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»Geht doch«: Mit diesem Foto wirbt die Fastenaktion für einen freiwilligen Konsumverzicht, um sich auch in der Pandemie neue Freiräume zu erschließen.

Besinnung auf Freiräume

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Wetteraukreis (bf). Am Aschermittwoch startete zum Beginn der Fastenzeit die bundesweite evangelische Fastenaktion »Sieben Wochen ohne«, die in diesem Jahr unter dem im Lockdown geradezu provozierenden Motto »Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden« steht. WZ-Mitarbeiterin Inge Schneider lebt in Ober-Mockstadt und ist seit 35 Jahren als Autorin Teil der bundesweiten Fastenaktion aktiv.

Sie gehört damit zu den langjährigsten Mitgliedern des Autorenteams und schreibt alljährlich das szenische Spiel zu den sieben Bildmotiven für die einzelnen Wochen, das auch im Arbeitsheft »Zutaten« enthalten ist.

In Zeiten außerhalb der Pandemie war Schneider zudem alljährlich Teil zweier Gemeindegruppen in den evangelischen Kirchengemeinden Mockstadt und Grünberg, die das Spiel im Rahmen von »Aktionsgottesdiensten« zur Aufführung brachten - für sie als Autorin jeweils eine wichtige Möglichkeit, sich Rückmeldungen und Anregungen der Zuschauer abzuholen.

»Sieben Wochen ohne« eine der bekanntesten kirchlichen Aktionen überhaupt und folgt auf Platz zwei hinter »Brot für die Welt«. Mehr als elf Millionen Deutsche verzichten in den kommenden 14 Tagen bis zum Ostersonntag (4. April) nicht nur auf Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol, sondern längst auch auf ausgedehnte Shopping-Touren - in diesem Jahr ohnehin fast nur online möglich - auf überflüssige Autofahrten oder exzessiven Medienkonsum.

Die evangelische Fastenaktion hat sich seit ihrer Begründung durch den Pfarrer und Journalisten Hinrich C. G. Westphal im Jahr 1983 vom »Ohne« zum »Mit« gewandelt: Immer stärker stand nicht nur der Verzicht im Vordergrund, sondern auch die Frage: »Was fängt man Sinnvolles an mit der Zeit und Energie, den Ideen und Freiräumen, auch den finanziellen Mitteln, die durch den Verzicht gewonnen werden?«

Heute wird die Aktion vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt und dem dortigen Geschäftsführer und Herausgeber der Zeitschrift »Chrismon«, Arnd Brummer und seinem Team, begleitet. Unter 7wochenohne.evangelisch.de findet man zahlreiche Angebote und Materialien, die sich auch zuzeiten der Pandemie zum Mitmachen eigenen, darunter das vielseitige Arbeitsheft »Zutaten« mit Bildbetrachtungen, Andachten, ein auch virtuell zu übertragendes szenisches Spiel. Hinzukommen ein motivierender Fastenkalender, digitale Gottesdienste und das Abonnement einer kostenlosen regelmäßigen Fastenpost via E-Mail.

Gemeinden mit eigenen Initiativen

Viele Kirchengemeinden bieten zudem eigene Möglichkeiten virtueller Zusammenkünfte an und halten per Telefon Kontakt zu ihren Mitgliedern - aktuell noch immer mit einer Perspektive in Richtung Ostergottesdienste. Das Motto »Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden«, entstanden nach dem ersten Lockdown, wirkt allerdings angesichts der zweiten und einer drohenden dritten Infektionswelle geradezu provozierend.

Auf den zweiten Blick bietet eine Rückbesinnung auf die verbleibenden Frei- und Spielräume aber auch eine große Chance, Frust, Stress, Lustlosigkeit, Aggression und das Gefühl von Leere zu überwinden. So lauten die sieben Wochenthemen für die Aktion 2021: »Alles auf Anfang«, »Von der Rolle«, »Das Spiel mit dem Nein«, »Dir zuliebe?«, »Geht doch!«, »Richtungswechsel«, und »Die große Freiheit«.

Der ZDF-Fernsehgottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion findet am Sonntag, 21. Febraur, 9 Uhr, in der Johannesgemeinde in Eltville-Erbach am Rhein statt und wird von dort aus übertragen.

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