Bündnis zufrieden, aber weiter skeptisch

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Wetteraukreis (pm). Das Bündnis Windpark Winterstein hat einigermaßen erfreut auf die Ankündigung der vier Anrainerkommunen reagiert, am Winterstein einen Windpark mit Bund und Land errichten zu wollen (WZ vom Donnerstag). »Für großen Jubel ist es aber noch zu früh«, teilen die Sprecher mit. Weiter herrscht eine gewisse Skepsis.

Friedberg, Rosbach, Wehrheim und Ober-Mörlen diskutieren derzeit in ihren Gremien eine mit dem Bundes- und Landesforst getroffene Absichtserklärung. Ziel ist ein gemeinsames Windparkkonzept im Vorranggebiet, unter bestmöglicher Ausnutzung des Windpotenzials. Die Kommunen sollen an den Gewinnen partizipieren, ebenso beteiligte Bürger. Wie viele Anlagen geplant werden, steht noch nicht fest.

Die neuen Pläne deckten sich mit der bisherigen Argumentation des Bündnisses, freuen sich die Sprecher. Der vom Bündnis kritisierte Entwurf eines Bebauungsplans mit lediglich drei Windrädern sei damit vom Tisch. »Die zahlreichen Einwände und der öffentliche Druck von den Organisationen« hätten offenbar Wirkung gezeigt, betont Bündnissprecher Hans-Dieter Wagner. »Angesichts der sich beschleunigenden Klimakatastrophe, der Ausbauziele für Windenergie und der übergeordneten Gesetzeslage ist der Verhinderungsversuch gescheitert.«

Laut den Kommunen sollen die Pläne, sobald sie konkretisiert sind, mit den Bürgern diskutiert werden. Zuvor muss die Absichtserklärung erst in allen Gremien abgesegnet werden. Hier gebe es einige Parteien, die sich vehement gegen die Windenergie stemmen würden, erinnert das Bündnis.

Vorverträge mit Windradfirma?

Auch sonst bleibt eine gewisse Skepsis: Denn neben der Klausel, dass die Unterzeichnenden die Vereinbarung jederzeit beenden können, gebe es weitere Hintertürchen, heißt es in der Pressemitteilung. So könnte mit interpretationsfähigen Formulierungen wie »eingriffsminimiertes Parklayout« versucht werden, die Zahl der Anlagen zu deckeln. Laut Bündnis bietet die Vorrangfläche Platz für über 20 Windräder. Werde nicht die nach der Regionalplanung maximale Zahl der Anlagen aufgenommen, wäre das eine rechtswidrige Verhinderungsplanung.

Man wolle nun Kontakt zum Hessenforst aufnehmen, Betreiber einer der beiden Großflächen auf dem Winterstein, der wohl zeitnah ausschreiben müsse. Laut Bündnissprecher Diethardt Stamm gibt es zudem bereits Vorverträge der Firma Enercon für die zweite große Fläche mit dem Bundesforst. »Dies könnte dazu führen, dass es keine einheitlichen Planungen gibt. Aber gut wäre es, wenn die Kommunen sich dann zum Beispiel mit ihren kleineren Flächen dem Hessenforst anschließen.«

Mit der bestmöglichen Ausnutzung der Windenergiepotenziale würden laut Werner Neumann (BUND) die beteiligten Bürger, Kommunen und Forstverwaltungen am meisten wirtschaftlich profitieren.

Das Bündnis, das zuletzt vehement einen Runden Tisch (wenn auch ohne Windkraftgegner) gefordert und die vier Bürgermeister als »Klimaschädiger« betitelt hatte, bemängelt, dass die Kommunen an einer Zusammenarbeit offenbar nicht interessiert seien. Man wolle den weiteren Prozess daher »aufmerksam und kritisch begleiten«. Auch wolle man dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit »nicht erst nach Abschluss aller Entscheidungen informiert« wird. »Geheimplanung im stillen Kämmerlein soll es nicht geben«, betonen die Sprecher.

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