Zum Frühlingsbeginn

Autoreifenwechsel: In Werkstätten herrscht Hochbetrieb

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Geht es um den Reifenwechsel, ist wohl jedem Autofahrer die Faustregel "Von O bis O" bestens bekannt. Viele Fahrzeughalter orientieren sich an diesem Merksatz.

Steht das eine "O" für Ostern, so das andere für Oktober. Ostern nimmt man die Winterreifen ab und montiert die Sommerreifen. Im Oktober werden diese dann wieder gegen Winterreifen ausgewechselt. Auch wenn die letzten Tage alles andere als frühlingshaft waren, der Merksatz könnte in diesem Jahr zutreffen; laut Wetterprognose sind in den nächsten Tagen über 20 Grad möglich.

"Die optimale Zeit für einen Reifenwechsel hängt immer vom Wetter ab", sagt der Geschäftsführer der A.T.U. Werkstatt in Friedberg, Daniel Torres. Wie in vielen weiteren Werkstätten werden bei A.T.U. bereits zahlreiche Reifen gewechselt. Torres: "Da kann die Anzahl der Fahrzeuge täglich schon mal bei 80 bis 100 liegen." Je nachdem, ob auch eine Inspektion anstehe, Auswuchtung oder Einlagerung der Reifen vorgesehen seien. Ändere sich das Wetter mit einem erneuten Kälteeinbruch, sei auch bei den Anfragen ein Stopp zu beobachten. Die Wartezeit betrage derzeit rund drei Wochen. Möglich sei auch eine weitere Option: Der Fahrer lasse sein Auto bei A.T.U. stehen, könne es später nach dem Reifenwechsel wieder abholen.

Einer, der sich mit dem Thema bestens auskennt, ist Hüseyin Sen aus Bad Nauheim. In seiner Werkstatt in der Hubert-Vergölst-Straße bietet er seit 17 Jahren diesen Service an. Wie viele Reifen er seither gewechselt hat, kann er nicht sagen. "Vielleicht 2000 oder auch mehr", lacht Sen, der diese Aufgabe nun seinem Sohn Mustafa in der neuen Werkstatt in der Feldbergstraße/Am Schützenrain übertragen hat. In der Regel müsse ein Autofahrer mit einer Wartezeit von zwei Wochen rechnen. Was Werkstattleistungen angeht, konzentriert sich Vater Hüseyin Sen nun auf HU/AU- und TÜV-Vorbereitungen.

Bis zu 80 Aufträge am Tag

In der Friedberger "First Stop Reifen Auto Service"-Filiale fahren ebenfalls schon Kunden für einen Reifenwechsel vor. "Die ersten Terminanfragen haben wir Anfang Februar erhalten", sagt Christine Fornasier. "Wir sind gut vorbereitet, können mit fünf Hebebühnen und zwei Ersatzbühnen bis zu 80 Aufträge täglich durchführen", erklärt Reifenmonteur Christoph Janicki. Bekanntlich sei nach dem Winter mehr los als nach einer Sommersaison. Der Reifenwechsel für den Sommer, für viele Autofahrer vielleicht auch ein Frühjahrsputz fürs Auto. "Viele Kunden schaffen sich gleich neue Radsätze an."

Zahlreiche Kunden orientierten sich an der Faustregel "Von O bis O", sagt Fornasier. "Bei uns haben die Monteure aber auch noch den ganzen Mai damit zu tun." Allgemein empfehlen Werkstätten, die Reifen erst dann für die Sommersaison zu wechseln, wenn das Thermometer kontinuierlich Temperaturen um die 7 Grad Plus anzeigt. Ebenso wird für den Wechsel Fachpersonal empfohlen. Ein abgefahrenes Reifenprofil, eine nicht richtig befestigte Radmutter, eine Unwucht oder eine nicht ganz optimale Zuteilung der Reifenpositionen: viele Faktoren sind wesentlich und können von Laien leicht übersehen werden.

Im schlimmsten Fall kann so etwas lebensbedrohlich sein. Oft haben die Halter auch nicht das passende Werkzeug. Ein Reifenwechsel benötigt auch einen entsprechenden Kraftaufwand. Neuere Fahrzeuge verfügen über ein Reifendruckkontrollsystem. Hier sind besondere Gerätschaften erforderlich. Der Bad Nauheimerin Christine Koob, die wir im Autohaus treffen, bleibt der Reifenwechsel in diesem Frühjahr erspart. Sie hat sich nämlich gleich ein neues Fahrzeug mit passenden Reifen angeschafft.

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