20 Bewohner gemeinsam in Quarantäne

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Wetteraukreis(bf). Nach einem Corona-Ausbruch mit 20 Infizierten in einer Wohneinrichtung der Behindertenhilfe in Bad Salzhausen hat sich das Wetterauer Unternehmen zu Wort gemeldet. Die bereits seit März geltenden Hygienekonzepte hätten bislang gut funktioniert und auch die Arbeit der Betreuungskräfte sei zu loben. Seit Beginn der Corona-Pandemie war es der erste Ausbruch in einer der zahlreichen Einrichtungen der Behindertenhilfe. Zuvor gab es nach Angaben von Corina Rüb, Referentin für Unternehmenskommunikation, bislang nur zwei Corona-Fälle: einen Mitarbeiter und einen Gruppenleiter in einer Werkstatt.

In Bad Salzhausen leben 38 Menschen mit Behinderung zusammen in drei Wohngruppen. "Im Laufe der letzten Woche zeigten einige Erkältungssymptome. Die Betreuungskräfte achten sehr auf solche Symptome und leiten die Maßnahmen aus unserem Schutzkonzept ein. Das ist in Bad Salzhausen auch geschehen", berichtet Rüb. Die Bewohner seien krank gemeldet gewesen und nicht mehr zur Arbeit in die Werkstätten oder in die Tagesförderstätten gegangen.

Wohngruppen räumlich getrennt

Da in der Vorwoche drei Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, habe man das Gesundheitsamt über die Symptome bei den Bewohnern informiert. Am Sonntag seien dann alle Bewohner und Beschäftigten vor Ort durch eine Hausärztin aus Butzbach, mit der man in sehr gutem Kontakt stehe, getestet worden. Ergebnis der Antigen-Schnelltests: 20 von 38 Bewohnern sind infiziert und drei weitere Beschäftigte. "Gleichzeitig wurden PCR-Tests durchgeführt und ins Labor geschickt. Hier stehen die Ergebnisse noch aus", sagt Rüb.

Das Gesundheitsamt hat daraufhin die gesamte Wohneinrichtung in Bad Salzhausen bis 29. November unter Quarantäne gestellt. Die Erstkontakte der positiv getesteten Bewohner wurden ermittelt und ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Erstkontakte sind alle Personen, die innerhalb von 48 Stunden vor dem Auftreten der Symptome engen Kontakt zu den Infizierten hatten.

Für die Quarantäne in der Wohneinrichtung seien die drei Wohngruppen räumlich voneinander getrennt worden, erklärt Rüb. In zwei Gruppen sind alle infizierten Bewohner untergebracht. Sie könnten sich innerhalb der Wohngruppe frei bewegen, den Gemeinschaftsraum und die gemeinsame Küche nutzen. Ihnen wurden feste Betreuungskräfte zugeordnet, die mit Schutzausrüstung (FFP2-Maske, Einmalhandschuhe und Schutzkittel) arbeiteten. "Die Bewohner nehmen die Maßnahmen gut an. Grundsätzlich haben wir seit Anfang März die Erfahrung gemacht, dass unsere Klienten gut verstehen, warum sie sich nun an Hygiene- und Schutzkonzepte halten sollen, Masken tragen müssen, Abstand einhalten müssen", berichtet die Sprecherin der Behindertenhilfe. Die meisten hielten sich daran, manche müsse man öfter daran erinnern. "Auch jetzt in Bad Salzhausen lassen alle Bewohner die Maßnahmen zu und halten sich daran. Dadurch, dass sie nicht in ihrem Zimmer bleiben müssen, sondern ihnen mehr Raum, nämlich die gesamte Wohngruppe, zur Verfügung steht, ist es sowieso einfacher." Bei dem ein oder anderen Klienten sei etwas mehr pädagogische Arbeit notwendig. Einige wenige Bewohner hätten aufgrund der Diagnose Ängste und Sorgen, auf welche die Betreuungskräfte intensiv eingingen.

Kein zusätzlicher Personalbedarf

Einen Mehrbedarf an Betreuungskräften gebe es derzeit aufgrund der Corona-Fälle noch nicht, sagt Rüb. "Wir können Personalausfälle aufgrund von Krankheit derzeit gut abdecken oder mit Personal aus anderen Bereichen ausgleichen. Das haben wir während des Betretungsverbots in den Werkstätten im Frühjahr schon einmal gemacht und es hat gut funktioniert. Die Bereitschaft auszuhelfen ist auf jeden Fall sehr groß."

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