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Bahnhof Friedberg: McDonald’s hängt - am Eisenbahnbundesamt

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Friedberg (ütz). Eigentlich, so hätte man meinen können, wäre es ganz sinnvoll gewesen, die erforderlichen Umbauten für die geplante Filiale von McDonald’s im Bahnhof im Zuge der - inzwischen fast abgeschlossenen - Sanierung des Gebäudes zu bewerkstelligen.

Friedberg (ütz). Eigentlich, so hätte man meinen können, wäre es ganz sinnvoll gewesen, die erforderlichen Umbauten für die geplante Filiale von McDonald’s im Bahnhof im Zuge der - inzwischen fast abgeschlossenen - Sanierung des Gebäudes zu bewerkstelligen. Lärm, Staub und Beeinträchtigungen für die Bahnkunden in einem Aufwasch sozusagen. Vielleicht war dies sogar einmal ins Auge gefasst. Doch selbst wenn - geworden ist daraus nichts. Der Grund dafür ist einfach: Es hängt am Eisenbahnbundesamt (Bonn). Und der Fall zeigt, dass die Kommunikation zwischen dieser Behörde und den anderen Beteiligten nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Das Eisenbahnbundesamt ist die Aufsichtsbehörde für die Deutsche Bahn AG und ihre vielen Betriebszweige. Für den Friedberger Bahnhof beispielsweise ist die DB Station und Service zuständig. Die ist die Vermieterin von McDonald’s. Wie ein Bahnsprecher von der Pressestelle in Frankfurt berichtete, wurden nach den Verhandlungen zwischen DB Station und Service und der Fastfood-Kette die Unterlagen vor einem Jahr beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. »Seitdem hören wir von dort nichts.«

Eine Pressesprecherin der Bonner Behörde teilte, nachdem sie sich in ihrem Haus erkundigt hatte, auf WZ-Anfrage mit, dass noch ein zwischen DB Station und Service und dem Kreisbauamt in Friedberg abgestimmtes Brandschutzkonzept fehle - und löste damit größtes Erstaunen bei Bahn und Kreis aus.

Der Frankfurter Bahnsprecher versichert: »Das können wir nicht nachvollziehen; die Unterlagen sind neu überarbeitet und schon vor Monaten nach Bonn geschickt worden. Und von dort ist auch nie moniert worden, dass noch etwas fehlt.« Man werde nun selbst tätig und in der kommenden Woche Kontakt mit dem Eisenbahnbundesamt aufnehmen, denn: »Wir wollen die Angelegenheit jetzt zeitnah über die Bühne bringen.« Und Kreispressesprecher Michael Elsaß wundert sich: »Wir haben die Unterlagen im Januar ans Eisenbundesamt geschickt.« Eine Pressesprecherin von McDonald’s Deutschland erklärte: »Wir haben nichts mehr gehört.«

Kommunikationsprobleme beim Eisenbahnbundesamt also nicht nur nach außen, sondern auch intern. Ein Insider glaubt zu wissen, woran das liegt: »Die ersticken in Arbeit. Denn durch die Konjunkturprogramme hat die Bahn viele große Projekte in Angriff genommen. Da steht das kleine McDonald’s-Filialchen im Friedberger Bahnhof nicht gerade an oberster Stelle.«

Tatsächlich soll hier nicht ein Fastfood-Restaurant im üblichen Sinn entstehen, sondern eher eine Art Go-in. »Wir werden dort auf kleinem Raum eine reduzierte Produktpalette anbieten«, so die McDonald’s-Sprecherin.

Wie das aussehen wird, erläuterte Friedbergs Bauamtsleiter Dr. Werner Braam. Eingerichtet wird die Filiale in der ehemaligen und - von der Bahnhofshalle ausgesehen - (noch) zugemauerten Expressgutabfertigung. Sie ist derzeit nur vom südlichen Seiteneingang her zugänglich. Das eigentliche Restaurant auf einer Fläche von 50 Quadratmetern hat eher den Charakter eines Imbisses und nur wenige Sitzgelegenheiten. Mit Küche und allen Nebenräumen wird McDonald’s eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern beanspruchen. »Es ist wohl eher etwas für Bus- und Bahnreisende und kein Restaurant, in dem sich Familien oder Gruppen aufhalten«, so Braam.

Gleichwohl bestand die Stadt auf acht Stellplätzen, die nachzuweisen sind. Aber diese Frage ist mittlerweile geklärt: Sie werden auf dem nördlichen Parkplatz neben dem Biergarten der Bahnhofsgaststätte ausgewiesen.

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