Jedes Kind hat eine Kiste mit seinen persönlichen Sachen, die beim Abholen wieder mit nach Hause genommen werden muss. 	FOTO: PM
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Jedes Kind hat eine Kiste mit seinen persönlichen Sachen, die beim Abholen wieder mit nach Hause genommen werden muss. FOTO: PM

Ausschlafen im Wechsel

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Friedberg (pm). Seit dem 2. Juni sind in Hessen alle Kindergärten und Schulen wieder geöffnet. Aber vielerorts findet eine Betreuung nur tageweise und der Unterricht nur einmal wöchentlich statt. Nicht so auf dem Montessori-Campus Friedberg. Alle drei Einrichtungen: Kinderhaus, Grundschule und Sekundarschule sind täglich für alle Kinder geöffnet. Die Einhaltung der neuen Regeln falle nicht schwer, zu groß sei die Freude, wieder in die Schule gehen zu können und gemeinsam mit Freunden zu lernen. In die Familien kehre Routine und ein Gefühl von Alltag zurück, teilt die Schule mit.

Jeden Tag vier Stunden Schulzeit

In der Sekundarschule wurden die 9. und 10. Klässler bereits seit dem 27. April wieder vor Ort beschult und auf die Abschlussprüfungen vorbereitet. Die Prüfungen seien absolviert und die Abschlussschüler der 10. Klasse vom Unterricht befreit. Die Fünft- bis Neuntklässler sind in Gruppen aufgeteilt und der Unterricht findet täglich entweder von 8.15 bis 11.45 bzw. von 12.15 bis 15.45 Uhr statt. Wöchentlich werden die Anfangszeiten getauscht, so dass jede Gruppe mal vormittags und mal nachmittags Unterricht hat. So dürfen alle im wochenweisen Wechsel ausschlafen, schreibt die Schule. Kleiner Wermutstropfen: es gibt Hausaufgaben, die in den jeweils schulfreien Zeiten zu bearbeiten sind. Alles in allem seien alle Beteiligten froh, dass wenigstens etwas Montessorischule wieder stattfinden darf, wenn auch unter strengen Hygiene- und Verhaltensvorschriften. »Diese werden von den Schülern alle konsequent eingehalten« berichtet die Schulleitung zufrieden.

In der Grundschule gebe es pro Klasse zwei bis drei Pädagogen, so dass es kein Problem gewesen sei, die drei Klassen zu teilen und in verschiedenen Räumen zu unterrichten. Was vor Kurzem noch per Video an Lernstoff vermittelt wurde, finde nun wieder im Klassenraum statt. Mit Pausen, Bewegungszeit und Unterricht könne die Grundschule so jeden Tag fast vier Stunden Schulzeit möglich machen.

Und auch im Kinderhausgarten werde wieder eifrig gespielt; zwar könnten nicht mehr alle Gruppen gleichzeitig draußen sein, aber trotzdem freuten sich auch die Kleinsten jeden Tag auf ihre Freunde. Bepackt mit einer kleinen Kiste, gefüllt mit Hausschuhen, Frühstücksdose, Matschhose und Gummistiefeln, folgen die Kinderhauskinder jeden Morgen den kreidemarkierten Wegen bis zu ihrer Gruppentür. Beim Abholen müsse die Kiste dann wieder mitgenommen werden; auch daran müssten sich jetzt alle gewöhnen. Aber entscheidend sei, trotz aller Änderungen und Einschränkungen, dass auch die Kinder wieder ein Stück weit in ihr altes Leben zurückfinden könnten.

Alle Einrichtungen freuen sich, dass nun wieder Leben in den Häusern ist und sind stolz auf Kinder und Eltern, die sich alle an die Hygieneregeln und Verhaltensvorgaben halten würden.

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