Besuch im Schokoladenhaus: (v. l.) Helga Weidmann, Ben Scheunert, Reiner Pauli, Andreas Scheunert, Jürgen Volz, Evy Weiß und Dr. Klaus-Dieter Rack.	FOTO: PV
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Besuch im Schokoladenhaus: (v. l.) Helga Weidmann, Ben Scheunert, Reiner Pauli, Andreas Scheunert, Jürgen Volz, Evy Weiß und Dr. Klaus-Dieter Rack. FOTO: PV

Aufgeben ist nicht ihr Ding

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Friedberg (pm). Wer das Friedberger Schokoladenhaus auf der Kaiserstraße aufsucht, tritt ein in eine wunderbare, fast verzaubert wirkende Welt von Köstlichkeiten. Und der Duft verlockender Süße empfängt die Kundschaft - nicht nur zu Corona-Zeiten. Dabei muss Inhaberin Helga Weidmann mit Blick auf die letzten Monate gegenüber den Besuchern der SPD eher ernüchtert feststellen: »Ich durfte mein Geschäft zwar offenhalten, doch wäre es an etlichen Tagen besser geschlossen geblieben.«

Denn die Kundschaft reduzierte sich aus Gesundheitssorgen stark, und auch jetzt ist ein Umsatzrückgang zum Vorjahr zu verspüren. »Ich hatte die Osterware schon eingekauft und bezahlt«, sagt Weidmann, dann aber wurden die Corona-Beschränkungen verhängt. Nur die treusten Stammkunden kamen noch zum Kauf vorbei. Im Moment kann man sogar immer noch einige Ostereier im Sortiment finden.

Nach Möglichkeit wurden im März und April, als ringsum kaum Geschäfts- und Kundenverkehr war, Bestellungen ausgeliefert. Doch stopfte das kaum die Einnahmelöcher. Weidmann fehlen auch die Touristen, die gerne kleine Schoko-Souvenirs von Friedberg und seinen Wahrzeichen sowie den Stadtteilen (wie »Süße Grüße aus Dorheim oder Bauernheim«), aber auch Spirituosen im niedlichen Laden eingekauft haben.

Der Hinweis der SPD-Delegation auf die jüngst verfügte staatliche Unterstützungshilfe war der Inhaberin bekannt. Ihr Steuerberater hat die Voraussetzungen für Bewilligungen überprüft. Da ihre Umsatzeinbußen unterhalb von 60 Prozent liegen, ist ihr Geschäft aber nicht förderfähig, wie sie mit deutlichem Bedauern festhält. Weidmann ist allerdings ihrem Vermieter dankbar, der ihr in dieser schwierigen Zeit entgegenkommt.

Helga Weidmann hat eine Vielfalt von Schoko-Köstlichkeiten im Angebot, unvergleichlich ist die Palette der Trüffelsorten. Die Inhaberin hat sich zudem zu einer Beratungsexpertin in Schokoladenwaren entwickelt - zuerst aus Interesse, dann aus Leidenschaft.

Vorsicht beim Wareneinkauf

Vor neun Jahren hatte sie das Schokoladenhaus von der befreundeten Vorbesitzerin übernommen. »Ich bin eine Quereinsteigerin, die erst als Rentnerin die Liebe zum Geschäft mit Schokolade entfaltet hat. Zuvor habe ich Industrieschornsteine gebaut«, stellt sie schmunzelnd fest.

Mit verhaltenem Optimismus blicken Helga Weidmann und ihr Lebensgefährte Reiner Pauli, mit dem sie das Geschäft betreibt, auf das Herbst- und vor allem Weihnachtsgeschäft. Wegen der vielfachen Sorgen um eine zweite Welle der Corona-Infektionen sind beide im Moment noch zögerlich beim Einkauf der Winterware. Aber aufgeben und die Lust und Leidenschaft am Schokoladengeschäft verlieren ist nicht ihr Ding.

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