»Auftragsbücher prall gefüllt«

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Wetteraukreis (pm). Die Baubranche boomt: Im Wetteraukreis sind im vergangenen Jahr 1548 neue Wohnungen gebaut worden - in Ein- und Zweifamilienhäusern, in Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach flossen für den Neubau im Wetteraukreis Investitionen in Höhe von rund 280 Millionen Euro.

»Der Boom der Branche hält schon seit Jahren an. Und es ist kein Ende in Sicht«, sagt Bezirksvorsitzender Karl-Otto Waas. Der Gewerkschafter verweist auf einen wachsenden Berg genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen, der zu »prall gefüllten Auftragsbüchern« bei den Unternehmen führe: Nach einer Auswertung des Pestel-Instituts wurden im Landkreis zwischen 2011 und 2019 Baugenehmigungen für rund 2200 Wohnungen erteilt, die noch gebaut werden müssen.

»Es gibt einen regelrechten Stau am Bau. Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger arbeiten am Anschlag, um die Auftragsflut zu bewältigen. Statt Kurzarbeit und Homeoffice heißt es bei ihnen: Überstunden und Wochenendarbeit«, sagt Waas. Die IG BAU Gelnhausen-Friedberg fordert, die Beschäftigten in der Region an den guten Geschäften der Firmen fair zu beteiligen.

In der laufenden Tarifrunde setzt sich die Gewerkschaft konkret für ein Einkommensplus von 5,3 Prozent ein. Außerdem sollen die sogenannten Wegezeiten, also die langen, meist unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen, entschädigt werden.

Die Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und den Arbeitgebern gehen am 21. und 22. Juni in Mainz in die zweite Runde.

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