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Bei Fauerbach mündet der Straßbach in die Wetter. Auch er wird renaturiert. FOTO: NICI MERZ

Bäche sollen wieder wild werden

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Wetteraukreis(dpa/pm). 100 hessische Bäche sollen aus ihrem Betonbett befreit und wieder in den natürlichen Zustand versetzt werden. In der Wetterau sind das der Straßbach zwischen Ockstadt und Fauerbach, der Rosbacher Hamstergraben, der Krebsbach bei Kaichen, der Waschbach zwischen Wölfersheim, Echzell und Hungen, der Bleichenbach bei Ortenberg, der Laisbach bei Hirzenhain, der Wolfsbach bei Kefenrod sowie Dießenbach und Fauerbach bei Butzbach.

"Durch Renaturierungen entstehen für viele verschiedene Tiere und Pflanzen im Wasser und am Ufer Lebensräume", erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag in Wiesbaden das Vorhaben. Das Wasser könne durch die Maßnahmen wieder ungehindert fließen und so ein breites unberührtes Ufer entstehen. Mit der Initiative werde auch ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet, da Überflutungsbereiche bei Starkregen geschaffen werden.

Von den rund 500 Bächen in Hessen seien nun 100 für das Landesprogramm ausgewählt worden, teilte Hinz mit. In 138 Kommunen würden Renaturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Dabei sei darauf geachtet worden, dass diese gleichmäßig über alle hessischen Landkreise verteilt sind. "So konnte in jedem hessischen Landkreis mindestens ein Bach und maximal neun Bächen ausgewählt werden", sagte die Umweltministerin.

Das Land unterstütze mit dem Programm "100 Wilde Bäche" die Kommunen etwa beim Flächenmanagement und der Projektsteuerung. Bis zu 95 Prozent der Kosten würden vom Land übernommen, erklärte Hinz.

Die ausgewählten Kommunen sollen nun zeitnah von einem vom Land beauftragten Dienstleister kontaktiert werden. Für die Finanzierung des Dienstleisters sei im Jahr 2020 eine Million Euro vorgesehen. Für die Renaturierungsmaßnahmen stünden in diesem Jahr fünf Millionen Euro bereit.

Die Wetterauer Grünen-Landtagsabgeordnete Kathrin Anders freut sich über die anstehenden Renaturierungen: "In vergangenen Jahrzehnten wurden Bäche kanalisiert und überbaut. Dadurch wurde natürlicher Lebensraum für viele Arten und auch Landschaft zerstört. Durch das Landesprogramm ist es nun möglich, dass vielen Bächen ihre Natürlichkeit zurückgegeben wird und damit ein großer Beitrag zum Naturschutz geleistet wird", teilt sie mit.

Insgesamt gab es 290 Bewerbungen für 217 Bäche in ganz Hessen.

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