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Autokauf im Internet? Wegen des Lockdowns sind die Showrooms der Autohäuser derzeit geschlossen. Bei regionalen Autohändlern ist es aber möglich, sich einen Wagen im Netz auszusuchen und für eine Probefahrt vorbeizukommen. SYMBOLFOTO: DPA

Verkaufseinbruch

Autos im Internet aussuchen

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Der Lockdown hat das neue Autojahr »abgewürgt«. Der Verkauf ist in den ersten beiden Monaten um gut 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Was sagen regionale Vertreter der Branche?

Wer ein Auto kauft, hat es sich meistens vorher angeschaut. Autohäuser bieten ihren potenziellen Kunden mit den sogenannten Showrooms dazu eigentlich eine gute Möglichkeit. Nur sind die nun wegen des Lockdowns geschlossen. Das macht sich auch in der Statistik bemerkbar, die das Kraftfahrbundesamt kürzlich veröffentlicht hat. Demnach ist der Autoverkauf in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um gut 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Ja, es macht sich bemerkbar, dass die Laufkundschaft zurzeit komplett wegfällt - diese Erfahrung hat man auch beim Autohaus DIL in Bad Nauheim gemacht. Doch, sagt Verkaufsleiter Stefan Scheffter: Das Online-Angebot werde angenommen. Auf der Web-Seite des Gebrauchtwagenhauses sind die zum Verkauf stehenden Modelle - hauptsächlich Mercedes - abgebildet, inklusive aller relevanter Infos. Wer sich auf diesem Weg einen Wagen aussuche, könne einen Termin mit einem der Verkäufer vereinbaren und sich das Auto vor Ort anschauen. Auch Probefahrten seien dann möglich.

»Es läuft nicht so gut wie letztes Jahr«, sagt Scheffter, und die Kaufbereitschaft halte sich in Grenzen, »aber wir sind noch zufrieden. Das liegt auch an unseren Stammkunden, die uns treu geblieben sind«.

Geschlossener Showroom

Von einem Abwärtstrend in der Branche berichtet Dominik Trupp, Gesamtverkaufsleiter des Autohauses Häuser in Pohlheim: Ursache des Übels ist für ihn weniger die gesamtwirtschaftliche Lage, sondern aus Corona erwachsende Auflagen wie das Dichtmachen der Showrooms. Vor dem Kauf wolle der Kunde nun mal sein neues Auto buchstäblich »erfahren«.

Die Pohlheimer - Vertragshändler von VW, Seat, Alfa und Jeep - bilanzieren für Januar/Februar ein Minus von knapp unter 20 Prozent beim Gebrauchtwagenverkauf. Bei den Neuwagen seien es sogar 20 bis 25 Prozent. Allerdings: »Im Januar und Februar 2020 hatten wir noch keine Ahnung von der Krise.« Der Vergleich hinkt also ein wenig, die März-Zahlen dürften mehr aussagen.

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