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Bahnhof-Sanierung läuft langsam an

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Friedberg (ütz). »Für 550 000 Euro«, hatte Bürgermeister Michael Keller im Herbst 2009 in einer Stadtverordnetensitzung bekannt gegeben, »will die Bahn den Bahnhof sanieren.« Gemeint war eine energetische Sanierung, also unter anderem Wärmedämm-Maßnahmen, um Heizkosten einzusparen. Wann es losgehen sollte, hatte das Stadtoberhaupt nicht sagen können, und bis zum heutigen Tage zeugt nichts von irgendwelchen Aktivitäten.

Und doch: Die Arbeiten haben begonnen. Bereits im November hatte sich eine Firma daran gemacht, das Dach zu isolieren, und dies ist mittlerweile geschehen, wie ein Bahnsprecher auf WZ-Anfrage berichtete. Weil es sich um »eine verwinkelte Holzkonstruktion« handelt, wurde nicht die Dachhaut, sondern die Zwischendecke über dem Obergeschoss mit einer Wärmedämmung versehen. Als nächstes soll mit den Fenstern weitergemacht werden.

Da der Bahnhof unter Denkmalschutz steht, ist eine Abstimmung mit den Denkmalbehörden erforderlich. »Es gibt zwei Varianten«, sagte der Bahnsprecher: »Wir würden am liebsten alle Fenster austauschen und durch solche mit Doppelverglasung ersetzen.« Lässt der Denkmalschutz dies nicht zu, könnten die Fenster nur gereinigt und neu gestrichen werden. Man warte auf die Stellungnahme der Behörden, vorerst könne noch nichts unternommen werden.

Warten ist auch bei den anderen geplanten Maßnahmen angesagt - Warten auf wärmeres Wetter nämlich. Dann sollen, voraussichtlich ab April, die Heizung durch eine neue, den aktuellen CO2-Richtlinien entsprechende Anlage ersetzt und auch der Schornstein saniert werden. Ebenfalls bei wärmerer Witterung soll die Bahnhofshalle folgen: Sie erhält einen neuen Bodenbelag, eine neue Beleuchtung und einen neuen Anstrich. Dies könne man jetzt noch nicht machen, so der Bahnsprecher, weil wegen der kalten Witterung noch zu viele Bahnreisende in der Halle auf ihre Züge warten und nicht auf den Bahnsteigen. Das werde sich bei höheren Temperaturen ändern, sodass dann die Arbeiten in Angriff genommen werden können.

Auch die Fassade, die - ebenfalls aus Denkschutzgründen - keine Wärmedämmung erhalten kann, soll neu gestrichen werden. Sinnvollerweise wird dies erst geschehen, wenn die Fenster ersetzt - oder gereinigt und neu gestrichen - worden sind. So hängt automatisch der Beginn des Fassadenanstrichs von der Fenster-Entscheidung der Denkmalschützer ab.

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