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Stolz auf das bisher Erreichte (v. l.): Michael Langer (Schulseelsorge St.-Lioba), Pfarrer Tobias Roßbach (St. Gottfried Butzbach), Caspar Ehlers (Maria Himmelfahrt Nieder-Mörlen) Monika Schuck-Purpus (Klinikseelorge), Heike Mühlenbruch (Mariä Himmelfahrt Gambach), Norbert Nagel (St. Laurentius Oppershofen) und Elisabeth Polag (St. Gottfried).

Ambivalente Stimmungslage in neuer Pfarrei

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Wetteraukreis (pm). Unter dem Titel »Pastoraler Weg« läuft seit 2019 ein Erneuerungs- und Strukturprozess im Bistum Mainz und damit auch im katholischen Dekanat Wetterau-West. In der künftigen Pfarrei Nord, die aus den acht Gemeinden der bisherigen Pfarrgruppen Bad Nauheim, Butzbach, Mörlen und Rockenberg bestehen wird, haben sich annähernd 40 Personen in Teilprojektteams Diakonie (Nächstendienst), Liturgie (Gottesdienst) und Verkündigung engagiert.

Das Gespräch mit Projektleitern und Teilprojektleitern zeigt eine ambivalente Stimmungslage zwischen positiv und kritisch.

»Ich fühle mich tendenziell überfordert«, gesteht Pfarrer Tobias Roßbach (St. Gottfried Butzbach), einer der beiden Projektleiter, »denn der Pastorale Weg kommt ja noch zu den sowieso schon anspruchsvollen Aufgaben eines Gemeindepfarrers hinzu«. Caspar Ehlers (Maria Himmelfahrt Nieder-Mörlen), der ehrenamtliche Projektleiter, ergänzt, dass dies gleichermaßen für die Ehrenamtlichen gelte, die ja in der Regel mitten im Beruf stünden. »Aber dafür ist es im Großen und Ganzen gut gelaufen und wir sind auf der Zielgeraden«, ist Ehlers zufrieden. Die Agenda der Teams sei lang gewesen und es seien nach wie vor viele inhaltliche Punkte offen. »Über die schwierigen Fragen haben wir engagiert und motiviert diskutiert, aber konkrete Entscheidungen fielen wegen der möglichen Tragweite und der doch weiterhin bestehenden Unklarheit über die zukünftige Entwicklung schwer,« berichtet Norbert Nagel (St. Laurentius Oppershofen) vom TPT Liturgie. Die Schwierigkeiten seien aber von dem Gefühl getragen, an einem Strang zu ziehen: »Ein neues ›Wir‹ entwickelt sich - Corona zum Trotz. Das stimmt hoffnungsvoll« - so hat es Heike Mühlenbruch (Mariä Himmelfahrt Gambach) vom TPT Verkündigung erlebt.

Hoffnungen und Sorgen

Auf die Frage, was sie motiviert, antworten die Teilprojektleiter unterschiedlich. Vom lapidaren »Ich bin angesprochen worden« über die Erkenntnis, dass gute Ideen auch eine organisierende Hand brauchen, bis zu dem Motiv, dass man dafür sorgen will, dass die eigene kleinere Gemeinde inmitten der größeren genügend Beachtung findet. »Gemeinsam ist allen, dass man offen ist für Neues«, stellt Elisabeth Polag (St. Gottfried Butzbach) aus dem TPT Diakonie fest.

»Es bleiben Hoffnungen und Sorgen, aber was bis jetzt getan werden konnte, ist erledigt«, lautet das Fazit von Dekanatsreferent Andreas Münster. Und die »Expedition Pastoraler Weg« sei ihrem Ziel ein Stück nähergekommen.

»Die Kirche Gottes ist nicht nur vielfältig und bunt in ihrer inneren Arbeit, sondern hat zunehmend spürbarer einen besonderen Auftrag für alle Menschen zur Orientierung in dieser Welt«, fasst Diakon Dieter Mackrodt (St. Bonifatius, Bad Nauheim) vom TPT Diakonie die vergangenen Monate zusammen.

Im Rahmen des »Pastoralen Wegs« sind seit Januar 2020 »Expeditionsteams« im Dekanat unterwegs. Sie starteten, sobald die Zugehörigkeiten der bisherigen Gemeinden zu den künftig drei Pfarreien feststanden. Die inhaltliche Arbeit ist jetzt vorerst abgeschlossen; nach den Sommerferien soll in den Pfarrgemeinderäten in den Gemeinden der Pfarrei Nord diskutiert werden.

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