Das Jugendgästehaus Hubertus des Wetteraukreises in Butzbach steht seit Jahren leer, soll aber wiedereröffnet werden - nur wann, das ist noch unklar.	FOTO: ERNST STADLER
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Das Jugendgästehaus Hubertus des Wetteraukreises in Butzbach steht seit Jahren leer, soll aber wiedereröffnet werden - nur wann, das ist noch unklar. FOTO: ERNST STADLER

Arbeitsgruppe zum Hubertus

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Wetteraukreis (pm). Auf Antrag des Evangelischen Dekanats hat der Jugendhilfeausschuss des Wetteraukreises einstimmig beschlossen, dass jetzt auch Freizeitmaßnahmen und Schulungen als Tagesangebote für Kinder und Jugendliche von kommunalen und freien Trägern, Vereinen und Jugendverbänden bezuschusst werden. Die Veranstaltungen müssen mindestens sechs Arbeitsstunden dauern, damit diese mit sechs Euro pro Teilnehmer bezuschusst werden. Die Förderung von Tagesveranstaltungen ist erst einmal bis Ende des Jahres begrenzt.

Gelder werden umgeschichtet

Bisher wurden im Rahmen einer Richtlinie lediglich mehrtägige Freizeitangebote und Seminare gefördert. Der Jugendhilfeausschuss kann selbstständig über die im Haushaltsplan des Kreises für die Jugendhilfe eingestellten Mittel verfügen. Er ist Teil des Jugendamts und ist sogar befugt, eigene Anträge in den Kreistag einzubringen. Damit geniest der Jugendhilfeausschuss durch Gesetz eine Sonderstellung gegenüber anderen kommunalpolitischen Gremien.

Peter Bergmann, Jugendreferent im Dekanat, hatte die Initiative ergriffen und eine Änderung angeregt, weil absehbar ist, dass in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie viele mehrtägige Ferienangebote nicht stattfinden werden. Unter Beachtung von Schutzmaßnahmen sind Tagesangebote deutlich einfacher umzusetzen. »Mit den Tagesangeboten könnte das entstehende Angebotsloch in den Ferien ein wenig geschlossen werden«, so Bergmann. Für den Kreis entstehen keine Mehraufwendungen, da die nicht abgerufenen Mittel für mehrtägige Veranstaltungen jetzt dafür genutzt werden können.

Studie und Corona haben Zeit gekostet

»Der Kreis als Träger der Jugendhilfe ist verpflichtet, dass jungen Menschen die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden. Von daher ist es richtig, dass jetzt die Förderung angepasst wird, erläutert Wolfgang Dittrich, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung und Vertreter der evangelischen Kirche im Jugendhilfeausschuss.

Dittrich begrüßt zudem, dass der Jugendhilfeausschuss eine Arbeitsgruppe beschlossen hat, die den Fachbereich Jugend und Soziales bei der Erstellung der Konzeption für das Jugendgästehaus Hubertus unterstützt. Das Haus des Kreises steht seit Jahren leer. Eine Machbarkeitsstudie hatte Investitionen für eine weitere Nutzung als Gästehaus vorwiegend für Kinder und Jugendliche empfohlen. Die Erstellung der Studie und die Corona-Pandemie haben Zeit gekostet. Dittrich hofft, dass mit der Arbeitsgruppe mehr Zug in die Neuentwicklung des Hubertus kommt.

Für baldige Wiedereröffnung

Die Schließung habe eine Angebotslücke in der Jugendarbeit entstehen lassen, die nicht durch andere Häuser im Kreis geschlossen werden konnte. Dittrich fordert, dass trotz der Folgen durch die Corona-Pandemie an der Wiedereröffnung festgehalten wird. Gesellschaftliche Entwicklungen zeigten auf, dass stärker in Jugendarbeit und außerschulische Bildung investiert werden müsse.

Zudem werden jetzt Investitionen und Arbeitsplätze durch die Kommunen benötigt, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Beides ist in sinnvoller Weise mit der Wiedereröffnung des Hubertus verbunden,« ist Dittrich der Auffassung.

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