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Der neugewählte geschäftsführende Vorstand der Wetterauer SPD : (von lnks) Michael Merle, Gerhard Weber, Rouven Kötter, Marion Götz, Christine Jäger, Lisa Gnadl, Natalie Pawlik, Silas Kropf und Manfred Scheid-Varisco.

Bestätigung für Lisa Gnadl

  • VonJürgen W. Niehoff
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Wetteraukreis/Echzell (jwn). 89 der 102 Delegierten stimmten am vergangenen Samstagvormittag in Echzell für die 40-jährige Lisa Gnadl. Nach 2017, als sie sich noch eines Mitkonkurrenten um das Amt der Unterbezirksvorsitzenden, nämlich Rouven Kötter, erwehren musste und damals nur 63,6 Prozent der Stimmen erhielt, konnte sie 2019 bei ihrer ersten Wiederwahl bereits 86,36 Prozent der Delegierten überzeugen.

Am Samstag lag ihr Ergebnis fast gleichauf bei 87,25 Prozent. Neun Delegierten stimmten gegen sie und vier enthielten sich.

Nach der herben Enttäuschung bei der erst Kommunalwahl im März, bei der die SPD sechs Mandate im Kreistag und einen Sitz im Kreisausschuss verloren hatte, fiel es Gnadl allerdings schwer, Aufbruchsstimmung und Zuversicht für die Bundestagswahl im September zu erzeugen.

Stärken in der Kommunalpolitik

Immer wieder betonte sie, dass viele der sozialen Errungenschaften in der Vergangenheit auf das Mitwirken der SPD in der Bundesregierung zurückzuführen seien und dass sich die SPD derzeit unter Wert verkaufe. »Kommunalpolitische Verantwortung ist unsere Stärke«, zeigte sich Gnadl überzeugt. Als Beweis führte sie an, dass immerhin zehn der 25 Bürgermeister in der Wetterau der SPD angehörten. Zufrieden zählte sie auch die Bereiche auf, die die SPD bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU auf Kreisebene vor kurzem durchgesetzt habe. Dazu gehörten ein verbessertes Bildungskonzept mit Ganztagsschulen, bezahlbarer Wohnraum durch eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft, Klimaschutz auf regionaler Ebene und Angebote für mehr Mobilität in der Region.

»Genau das macht den Unterschied, ob die SPD mitregiert oder sich in die Opposition zurückgezogen hätte«, verteidigte Gnadl die erneute Bildung einer Koalition mit der stärkeren CDU. Hessen sei ein gutes Beispiel dafür, was passiere, wenn die SPD an der Regierung nicht beteiligt sei. Dann käme es zu rechtsextremistischen Ausbrüchen, in den Altenheimen würden aufgrund der unzureichenden Corona-Regelungen zu viele Menschen sterben, häusliche Gewalt nehme zu und Chaos in Bezug auf den Schulunterricht. »Die SPD macht den Unterschied in der Lebensqualität der Menschen«, versuchte Gnadl in ihrer 25-minütigen Rede ihre Genossen zu überzeugen. Doch der Funke sprang nicht so recht über - es gab nur kurz und verhalten Applaus.

Auch der ständig wiederholte Appell, doch zusammenhalten und gemeinsam in den neuen Wahlkampf zu ziehen, konnte die Enttäuschung und den Frust über den momentanen Stand ihrer Partei bei den Delegierten nicht unterdrücken. Das war in persönlichen Gesprächen mit Teilnehmern deutlich zu spüren. Von den 23 SPD-Ortsvereinen waren zwölf mit allen Delegierten dabei, zwei fehlten.

Keine Überraschung gab es bei der anschließenden Wahl der vier Stellvertreter. Da wurden die vier vorgeschlagenen Kandidaten Christine Jäger, (Nidda, 79 von 96 Stimmen), Michael Merle (Butzbach, 77), Natalie Pawlik (Bad Nauheim, 75) und Rouven Kötter (Wölfersheim, 75) gewählt.

Entsprechend den Vorschlägen des Vorstandes wurden des Weiteren gewählt: Marion Götz zur Schriftführerin mit 97,94 Prozent, Gerhard Weber zum Schatzmeister (90,72), Manfred Scheid-Varisco zum Pressesprecher (93,81) und Silas Kropf zum Bildungsreferent (91,40). Zu den 13 Beisitzern bestimmte die Versammlung Nora Zado (Karben, 72 Stimmen), Rebecca Horn (Altenstadt, 68), Denise Schäfer, (Rosbach, 67), Karl-Otto Waas (Wölfersheim, 62), Peter Kopp (Rosbach, 61), Janine Lang (Florstadt, 59), Reimund Becker (Nidda, 54), Sven Franz (Ortenberg, 50), Johannes Giar (Ortenberg, 42), Axel Nieslony (Bad Vilbel, 40), Ilona Schlossarek (Butzbach, 38), Andreas Scheunert (Friedberg, 35), Rolf Gnadl (Glauburg, 34).

Abschließend wurde ein Resolutionsantrag einstimmig vom Parteitag beschlossen, dass die ambulante Pflege älterer Menschen der stationären Pflege in der Bezahlung gleichgestellt werden soll. Diese Resolution soll an die Bundes- und Landtagsfraktionen der SPD weitergeleitet werden.

Im Amt bestätigt: Lisa Gnadl.

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