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Jolina Rose stellt den Kindern den Bilderbuchpfad vor.

Projekt in Friedberg

Bildergeschichte für Kinder am Seewiesen-Zaun

  • VonHarald Schuchardt
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Die Postkuh Lieselotte steht im Mittelpunkt des Bilderbuchprojekts, das auf der Seewiese anzuschauen ist. Kamishibai nennt sich diese Form des Erzähltheaters, das bei den Kindern gut ankommt.

Wer derzeit auf dem Hauptweg über die Seewiese spazieren geht, der erblickt schon von weitem am grünen Zaun des Spielplatzes eine ganze Reihe von Papierblättern mit vielen bunten Bildern und Texten darunter. Dabei handelt es sich um ein Kamishibai, bei dem eine Geschichte in Form von aufgereihten Bildern erzählt wird.

Die Ursprünge dieser Form des Erzähltheaters liegen in Japan. Die Idee, so eine jederzeit anschaubare Geschichte am Spielplatzzaun zu präsentieren, hatte Buchhändlerin Friederike Herrmann, Inhaberin der Buchhandlung Bindernagel.

Sofort begeistert von dieser Idee war Kulturamtsleiterin Christine Böhmerl, die eine baldmögliche Umsetzung versprach. Verantwortlich dafür zeichnet Jolina Rose. Die 17 Jahre alte Schülerin des Burggymnasiums absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum in der Stadtverwaltung.

Am Freitagnachmittag, ihrem letzten Praktikumstag, stellte Rose ihr Praktikumsprojekt auf der Seewiese offiziell vor. »Das Projekt hat mir unglaublich viel Spaß gemacht«, erzählt die Schülerin vor der Präsentation.

Am Ende kommt es doch ganz anders

Für die Gymnasiastin war das Projekt eine »Herzensangelegenheit«, schreibt sie doch schon immer gerne Gedichte, auch in Englisch. Auch an Kurzgeschichten hat sie sich schon versucht. »Bei manchen fehlt noch das passende Ende«, sagt Rose, deren Berufswunsch schon lange feststeht: »Ich will Journalistin werden.«

So ist sie froh, dass sie die in der WZ veröffentlichte Pressemitteilung schreiben durfte. Intensiv hat sich Jolina Rose mit dem Erstellen der einzelnen Seiten beschäftigt. Für das erste Friedberger Kamishibai wurde die Geschichte »Lieselotte macht Urlaub« von Alexander Steffensmeier ausgewählt.

Im Mittelpunkt des Bilderbuchs steht die Postkuh Lieselotte, die an ihren freien Tagen endlich einmal Urlaub machen möchte. Am Ende kommt jedoch alles anders als geplant, und Lieselotte genießt ihre freie Zeit doch lieber mit ihren Freunden zu Hause. Zunächst stand die Frage, ob die DinA4-großen Bildkarten laminiert oder in Rahmen aufgehängt werden.

»Wir haben uns für das Laminieren entschieden, da Bilderrahmen empfindlicher sind,« sagt Rose. Unter jedem Bild steht auf verschieden farbigen ebenfalls laminierten Tafeln der passende Text. Dass die Entscheidung für das Laminieren richtig war, zeigte sich schon im Laufe der Woche. Kaum waren die Bildblätter am Zaun angebracht, schon war eines abgerissen und gestohlen worden.

Pixie-Büchlein als Belohnung

»Wir hoffen, dass dies nicht noch einmal passiert,« sagt Böhmerl, die zusammen mit ihrer Praktikantin ein gutes Dutzend Kinder und einige Mütter und Väter zur Präsentation begrüßen konnte. Zusammen mit den begeisterten Kindern ging es langsam den Zaun entlang. Rose las die Texte vor und stellte den Kindern dazu Fragen, die schnell beantwortet wurden. Als Belohnung gab es Pixie-Büchlein mit weiteren Abenteuern der Postkuh, so auch für die sechs Jahre alte Antonia und ihre drei Jahre jüngere Schwester Pauline. »Ich kenne Lieselotte, das hier ist schön«, erklärte Antonia.

»Dieser Bilderbuchpfad ermöglicht nicht nur einen zeitlich unbegrenzten Lesespaß. Er ist in Zeiten von Corona zugleich eine kontaktlose und kreative Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken«, sagt Böhmerl, für die das Kamishibai auf der Seewiese bestens zur Aktion »Urlaub in Friedberg« passt, die am 12. Juli startet. Böhmerl: »Ziel ist es, mit dem Projekt »Lieselotte macht Urlaub« unsere eigene Stadt darzustellen und in Verbindung mit »Urlaub in Friedberg« ein spannendes und interessantes Projekt zu bieten, das man jederzeit erleben kann.«

Im Rahmen ihres Praktikums hat Jolina Rose bei der Umsetzung des Bilderbuchprojekts maßgeblichen Anteil.

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