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Eines der Betätigungsfelder der potenziellen Stabsstelle: Artenvielfalt auf öffentlichen Flächen.

BUND fühlt Parteien auf den Zahn

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Friedberg/Bad Nauheim (pm). »Brauchen wir eine Stabsstelle Umwelt- und Naturschutz in Friedberg und Bad Nauheim?« - mit dieser Frage trat der BUND-Ortsverband Friedberg und Bad Nauheim im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl an die vor Ort vertretenen demokratischen Parteien heran.

»Das Positive vorweg: Alle Rückmeldungen enthielten eine klare Zustimmung für mehr Klimaschutz«, erläutert Dr. Stefan Nawrath, Vorstandsmitglied des BUND, in einer Pressemitteilung. »Wir bedauern jedoch, dass es bei dieser wichtigen Zukunftsaufgabe der Klima- und Biodiversitätskrise keinen Konsens über eine stärkere personelle Gewichtung in der Verwaltung gibt, wie dies beispielsweise das Thema Vermüllung in Friedberg erfahren hat, wo Anfang 2020 eine Stabsstelle ›Sauberes Friedberg‹ mit einer hauptamtlichen Kraft besetzt wurde.« Denn auch vor Ort müssten Strategien gegen den Klimawandel, Maßnahmen zum Erhalt und zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, klare Vorgaben zum umweltfreundlichen Bauen und umweltverträgliche Verkehrskonzepte entwickelt und umgesetzt werden, fordern die Umweltschützer. Zudem sei eine fachkompetente Beratung und Information zu Themen rund um Umwelt und Natur für Bürger in einer lebenswerten und zukunftsfähigen Stadt von grundlegender Bedeutung, schreibt der BUND. Das alles könne nur dann zufriedenstellend geleistet werden, wenn in der Verwaltung die Fachkompetenz und die zeitlichen Ressourcen vorhanden seien, um diesem Themenkomplex die volle Aufmerksamkeit zu widmen.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: »Zusammengefasst: Fast alle Parteien, mit Ausnahme von SPD, UWG und FDP Friedberg, gaben ihre Stellungnahmen ab, naturgemäß fielen ihre Antworten unterschiedlich aus.« UWG, CDU und FDP schätzen laut BUND die vorhandenen Verwaltungsstrukturen und bestehenden Einrichtungen - beispielsweise die Stadtwerke - als ausreichend ein, um die künftigen Herausforderungen zu bewältigen, und verweisen auf übergeordnete Instanzen, insbesondere in Fragen des Gewässerschutzes.

Schäden und Kosten vermeiden

Ferner würden sie Schwierigkeiten sehen, wie verwaltungsintern die Verantwortungen zugeordnet werden könnten beziehungsweise dass Kompetenzen einzelner Dezernate infrage gestellt würden. »Ein weiteres Gegenargument ist, dass eine solche Stelle zu zusätzlichen Ausgaben führe.«

Demgegenüber seien die Grünen, die SPD und die Linke davon überzeugt, dass die Einrichtung der Stabsstelle dringend nötig sei, um vor Ort Maßnahmen zu ergreifen, die eine intakte Umwelt und Natur ermöglichten und dadurch vorsorglich Schäden sowie Kosten vermieden werden könnten. Das beziehe sich in erster Linie auf den städtischen Klimaschutz, bei dem es aus Sicht der Grünen Handlungsbedarf gebe. Der BUND schreibt weiter: »Einen sehr interessanten Vorschlag brachte die SPD mit der Erweiterung der Stelle hinsichtlich eines Nachhaltigkeitsmanagements ein, was zusätzlich soziale Aspekte berücksichtigen würde.«

Die Stellungnahmen der Parteien können unter https://wetteraukreis.bund.net/ortsverbaende/ov-bad-nauheimfriedberg/kommunales/ im Detail nachgelesen werden.

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