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RDW-Mitarbeiter Dieter Meier (r.) hat zusammen mit Hartmut Backhaus (l.) und Peter Klinkerfuß von der BI Skiwiese die Bankteile auf den Wagen geladen. (Foto: lod)

Bauen, pflegen, Teppich knüpfen

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Mit einem Pritschenwagen sind am Dienstagvormittag Peter Klinkerfuß und Hartmut Backhaus von Bad Nauheim nach Friedberg gefahren. Ziel der beiden Mitglieder der Bürgerinitiative Waldpark Skiwiese Bad Nauheim war der Sitz der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW) in der Straßheimer Straße in Friedberg. Im Herbst waren Teile von Parkbänken von der Bad Nauheimer Skiwiese in die Holzwerkstatt des RDW gebracht worden. Sie sollten umfassend renoviert werden.

Mit einem Pritschenwagen sind am Dienstagvormittag Peter Klinkerfuß und Hartmut Backhaus von Bad Nauheim nach Friedberg gefahren. Ziel der beiden Mitglieder der Bürgerinitiative Waldpark Skiwiese Bad Nauheim war der Sitz der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW) in der Straßheimer Straße in Friedberg. Im Herbst waren Teile von Parkbänken von der Bad Nauheimer Skiwiese in die Holzwerkstatt des RDW gebracht worden. Sie sollten umfassend renoviert werden.

"Teilnehmer an Arbeitsgelegenheiten" des Jobcenters, sogenannte "Ein-Euro-Jobber", und Geflüchtete übernahmen das Aufarbeiten der Holzteile. Diese Beschäftigung ist eine von vielen Angeboten des RDW, dem Arbeitsprojekt des gemeinnützigen Trägervereins Trockendock (siehe Extra-Artikel). "Solche Aufträge können wir nur für gemeinnützige Vereine durchführen. Wir dürfen und können keine Rechnungen ausstellen", erklärt RDW-Geschäftsführerin Heidi Nitschke. "Wir geben jedes Jahr eine größere Spende", sagt Hartmut Backhaus. Der Bürgerinitiative fehlen der geeignete Ort und auch das Personal für solche Arbeiten. "Wir sind sehr froh, dass die RDW-Werkstatt diese Aufgabe übernimmt", ergänzt Klinkerfuß.

Ansonsten bauen die 15 bis 20 Gefüchteten und Langzeitarbeitslosen in der Holzwerkstatt unter Anleitung von Carsten Wirth Weihnachtskrippen samt Figuren, Vogelhäuschen und vieles andere mehr. Beim Baumaterial handelt es sich ausschließlich um Altholz. "Meist sind es ausgediente Paletten, die wir so recyclen", erklärt der Werkstattleiter, der von Sozialarbeiter Hans Lang unterstützt wird. Lang: "Unsere Projekte dienen auch der Integration. Das ist oft sehr spannend." Diese Aussage bestätigt Kunstpädagogin Eva Schmidt, die im Bereich "Humanitäre Hilfe" 15 bis 20 Geflüchtete und Langzeitarbeitslose betreut.

"Wir stellen gerade in einem Gemeinschaftsprojekt ein großes Stoffbild her", erklärt Schmidt. "Das macht mir richtig Spaß," sagt Cornelia Friedrich, die seit Oktober mitmacht. Daneben knüpft Hassan Kammo, an diesem Morgen der einzige Mann, einen kleinen Teppich. "Ich bin 57 und gelernter Fotograf. Arbeit finden ist schwer", sagt der Kurde, der vor vier Jahren aus seiner syrischen Heimat geflohen ist. Neben Holzwerkstatt und Humanitärer Hilfe ist in Friedberg auch die Abteilung Grünpflege ansässig. Dort arbeiten bis zu fünf Menschen, meist außerhalb, wie im Friedberger Begegnungsgarten.

RDW stellt zahlreiche weitere Projekte auf die Beine, darunter "VAMOS", eine Maßnahme zur Qualifizierung, Orientierung und beruflichen Eingliederung junger Menschen. Ganz neu ist das Projekt "Wetterauer Wege in die Sozialwirtschaft" in Büdingen. "Wir wollen mit diesem Projekt Menschen auf eine Ausbildung oder Beschäftigung im sozialwirtschaftlichen Bereich vorbereiten. Das kann der Bereich Pflege oder Erziehung ebenso sein wie der Beruf des Augenoptikers", erläutert Nitschke. Noch sind einige Plätze frei.

Mit viel Engagement und Freude sind die 45 fest angestellten RDW-Mitarbeiter dabei. Carsten Wirth fasst das so zusammen: "Ich soll den Menschen etwas beibringen, doch von ihnen lerne ich jeden Tag sehr viel Neues." Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rdw-wetterau.de.

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