckler, der den beiden Bundeswehrvertretern für die angekündigte Unterstützung dankte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare