Sie stehen ganz besonders für die Zukunft der Friedberger Feuerwehr; die Kindergruppe "Flammenhopser".	ARCHIVFOTO: LOD
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Sie stehen ganz besonders für die Zukunft der Friedberger Feuerwehr; die Kindergruppe »Flammenhopser«. ARCHIVFOTO: LOD

Antkowiak: Wehr gut aufgestellt

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Friedberg (jwn). Ist die Friedberger Feuerwehr auf zukünftige Anforderungen eingestellt? Hat sie Pläne, um der drohenden Personalnot entgegenzuwirken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Stadtparlament in der jüngsten Sitzung.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jede Kommune die Einsatzbereitschaft ihrer Feuerwehr zu gewährleisten hat. Um deren Leistungsfähigkeit zu garantieren, müssen die Kommunen sogenannte Bedarfs- und Entwicklungspläne aufstellen und fortwährend weiterschreiben. Da Friedbergs derzeit gültiger Bedarfs- und Entwicklungsplan vom April 2003 stammt, hat die Grünen-Fraktion in der jüngsten Stadtverordnetensitzung mehrere Fragen an Brandschutzdezernent und Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) gestellt. Beispielsweise dahingehend, ob und gegebenenfalls wann der Magistrat eine Fortschreibung des Plans in Angriff nehmen werde.

Plan soll noch dieses Jahr stehen

Außerdem wollten die Grünen wissen, wie der aktuelle Ausrüstungsstand der Friedberger Feuerwehr sei und ob sie auch heute schon für die Auswirkungen des Klimawandels mit seinen immer häufiger auftretenden Hitze-, Starkregen-, Hochwasser- und Waldbrandereignissen ausgerüstet sei. Für alle Punkte gab Antkowiak Entwarnung. Im Oktober 2018 habe der Magistrat die Neuaufstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die städtische Feuerwehr beschlossen. Da dieser Plan sehr detailliert aufgestellt werden müsse und dann auch über die Förderungsfähigkeit einzelner Maßnahmen entscheide, habe der Magistrat die Aufgabe einem externen Fachbüro übergeben. Mit der Fertigstellung sei im Laufe des Jahres zu rechnen.

Auch hinsichtlich des aktuellen Ausrüstungsstandes beruhigte der Brandschutzdezernent. So liefen bereits die Planungen für neue Feuerwehrwachen in Ockstadt und in der Kernstadt. Und auch hinsichtlich der Ausrüstung gebe es keine Klagen, denn in den vergangenen Jahren habe der Stadtbrandinspektor den jeweiligen Bedarf angemeldet - »und ich kann mich nicht erinnern, dass wir ihm jemals etwas ausgeschlagen haben«, sagte Antkowiak.

Grünes Licht für Brandschutzerzieher

Dass die Friedberger Feuerwehr sehr gut aufgestellt sei, zeige allein die Tatsache, dass sie bei größeren Einsätzen auch von anderen Städten angefordert werde und dass auch die Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk sehr gut funktioniere. In diesem Zusammenhang wurde auch der Antrag der CDU-Fraktion auf Einrichtung einer Brandschutzerzieherstelle auf 450-Euro-Basis einstimmig beschlossen. CDU-Sprecher Bernd Fleck erinnerte daran, dass seine Fraktion schon 2012 einen derartigen Antrag gestellt habe. Der sei damals aber abgelehnt worden, weil die Mehrheit davon ausgegangen sei, dass diese Stelle lediglich zu Werbezwecken missbraucht würde. Mittlerweile zeige sich ganz deutlich, dass ohne Überzeugungsarbeit bei der Jugend kaum noch ausreichend Nachwuchs für die Feuerwehr gewonnen werden könne.

Auch Carl Cellarius (Grüne), lange Zeit selbst aktiver Feuerwehrmann und in dieser Funktion für Jugendarbeit zuständig, begrüßte den Antrag im Namen seiner Fraktion. Ehrenamtlich sei Brandschutzerziehung nämlich nicht mehr zu machen. Im Übrigen schreibe auch die Hessische Brandschutzverordnung derartige Einrichtungen vor.

Positiv sieht dies auch Bürgermeister Antkowiak. So könne ein Brandschutzerzieher wieder mehr Begeisterung bei der Jugend für die Feuerwehr wecken und so möglicherweise nicht nur für eine Verbesserung der Tagesalarmbereitschaft sogen, sondern auch für mehr Wertschätzung der Einsatzkräfte, um so Übergriffe auf diese zu minimieren.

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