Mit Mundschutz, Laptop und vielen Gedanken: Der Autorenclub Wetterau, hier vertreten durch Claudia Biedenkapp (l.) und Susann Barczikowski, bloggt über die Pandemie. 	 FOTO: PV
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Mit Mundschutz, Laptop und vielen Gedanken: Der Autorenclub Wetterau, hier vertreten durch Claudia Biedenkapp (l.) und Susann Barczikowski, bloggt über die Pandemie. FOTO: PV

Bloggen über Corona

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Wetteraukreis (pm). Seit Anfang April führt der Autorenclub Wetterau seinen »Shutdown Blog«, der die Corona-Krise und ihre Auswirkungen in Bad Nauheim und der Region dokumentieren soll.

Auf der Homepage www.autorenclub-wetterau.de stellt jeden Tag ein anderer Autor oder eine andere Autorin einen Beitrag ein. Das passt, denn im Club sind sieben Mitglieder mit von der Partie, womit jeder einen eigenen Wochentag für das Schreiben bekommen hat.

Susann Barczikowski sagt: »Mich hat die Idee eines Blogs sofort begeistert. Für mich als Journalistin hat Schreiben gerade in dieser historisch einmaligen Situation eine wichtige Funktion. In meinen Texten möchte ich meine persönlichen Eindrücke dokumentieren und meine Gedanken zur Corona-Krise weitergeben.«

Was durch den Kopf geht

Auf die Idee kamen die Autoren, als sie sich zu einer Online-Konferenz trafen. Eine Webseite mit verschiedenen Rubriken war schnell eingerichtet: Neben dem eigentlichen Blog finden sich Seiten für Fotos, Infos zum Club und Hinweise auf andere Initiativen.

»An dem Projekt beteilige ich mich, weil ich den Blog als Tagebuch der aktuellen Situation betrachte. Ich schreibe über das, was mich in dieser ›Corona-Zeit‹ persönlich bewegt, ängstigt und wütend macht und nehme dabei auch das politische Geschehen in den Blick.« So erklärt Autorin Rita H. Greve ihre Beweggründe. Kollegin Claudia Biedenkapp sieht das ähnlich: »Mir gefiel die Idee, die während unseres Online-Meetings entstanden ist.« Mit ihren Beiträgen wolle sie etwas von den Dingen dokumentieren, die ihr in der Corona-Zeit durch den Kopf gehen und im Idealfall andere zum Nachdenken anregen. Und Martin Heß sagt: »Inspiration durch Wechselwirkung. Das macht Spaß, unabhängig zunächst mal vom Ergebnis.« Wilhelm Edel begrüßt die Initiative, denn diese ermögliche ihm, auf einfache Weise seine Meinung zur Corona-Krise loszuwerden.

Die Ideen gehen bei dem Thema jedenfalls nicht aus. Laut Gruppengründerin Petra Ihm-Fahle haben die meisten Mitwirkenden ihren Beitrag zeitnah fertig und freuen sich darauf, bald wieder an der Reihe zu sein. Auch einige Gastautoren haben sich gemeldet und Texte eingereicht. »Das ist sehr erfreulich«, sagt Ihm-Fahle. Der Club beging 2019 sein 20-jähriges Jubiläum, aber nach einigen Bucherfolgen seien die Aktivitäten stark zurückgegangen. »Ich dachte schon, das war’s. Doch durch die Corona-Krise hat sich ein Thema ergeben, das alle bewegt.« Neu sei zudem der gemeinsame Schritt in den digitalen Raum. Mitglieder, die technische Probleme haben, machen mit, indem sie ihren Beitrag per Post einreichen.

Das Themenspektrum umfasst zahlreiche Aspekte: Angst, Beklemmung, neue Gemächlichkeit, Regeln, die eingeschränkte Reisefreiheit, Nachrichten über häusliche Gewalt, wirtschaftliche Auswirkungen und der Wunsch nach früheren sorgloseren Zeiten. Während einige Beiträge politisch sind, befassen sich andere Texte eher mit der praktischen Seite des Daseins unter Corona. »Jedem Autor ist es freigestellt, wie er oder sie an das Thema herangeht«, unterstreicht Ihm-Fahle.

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