Pro Bahn fordert größere Züge und besseren Fahrplan

Wetteraukreis(kw). Eine "deutliche Umkehr" im Schienennahverkehr in Mittelhessen fordert der Regionalverband des Fahrgastverbands Pro Bahn. In einer Pressemitteilung kritisiert er, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wolle langfristig mit den "völlig inakzeptablen Zügen" weiterfahren, die jetzt schon häufig überfüllt seien. Politik und Fahrgäste müssten sich stärker einmischen, und zwar bald.

Derzeit liefen Vorbereitungen für die europaweite Ausschreibung für den Nahverkehr bis 2040, heißt es in der Pressemitteilung von Pro Bahn. Unter Federführung des RMV setze man dabei auf der Main-Weser-Bahn Frankfurt-Gießen-Kassel sowie der Dillstrecke Gießen-Siegen auf das gleiche "Zugmaterial" wie bisher.

Aufruf an Politik und Fahrgäste

Der Verband habe ein alternatives Gesamtkonzept samt komplettem Fahrplan erarbeitet. Unter anderem fordert Pro Bahn die komplette Umstellung der Linien der Main-Weser-Bahn und der Dillstrecke auf Doppelstockzüge ohne Lok, etwa mit dem Modell "Twindexx" von Bombardier.

Nötig sei außerdem ein verbesserter Fahrplan. Dazu gehöre die S-Bahn-Verlängerung über Friedberg hinaus Richtung Norden wie auch die Wiederherstellung der durchgebundenen Verbindung nach Köln.

Eine grobe "gesellschaftspolitische Sünde" sei die Planung "im Hinterstübchen", erklärt Regionalsprecher Thomas Kraft. Die Mitglieder des RMV-Aufsichtsrats müssten dies "schnellstens stoppen" und einen transparenten Prozess starten. Bisher halte sich gerade die Landespolitik quasi heraus. Notwendig sei ein "gesellschaftlicher Diskurs". Pro Bahn wolle die Fahrgäste ermuntern, "sich der Initiative anzuschließen und die fundamentale Neuaufstellung des Schienennahverkehrs in Mittelhessen gemeinsam durchzusetzen".

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