Was bedeuten 1,5 Meter Abstand? Um das zu verdeutlichen gibt es an der Wartbergschule einen selbst gebauten Abstandhalter. Wenn Corona vorbei ist, wollen sich alle aber wieder möglichst nah sein. 	FOTO:PV
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Was bedeuten 1,5 Meter Abstand? Um das zu verdeutlichen gibt es an der Wartbergschule einen selbst gebauten Abstandhalter. Wenn Corona vorbei ist, wollen sich alle aber wieder möglichst nah sein. FOTO:PV

»Alle Freunde wieder umarmen«

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Friedberg (pm). Wann ist denn Corona wieder vorbei? Diese Frage beschäftigt viele Schülerinnen und Schüler der Wartbergschule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, sehr.

Vieles hat sich seit dem Beginn des neuen Schuljahres an der Wartbergschule verändert. Um Kontakte möglichst gering zu halten, findet kein klassenübergreifender Unterricht mehr statt. Ob Theater-AG, Schulband, Fußball-AG oder das Schülercafé, all diese Unterrichts- und Lernangebote können im Moment nicht durchgeführt werden. Jede Stufe hat ihre eigenen Pausenzeiten. Es gibt keine Ausflüge mehr, Stufenfahrten entfallen zum Teil und Feste werden nur noch im kleinen Klassenrahmen gefeiert. Zudem muss auf das gemeinschaftliche Kochen und Backen, einen Großteil der Klassendienste, sowie das gemeinsame Einkaufen gehen verzichtet werden.

Anstrengend, aber notwendig

Alle müssen sich an die Hygieneregeln halten und regelmäßig Hände waschen, im Schulgebäude, im Unterricht und in den Pausen Masken tragen und alle 20 Minuten die Klassenräume lüften. Das Abstandhalten darf dabei natürlich nicht vergessen werden! Die Ergebnisse einer kleinen, schulinternen Umfrage zeigen deutlich, wie sehr das Thema Corona die Schüler beschäftigt. Viele sehen aber die Notwendigkeit dieser Dinge, um sich gegenseitig zu schützen. In der neuen Pausensituation vermissen viele es, ihre Freunde und Freundinnen aus den anderen Stufen zu sehen.

In einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung liegt der Schwerpunkt der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit in der Vermittlung von unterschiedlichsten Kompetenzen. So zählen hier neben Deutsch und Mathematik unter anderen auch Soziale Beziehungen, Kommunikation, Selbstversorgung, Gesundheitsvorsorge, Mobilität und das Leben in der Gesellschaft dazu. Betrachtet man die Vielzahl der Unterrichtsschwerpunkte wird deutlich, dass der Unterricht in Zeiten der Corona-Pandemie nur in sehr eingeschränktem Umfang möglich ist.

Obwohl sich der Schulalltag an der Wartbergschule unter »Corona-Bedingungen« stark verändert hat, sind die Schülerinnen und Schüler der Wartbergschule sich einig: Sie wünschen keine Schulschließungen mehr! So würden Schüler/innen aus der Hauptstufe am liebsten das Coronavirus »wegzaubern« oder eine Reise in das Jahr 2019 machen, als es noch kein Corona gab. Dann könnte endlich wieder ein normaler Unterrichtsalltag stattfinden.

Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich wieder gemeinsame Pausen, sodass es auch wieder möglich wäre, Freunde aus anderen Stufen zu treffen. Auch der Wunsch, keinen Mund-Nasen-Schutz mehr im Unterricht und in der Pause tragen zu müssen, wieder gemeinsam kochen und backen zu können, ist sehr groß. Doch was einem großen Teil der Schülerschaft fehlt, ist Nähe. So antwortet Baran aus der Berufsorientierungsstufe auf die Frage, was er nach dem Ende der Pandemie als erstes tun würde: »Umarmen! Einfach alle Freunde wieder umarmen.«

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