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Über die gelungene Ausstellung freuen sich (v. l.) Patrick Weise, Dirk Antkowiak, Lutz Schneider und Christine Böhmerl.

Bilder aus dem Friedberg vergangener Zeiten

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Seit der Wiedereröffnung des historischen Burggartens im Jahr 2010 sind Fotoausstellungen mit historischen Motiven fester Bestandteil des Ambientes. Das ist auch in Pandemie-Zeiten der Fall. Am Montag wurde die Ausstellung »Das Friedberg des Friedrich Diehl« mit dem Untertitel »Familie, Stadt und Umland in der fotografischen Betrachtung eines Friedberger Polizeikommissars 1927-1931« vorgestellt.

Hierzu kamen Bürgermeister Dirk Antkowiak, Amtsleiterin Christine Böhmerl, Lutz Schneider, Leiter des Stadtarchivs, und dessen Mitarbeiter Patrick Weise in den Burggarten. Für Weise war es das erste Mal, dass er sich ausführlich mit der Stadtgeschichte beschäftigte. »Diese Arbeit war für mich als jemand, der nicht aus dieser Region stammt, sehr spannend.«

Kurz ging Lutz auf die Ausstellungsthemen in den vergangenen zehn Jahren ein, darunter der Besuch der Zarenfamilie 1910, Burgen und Schlösser in der Region, eine Zeitreise anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums oder die Geschichte der Städteverschwisterung.

Nachdem 2020 die Baugeschichte Friedbergs im Mittelpunkt gestanden hat, führt die aktuelle Ausstellung die Besucher in die Jahre 1927 bis 1931. Polizeikommissar Friedrich Diehl zog 1924 nach Friedberg und wohnte bis zu seiner Versetzung Anfang 1932 im Gärtnerweg 9.

Als Hobbyfotograf dokumentierte er »sein Friedberg« und die nähere Umgebung, die er mit seiner Frau und seinem Sohn erwanderte oder mit dem Fahrrad erkundete. Teile seines fotografischen Nachlasses kamen 2014 durch einen Ankauf ins Stadtarchiv - leider ohne Fotos aus den Jahren 1924 bis 1926.

Auf der Rückseite jedes seiner Fotos notierte Diehl handschriftlich oder mit Schreibmaschine das Aufnahmedatum, die Uhrzeit, die benutzten Objektive und Blenden sowie nähere Informationen zum Motiv. Für viele seiner Fotos verwendete er den Selbstauslöser. Die für die Ausstellung ausgewählten Motive gliedern sich in die Schwerpunkte Familie und Beruf, Stadtansichten sowie Fotos von den bevorzugten Ausflugszielen. Dazukommen Aufnahmen von besonderen Ereignissen in diesen Jahren, wie von einem »Festzug aus Anlass des Arbeiter-Radfahrfestes« Interessant sind auch die Aufnahmen aus Ockstadt, von der Saalburg, der Kapersburg oder von den Sehenswürdigkeiten der Nachbarstadt Bad Nauheim. »Das ist eine sehr gelungene Ausstellung. Für mich ist es besonders interessant, die Veränderungen in der Stadt von den 1920er Jahren zu heute zu sehen«, sagte Bürgermeister Antkowiak während des Rundgangs. Wie groß das Interesse an der Ausstellung ist, wurde schon am ersten Mai-Wochenende deutlich.

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