Apothekerin bleibt gesprächsbereit

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Friedberg(jw/pm). Mitte August forderten Demonstranten, die Hofapotheke zum Mohren in Friedberg solle ihren Namen ändern. Apothekerin Dr. Kerstin Podszus lehnt dies ab. Beide Parteien vereinbarten ein Gespräch. Wie Podsuzs Anwalt Konrad Dörner mitteilt, sei es zu diesem Gespräch bedauerlicherweise immer noch nicht gekommen.

Der "Mohr" sei ein rassistisches Stereotyp, deshalb müsse er aus dem Namen der Friedberger Mohren-Apotheke getilgt werden - das hatten die Demonstranten gefordert, die sich Mitte August auf dem Elvis-Presley-Platz trafen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Dr. Kerstin Podszus, Inhaberin der Apotheke, hätte den Konflikt gerne beigelegt. Sie hat stets darauf verwiesen, dass der Mohr eine positiv besetzte Figur ist und an das Heilwissen der Mauren erinnert. Wie ihr Rechtsbeistand Konrad Dörner aufgrund einiger Anfragen nun mitteilt, sei im Konflikt um die Beibehaltung des Namens "Hof-Apotheke zum Mohren" bislang "immer noch kein Gespräch zustande gekommen".

"Auch die Einschaltung des Friedberger Bürgermeisters Dirk Antkowiak, der auf Anregung von Frau Dr. Podszus freundlicherweise die Einladungs- und Vermittlungsaufgabe übernommen hat, hat leider nicht dazu geführt, dass die Demonstranten sich bislang in der Lage sahen, einem der vorgeschlagenen Gesprächstermine zuzusagen", teilt Dörner mit. Den ersten von Antkowiak vorgeschlagenen Gesprächstermin am 3. September hätten die Demonstranten wegen zeitlicher Verhinderung abgesagt. Antkowiak schlug zwei weitere Termine vor, am 18. oder am 21. September. Es gebe aber keine positive Rückmeldung.

Dörner: "In den letzten knapp fünf Wochen war es den Demonstranten also nicht möglich - bis auf einen sehr kurzfristig gemachten, sehr allgemeinen gehaltenen Tagesvorschlag ohne Uhrzeit - eigene konkrete und realistische Gesprächstermine vorzuschlagen oder mehrere vorgeschlagene Gesprächsterminen zuzusagen. Das ist sehr bedauerlich und sehr enttäuschend, hatten wir doch gleich im Anschluss der Demonstration unsere Gesprächsbereitschaft mündlich signalisiert und mehrfach schriftlich untermauert."

Jeder könne sich selbst seinen Reim darauf machen, "warum die Demonstranten offenbar nicht mit Frau Dr. Podszus reden wollen", schreibt Dörner, ergänzt aber: "Gleichwohl ist unsere Tür für ein Gespräch weiterhin weit geöffnet."

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