Alte B 455 ist nun ein Wirtschaftsweg

Friedberg-Dorheim (ütz). Am nächsten Montag wird die B 455-Ortsumgehung mit Ministerpräsenz offiziell eingeweiht. Und bei Hessen Mobil Gelnhausen war man optimistisch, die letzte Baumaßnahme im Zusammenhang mit dem Projekt bis dahin abgeschlossen zu haben: den Rückbau der alten B 455 zum Wirtschafts- und Radweg.

Diese Bundesstraße gibt es nun nicht mehr, sie ist – von Dorheim aus gesehen – zur Sackgasse geworden. Eine Ära ist damit zu Ende gegangen.

Wo sich noch bis vor wenigen Wochen nahezu täglich zu den Stoßzeiten der Verkehr staute, herrscht nun eine fast unheimliche Stille. Die einstige Fahrbahn ist verschwunden, dafür wurde ein neuer Weg gebaut und mittlerweile auch asphaltiert, der nur bis zur Höhe des Anwesens von Ortslandwirt Reiner Veith noch mit Autos und landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren werden kann. Danach verengt er sich bis zur Einmündung nach Beienheim und bietet nur noch Radfahrern und Fußgängern genügend Platz.

Mit dem Bau des neuen Wegs wurden auch die Stromleitungen für die neue Ampelanlage an der Einmündung B 455/Beienheimer Höhe verlegt. Sie ist freilich noch nicht eingeschaltet, weil, so Hessen Mobil, die Firma Siemens bestimmte Kabel noch nicht liefern konnte. Wann dies passiert, sei derzeit noch nicht absehbar, man hoffe auf nächste oder übernächste Woche.

Eigentlich hätte Hessen Mobil auch noch die Asphaltdecke der Wetteraustraße erneuern müssen, ehe diese an Friedberg übergeben wird. Doch die Stadt kassierte lieber das Geld dafür, weil sie in eigener Regie die Ortsdurchfahrt erneuern will im Bereich zwischen Tankstelle und Kammerfeldstraße. Wie Tobias Kolckhorst vom Stadtbauamt dazu berichtet, geht es dann nicht nur darum, den Straßenbelag neu aufzutragen, sondern auch um eine andere Gestaltung. So sollen die Gehwege breiter werden, Parkplätze werden da, wo es möglich ist, geschaffen, und auch Bäume gepflanzt.

An der Kammerfeldstraße soll die Vorfahrtregelung geändert werden, damit der Verkehr aus Richtung Fauerbach, der links zur Umgehung abbiegen will, Vorrang hat und nicht in Versuchung geführt wird, durch den Ort zu fahren, wenn er Richtung Wölfersheim will. Daher wird an dieser Einmündung auch über eine Einengung der Fahrbahn nachgedacht. Alle Maßnahmen an dieser Stelle sind freilich zunächst einmal Sache der Straßenverkehrsbehörde.

Einen Vorentwurf für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt gibt es längst, und er wurde mit dem Dorheimer Ortsbeirat abgestimmt. Mit dem Bau wird es indes noch eine Weile dauern. Man müsse, so Kolckhorst, beim Land Hessen erst noch Fördergelder beantragen; Ende September werde die Anmeldung erfolgen. Dann hoffe man, dass die Zuschüsse bereits im nächsten Jahr bewilligt werden. Dies könne allerdings auch bis 2014 dauern. Dorheim wird also noch ein oder zwei Jahre auf die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt warten müssen.

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