Kreisbeigeordneter Matthias Walther am wieder hergerichteten Lehrbiotop bei Florstadt; er lädt alle Interessierten zur Erkundung der "Auenland"-Route ein.
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Kreisbeigeordneter Matthias Walther am wieder hergerichteten Lehrbiotop bei Florstadt; er lädt alle Interessierten zur Erkundung der »Auenland«-Route ein.

»Auenland« in der Wetterau

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Wetteraukreis (prw). Das »Auenland« liegt nicht nur in Tolkiens Fantasiewelt in Mittelerde, sondern auch in der Wetterau. Der namensgebende Naturraum ist unter anderem durch die großzügigen Auengebiete von Nidda, Nidder, Wetter und Horloff geprägt. Die Landschaft verspricht einzigartige Möglichkeiten des Naturerlebens, denn zahlreiche seltene Arten haben nach Renaturierungen hier wieder eine Heimat gefunden.

Um das Erlebnis zu steigern, hat der Wetteraukreis in den vergangenen Monaten die Route »Auenland - Eine Reise durch das Horloff- und Niddatal« installiert. Sie führt um die drei Naturschutzgebiete »Nachtweid von Dauernheim«, »Am Mähried bei Staden« und »Bingenheimer Ried«.

Tafeln in Mundart

Kreisbeigeordneter und Naturschutzdezernent Matthias Walther lädt Wanderer und Radfahrer ein, die insgesamt rund 30 Kilometer lange Strecke zu erkunden - unter Einhaltung der Sicherheitsabstände und Vorsichtsmaßnahmen.

Schilder mit einem Storch und der Aufschrift »Auenland« weisen den Weg. »Die Strecke kann natürlich auch in drei einzelnen Schleifen jeweils um ein Schutzgebiet genutzt werden«, sagt Walther. An verschiedenen Einstiegspunkten gibt es Tafeln mit Übersichtskarten und dreisprachigem Einleitungstext: deutsch, englisch und Wetterauer Mundart. Solche Tafeln stehen unter anderem am Friedhof Staden, nördlich von Ober-Mockstadt, am Bahnübergang Kleiststraße in Reichelsheim und in Bingenheim an der Horloffbrücke westlich der Sampo-Halle.

»Wir haben bewusst auf das vorhandene Wegenetz und die bereits bestehende Infrastruktur zurückgegriffen«, betont Walther. Die Informationstafeln von Oberer Naturschutzbehörde und NABU Bingenheim in den Naturschutzgebieten wurden entlang der Strecke mit 21 neuen Tafeln ergänzt. Die Themen behandeln die Auen als Hochwasserspeicher, die Kanalisierung und Renaturierung der Flüsse, die Landnutzung und die Tierwelt in den Auen. Auf gut der Hälfte der Tafeln können per QR-Code zusätzlich Audiotexte abgerufen werden. Neben manchen Tafeln laden thematisch passende Holzfiguren Kinder zum Klettern ein. Zwischen Florstadt und Staden wurde ein brachgefallenes Lehrbiotop reaktiviert und mit einer Rastmöglichkeit und einem Holz-Xylophon versehen.

Insgesamt investierte der Kreis rund 75 000 Euro ins »Auenland«, wovon 40 Prozent von der EU als LEADER-Förderung übernommen wurden. Federführend bei der Planung waren Anna-Eva Heinrich und Dr. Tim Mattern von der Unteren Naturschutzbehörde. Die Holzfiguren stammen aus der Werkstatt von Johanna und Wolfgang Busch. Die Mundart-Übersetzung hat Erika Werner aus Florstadt übernommen.

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