Der Kunstverein Friedberg macht es möglich, dass man auch in Zeiten der Pandemie Kunst genießen kann. In diesem Falle von außen durch die Fenster der Kunstverein-Räume in der Haagstraße.	FOTO: PM
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Der Kunstverein Friedberg macht es möglich, dass man auch in Zeiten der Pandemie Kunst genießen kann. In diesem Falle von außen durch die Fenster der Kunstverein-Räume in der Haagstraße. FOTO: PM

Beleuchtung wird verlängert

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Friedberg (pm). Der Kunstverein Friedberg (KVFB) geht mit der Beleuchtung der Ausstellung »passages«, die Arbeiten von Julian Schnabel zeigt, in die Verlängerung. Die Idee zum Lichtkonzept, mit dem Passanten von außen Einblicke in die mit farbigem Licht inszenierte Ausstellung grafischer Arbeiten des internationalen Topstars erhalten können, ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Frage gewesen, wie Kunst in Zeiten des Lockdown auch jenseits digitaler Möglichkeiten vermittelt werden kann. So entstand gemeinsam mit Techniker Horst Weber (Eurosound) die farbige Ausleuchtung der Ausstellung. Die Ausstellung ist - von außen - in den Räumen des Kunstvereins an der Haagstraße 16 sichtbar.

Eine Vorliebe für das Poetische

Die Resonanz war durchweg positiv, sodass die von den Straßenseiten aus sichtbaren Arbeiten der Ausstellung nun noch bis zum 14. Februar täglich von 16.30 bis 23 Uhr mit farbigem Licht inszeniert sein werden.

Passanten bekommen auf diese Weise Einblicke in das grafische Werk Julian Schnabels. In den Fenstern aufgebrachte QR-Codes leiten Interessierte weiter auf die Internetseite des Kunstvereins, auf der sich weitere Informationen zur Ausstellung befinden. Gefördert wird das Lichtkonzept vom Energieversorger Ovag.

Mit der Ausstellung »passages« und in Zusammenarbeit mit der Galerie am Dom (Wetzlar, Bad Nauheim) ermöglicht der Kunstverein Friedberg eine Reise durch das vielschichtige, oftmals von historischen Momenten oder der Liebe zur Poesie affizierte grafische Werk des US-amerikanischen Künstlers Julian Schnabel, das im Zeitraum von 1991 bis 2018 entstanden ist. Gezeigt werden neben Werken aus den 90er Jahren auch neuere Arbeiten aus den Jahren 2016 bis 2018 wie die Arbeit »Happy Thursday«, in der sich Schnabel mit seinem Motiv vom Brandenburger Tor auf die deutsche Wiedervereinigung bezieht, oder Arbeiten aus der Serie »Childhood«, die anlässlich 240 Jahre amerikanische Unabhängigkeit entstanden ist und sich mit der Geburtsstunde der Vereinigten Staaten auseinandersetzt.

Die Vorliebe des internationalen Künstlers für das Poetische lässt sich nicht nur an seinen preisgekrönten Filmen ablesen, sondern wird auch in seinen Bildern spürbar, etwa in der Serie »Walt Whitman«, einer Hommage an den amerikanischen Dichter und Pantheisten.

Das künstlerische Werk Schnabels, der als einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Gegenwart bezeichnet werden kann, ebenso als renommierter Filmemacher, ist im Bereich des amerikanischen Neoexpressionismus verortet. Diese Gattung zeichnet sich durch einen figurativen Malstil in expressiver Farbigkeit aus, was die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten mit ihrer Intensität an Farbe und den gestischen Übermalungen anschaulich vermitteln.

Schnabels Werke sind in namhaften Museen und privaten Kunstsammlungen auf der ganzen Welt vertreten. Seine Kunst ist gerade auch im Rhein-Main-Gebiet durch sein Gemälde »Ahab«, das seit 2010 im Foyer des Frankfurter Opernturms hängt, oder die Einzelausstellung »Julian Schnabel - Malerei 1978- 2003«, die 2004 in der Frankfurter Schirn zu sehen war, bekannt.

Weitere Infos zur Ausstellung und zu einzelnen Arbeiten gibt es unter https://www.kunstverein-friedberg.de/ausstellungen/julian-schnabel.

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