Präsentation der Ausstellung mit Abstand: (v. l.) Bürgermeister Dirk Antkowiak, Diplom-Ingenieur. Michael Bender, Stadtarchivleiter Lutz Schneider und der stellvertretende Amtsleiter Sebastian Deim.	FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Präsentation der Ausstellung mit Abstand: (v. l.) Bürgermeister Dirk Antkowiak, Diplom-Ingenieur. Michael Bender, Stadtarchivleiter Lutz Schneider und der stellvertretende Amtsleiter Sebastian Deim. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Blick in die Stadtentwicklung

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Fester Bestandteil im Burggarten sind seit dessen Wiedereröffnung im Jahre 2010 die Fotoausstellungen im Sommerhalbjahr. Coronabedingt konnten die weißen Dreiecksständer mit der diesjährigen Ausstellung erst in den letzten Tagen aufgestellt werden. Am Donnerstagvormittag wurde die Ausstellung »150 Jahre Stadtbaumeister in Friedberg« vorgestellt.

Hierzu konnte Stadtarchivleiter Lutz Schneider Bürgermeister Dirk Antkowiak, den stellvertretenden Amtsleiter Sebastian Dein und Diplom-Ingenieur Michael Bender begrüßen. Letzterer beschäftigt sich schon länger mit der Bau- und Planungsgeschichte der Stadt und hat die Ausstellung konzipiert und zusammengestellt.

Eventuell wird es zweiten Teil geben

»Es ist dies das erste Projekt seit Beginn der Corona-Pandemie, für das der Magistrat zusätzliche Mittel bewilligt hat«, erklärte Antkowiak. In der Ausstellung werden anhand von Texten, Fotografien und Zeichnungen Leben und Werk der ersten drei Stadtbaumeister dargestellt. Im Jahre 1871, dem Gründungsjahr des Deutschen Reichs, wurde die Stelle eines Stadtbaumeisters geschaffen und mit Karl Andreas Schneider besetzt. Dieser war bereits seit 1857 als vom Kreisamt Friedberg angestellter Bezirksbauaufseher unter anderem für die Kreisstadt zuständig.

Ihm folgte ab 1889 mit Heinrich Zörb ein auch privat sehr aktiver Planer und Bauherr, der bei seinem Ausscheiden 1905 zu den 50 höchstbesteuerten Menschen im Kreis zählte. Schon ein Jahr zuvor war Leopold Köhler als stellvertretender Stadtbaumeister dazugekommen. In dessen Amtszeit entstand das Stadtbauamt. Darüber hinaus kam es unter Köhler zur über Jahrzehnte währenden Zusammenarbeit mit dem Bauverein »Eigner Herd ist Goldes wert«, um so neue Wohnhäuser zu bauen.

Die drei Stadtbaumeister beschäftigten sich im Laufe der Jahrzehnte mehrfach mit denselben Objekten, wie dem städtischen Gebäudekomplex, in dem heute das Wetterau-Museum untergebracht ist.

Ebenfalls in der Ausstellung zu finden sind Erläuterungen zur »Vorstadt zum Garten« und zur Barbaravorstadt, zu denen vom Burggarten aus eine Blickbeziehung besteht. Weitere Themen wie Baurecht, Geometer und Baubeamte werden angesprochen. Ferner gibt es Einblicke in die Entwicklung des Stadtbauamts sowie dessen Dienstgebäude.

Kompakt wird die Stadterweiterung zwischen 1871 und 1946 präsentiert, insbesondere anhand der Hanauer Straße, Bismarckstraße, Haingraben sowie Ludwigstraße. Auch das Thema Friedhof wird behandelt. Schließlich erfolgt eine Erörterung zur Hausnummerierung, deren aktuelles System vor 125 Jahren in Friedberg eingeführt wurde.

Wie Bender erläuterte, steht bereits das Rahmenkonzept für einen möglichen zweiten Teil im kommenden, eigentlichen Jubiläumsjahr »150 Jahre Stadtbaumeister«. Darin würde der Zeitraum von 1946 bis heute behandelt. Auch die 1972 eingemeindeten Ortsteile sollen dann Berücksichtigung finden, teilte Bender mit, der einige Änderungen am seitherigen Ausstellungskonzept anregte. So sollte in Zukunft auch am Nebeneingang eine Einführung zur Ausstellung - samt Übersichtsplan - aufgestellt werden. Die Erläuterungen sollten auf gesonderten Texttafeln unterhalb der Schautafeln vorgenommen werden.

Ein besonderer Dank ging an den städtischen Bauhof und an die Friedberger Firma Jung für die Herstellung der Dreieckständer und Schautafeln sowie an das Amt für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen, das Stadtarchiv und an Benders Lebensgefährtin Verena Berlich für deren Unterstützung. Gedankt wurde ferner Kriemhild Henrichsmeyer-Reuning. Die Urenkelin des ersten Stadtbaumeisters hatte 2006 dem Stadtarchiv Teile des Nachlasses von Schneider überlassen. Das Ausstellungsplakat wurde von der Werbeagentur Hollmann & Völker gestaltet. Mit einem Rundgang endete die Präsentation der Ausstellung.

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