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Haben klare Berufsziele vor Augen: (von links) Wassim Hanane und Aleksandar Nesic.

Aufgeschlossenheit ist wichtig

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Friedberg (pm). »Die Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) in Friedberg ist bekannt für die Durchlässigkeit der Bildungswege innerhalb ihrer Schulformen, die selbst Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss eine Schullaufbahn bis zum Abitur ermöglicht«, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung.

So starten beispielsweise Jugendliche aus Flüchtlings- und Migrationsfamilien in den Deutschförderkursen der Schulform InteA (Integration und Abschluss). Im Anschluss können sie in den aufeinander aufbauenden Schulformen an der JPRS zunächst den Hauptschul-, dann den Realschulabschluss und schließlich die Fachhochschulreife oder das Abitur erwerben.

Im Rahmen eines Integrationsprojektes hat die Arbeitsgruppe Schule und Gesundheit unter der Leitung von Valeria Peuchert kürzlich an der JPRS Interviews mit Schülerinnen und Schülern geführt. Zu diesem Zweck konzipierte die Arbeitsgruppe einen Fragebogen mit dem Ziel, den schulischen Werdegang, Spracherwerbsfortschritt und Integrationsprozess der Heranwachsenden in der JPRS zu dokumentieren. Die Auswertung soll die Grundlage dafür bieten, Maßnahmen der Sprachförderung und schulischen Laufbahnberatung zu optimieren.

Unter den interviewten Jugendlichen waren auch die beiden Freunde Wassim Hanane (19) und Aleksandar Nesic (20). Beide waren sich in den Gesprächen einig: »Die JPRS bietet vielfältige Unterstützung und Möglichkeiten, sich zu integrieren, beruflich orientierte Erfahrungen zu sammeln und individuelle Ziele zu erreichen.«

Ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland gekommen - Wassim 2015 aus Italien und Aleksandar 2016 aus Serbien - haben beide schnell die deutsche Sprache gelernt und Anschluss gefunden. Sie raten Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, Kontakte zu knüpfen sowie aufgeschlossen, offen und freundlich zu sein. Besonders im Sport sei es einfach, Freunde zu finden, aber auch in der Schule, »wo man über den Tellerrand schauen sowie andere Kulturen und Interessen teilen und kennenlernen« könne.

Nach dem erfolgreichen Besuch der InteA-Klasse im Jahr 2017 besuchte Aleksander Nesic an der JPRS die Berufsfachschule, erwarb die Mittlere Reife und meldete sich im Anschluss für das Berufliche Gymnasium (BG) der JPRS an. Dort besucht er aktuell die 12. Jahrgangsstufe mit dem Schwerpunkt Bautechnik.

Im nächsten Frühjahr wird Aleksandar seine Abiturprüfungen absolvieren. Sollte er sich dafür entscheiden, Bautechnik zu studieren, habe er bereits einen großen Wissensvorsprung erworben. Mit dem Abitur an der JPRS könne er aber auch jedes andere Studienfach an allen Universitäten studieren.

Wassim Hanane besucht an der JPRS die Schulform Fachoberschule (FOS) mit dem Schwerpunkt Gestaltung. Er hat erst kürzlich seine Abschlussprüfungen absolviert und die Fachhochschulreife erworben. »Seine Ziele, Autos zu designen oder im Bereich Informatik zu programmieren, rücken näher, die Qualifikationen im Schwerpunkt Gestaltung helfen im Studium weiter«, heißt es in der Mitteilung weiter.

Beide seien auf dem besten Weg, ihre Wünsche zu verwirklichen. Sie folgten ihrem jeweiligen Motto: »Vielleicht besteht die wahre Kunst des Lebens auch gar nicht darin, nach dem Glück zu suchen, sondern einen Weg zu finden und auch die schlimmen Zeiten zu genießen« (Aleksander) sowie »Schau weit und hoch« (Wassim).

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