Die Lichter sind weiter rot. Im Landkreis Limburg-Weilburg gilt die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr nun bis 10. Januar.
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Die Lichter sind weiter rot. Im Wetteraukreis gilt die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr nun bis 10. Januar.

Corona-Krise

Ausgangssperre in der Wetterau verlängert: Bis wann darf man an Weihnachten raus?

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Aktuell gilt im Wetteraukreis eine nächtliche Ausgangssperre. Die wurde nun deutlich verlängert. Und das unabhängig von der Entwicklung der Inzidenz.

Update, 23.12.2020, 13.43 Uhr: Die seit dem 15. Dezember 2020 im Wetteraukreis geltende nächtliche Ausgangssperre sowie das ganztägige Alkoholverbot im öffentlichen Raum wird deutlich verlängert. Grund dafür ist das unverändert sehr hohe Infektionsgeschehen im Wetteraukreis.

Was steckt hinter der Verlängerung? Eigentlich gilt: Ab einem Schwellenwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gilt die Stufe 6 des Hessischen Eskalationskonzeptes. Damit einher geht eine nächtliche Ausgangssperre. Im Wetteraukreis wird diese aber nun direkt bis zum 10. Januar verlängert. Warum das? Wie Landrat Jan Weckler in einer Presseerklärung mitteilt, könne die Ausgangssperre im Wetteraukreis nicht automatisch aufgehoben werden, auch wenn über die Feiertage und zwischen den Jahren die offiziellen Zahlen möglicherweise unter die 200er Marke sinken. Grund dafür sind die zurückgehenden Testungen und die über die Feiertage verringerten Laborkapazitäten, „durch die das realistische Infektionsgeschehen nicht abgebildet wird“, wie es beim Wetteraukreis heißt.

Für die Weihnachtsfeiertage gibt es gemäß der Vorgaben des Landes auch im Wetteraukreis Ausnahmen: Am 24. Dezember tritt die Ausgangssperre erst um Mitternacht in Kraft, am 25. und 26. Dezember jeweils um 22 Uhr. Für den Silvesterabend gilt die Ausgangssperre allerdings bereits ab 21 Uhr. Danach ist das Verlassen der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses nur aus wichtigen Gründen erlaubt. Ausnahmen (siehe unten) gibt es weiterhin.

Ausgangssperre im Wetteraukreis: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Erstmeldung, 15.12.2020, 8.32 Uhr: Ab heute gilt für alle Städte und Gemeinden im Wetteraukreis aufgrund der hohen Corona-Zahlen zunächst bis Heiligabend eine nächtliche Ausgangssperre, deren Missachtung teuer werden kann. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Was bedeutet die Allgemeinverfügung für die Wetterauer?

Ab heute dürfen die Wetterauer ihre Wohnung zwischen 21 und 5 Uhr nicht verlassen. Es ist verboten, draußen als Fußgänger, Fahrradfahrer oder auf den Straßen in Autos unterwegs zu sein. Eine Durchfahrt durch den Wetteraukreis ist zulässig.

Ausgangssperre Wetterau: Diese Bußgelder drohen

Welche Strafe droht bei einem Verstoß?

Bei Verstößen gegen die Ausgangssperre sind nach dem Infektionsschutzgesetz Bußgelder möglich, erklärt Michael Elsaß, Sprecher des Landkreises. Wer erwischt wird, muss - bei erstmaligen, nicht schwerwiegenden Verstößen - mit einem Bußgeld von ca. 200 Euro rechnen. Jeder Einzelfall müsse aber individuell betrachtet werden. Ohnehin geht es nicht nur um Verbote: »Die vom Land Hessen vorgeschriebene Ausgangssperre hat auch eine gewisse Symbolkraft, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu betonen«, sagt Landrat Jan Weckler. Es sollte nicht darum gehen, mögliche Schlupflöcher zu finden.

Ausgangssperre in Bad Vilbel, Friedberg, Bad Nauheim und Co.: Es gibt Ausnahmen

Gibt es Ausnahmen für die Regelung?

Ja, einige. Dazu zählen gesundheitliche Anlässe wie beispielsweise ein Arzt- oder Krankenhausbesuch sowie berufliche Gründe. Im letzteren Fall ist es ratsam, einen Dienstausweis oder eine formlose Bescheinigung des Arbeitgebers dabeizuhaben. Ausnahmen gelten auch für ehrenamtliche Rettungskräfte und Helfer, für getrennt lebende Eltern beim Zurückbringen oder Abholen von Kindern und für Menschen, die beispielsweise Familienmitglieder pflegen und betreuen. Auch Sterbebegleiter, Teilnehmer von Sitzungen kommunaler Gremien und Besucher von Gottesdiensten sind von der Regelung ausgenommen.

Darf ich mit meinem Hund nachts Gassi gehen?

Ja. Die Versorgung von Tieren ist eine weitere Ausnahme, die der Landkreis für die Ausgangssperre neben »Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung und -prävention« nennt.

Ausgangssperre Wetterau: Glühweinstände sind verboten

Was ist ab heute ebenfalls noch verboten?

Unter anderem Glühweinstände. In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol zum sofortigen Verzehr mehr abgegeben werden. Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist ebenfalls untersagt.

Hat mein Supermarkt weiter bis 22 Uhr auf?

Abwarten. Landrat Weckler wirbt dafür, dass auch die Einzelhändler im Wetteraukreis die neuen Regelungen unterstützen. »Wir empfehlen, die Geschäfte freiwillig spätestens um 20.30 Uhr zu schließen, damit die Menschen nach 21 Uhr nicht mehr ohne guten Grund draußen auf den Straßen unterwegs sind.«

Worauf fußt die Entscheidung des Kreises?

Hintergrund der Bestimmung ist, dass der Kreis an drei Tagen in Folge den Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner überschritten hat. Am Montag lag er bei 275 - der höchste Wert in Hessen. Man hat es trotz der Ausbrüche in mehreren Alten- und Pflegeheimen laut Landrat Weckler mit einem diffusen Infektionsgeschehen zu tun. Aktuell könnten nicht alle Kontaktketten rechtzeitig nachverfolgt werden. Weil nach Überzeugung des Kreises Infektionen »überwiegend auf den eigenen Haushalt und familiäre/private Begegnungen« zurückzuführen seien, stellten kontaktreduzierende Maßnahmen »das einzig wirksame Mittel zum Schutz der Gesundheit der Allgemeinheit und zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems dar«.

Ausgangssperre in Bad Vilbel, Friedberg, Bad Nauheim und Co.: Wie lange gilt sie

Wie lange gilt die nächtliche Ausgangssperre?

Bis Heiligabend, 18 Uhr. Die Maßnahmen können erst wieder aufgehoben werden, wenn die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 200 gesunken ist. Sollten die Fallzahlen weiter hoch bleiben, dürften die von Bund und Land für die Feiertage angekündigten Lockerungen gefährdet sein.

Wer kontrolliert die Ausgangssperre eigentlich?

Die Kontrolle übernehmen die Ordnungsämter der Kommunen und die Polizei. Laut deren Sprecherin Corina Weisbrod wird die Polizei im Rahmen der Amtshilfe in den kommenden Tagen insbesondere in den Abendstunden Kontrollen durchführen. Man verfolge dabei einen kommunikativen Ansatz und baue in Gesprächen auf die Einsicht und das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Aber: »Wo die Kollegen auf Unverständnis und Ignoranz treffen, schreiten sie konsequent ein und ahnden Verstöße gegen die geltenden Regeln.«

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