Mit 25 Bürgermeistern gleichzeitig am Telefon

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Wetteraukreis (prw). Kontaktsperre, Abstand halten, zu Hause, digital oder einfach anders arbeiten. Das geht auch in der Kreisverwaltung. Der Fachdienst Recht kämpft derzeit allerdings mit einer Auftragsflut.

Die Flure der Kreisverwaltung sind deutlich leerer als in normalen Zeiten. Büros, die sich zwei oder drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen, sind oft einzeln besetzt. »Wir versuchen, das Risiko einer Infektion so gering als möglich zu halten«, berichtet Landrat Jan Weckler aus dem Friedberger Kreishaus.

Seit drei Wochen ist der Kundenverkehr in der Kreisverwaltung weitgehend eingeschränkt. Persönliche Termine sind nur in dringenden Fällen und ausschließlich nach telefonischer Terminvereinbarung möglich. »Wir haben viele zentrale Bereiche in der Kreisverwaltung, deren Funktionieren extrem wichtig ist. Deshalb arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr denn je von zu Hause aus.« Mit einem sogenannten ›Token‹ können

300 Kinder in Notbetreuung

Mitarbeiter auch auf die Systeme der Kreisverwaltung zugreifen, so zum Beispiel im Bereich Soziale Hilfen, wo es um die Gewährung von Leistungen geht. Hier versuche man, möglichst unbürokratisch zu helfen, etwa indem Bewilligungszeiträume verlängert werden.

Auch im Bereich Familienförderung sei viel ins Homeoffice verlagert worden. »Dennoch treffen wir uns regelmäßig, allein schon, weil es quasi im Wochenrhythmus neue Vorgaben zur Notbetreuung durch das Land gibt, alles natürlich unter Einhaltung der Schutzempfehlungen«, berichtet Fachstellenleiterin Andrea Rosenberger. Aktuell werden knapp 300 Kinder in der Notbetreuung im ganzen Landkreis betreut.

Mit einer Antragsflut habe der Fachdienst Recht derzeit zu kämpfen. Hier gehe es um Bescheinigungen und Hilfen zur Corona-Krise.

Der Fachdienst Finanzen in der Kreisverwaltung sei für die Abwicklung sämtlicher Zahlungsvorgänge verantwortlich.

Das gesamte Haushaltsvolumen liege bei rund 480 Millionen Euro. Hier dürfe es zu keinen Zahlungsverzügen kommen, denn ob Dienstleister, Leistungsempfänger oder Mitarbeiter, alle seien auf die pünktliche Überweisung ihres Geldes angewiesen.

Auch der Fachdienst Ordnungsrecht habe sich umgestellt. Die Ausländerbehörde des Wetteraukreises hat den gesamten Kundenverkehr auf Digital- und Postverkehr umgestellt.

Die Kfz-Zulassung hat nur noch einen Notdienst. Autohäuser und Zulassungsdienste übernehmen jetzt einen Großteil des Zulassungsgeschäfts. Wer dringend auf die Zulassung seines Fahrzeugs angewiesen sei und nicht auf externe Dienstleister zurückgreifen kann, könne telefonisch einen Termin vereinbaren.

Im Fachdienst Landwirtschaft gingen derweil viele Förderanträge ein.

Den engen Kontakt zu den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern halte Landrat Jan Weckler zurzeit per Telefon. Die technischen Möglichkeiten ließen es zu, auch mit 25 Rathauschefs Telefonkonferenzen zu führen.

»Auch in der Kreisverwaltung gibt es mittlerweile mehrere Kolleginnen und Kollegen, die an Covid-19 erkrankt sind. Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vom Gesundheitsamt informiert und müssen für zwei Wochen in die häusliche Absonderung.

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